Brandstiftung in Waiblingen Büze-Brand: Versicherung zahlt fast alles

Von Harald Beck 

Die Feuerkatastrophe am Waiblinger Bürgerzentrum vom März vergangenen Jahres ist nun weitgehend abgerechnet. Auf einem kleineren Teil des finanziellen Schadens bleibt die Stadt am Ende sitzen.

Im März vergangenen Jahres hat ein inzwischen verurteilter Brandstifter am Waiblinger Bürgerzentrum einen Millionenschaden angerichtet. Foto: Gottfried Stoppel
Im März vergangenen Jahres hat ein inzwischen verurteilter Brandstifter am Waiblinger Bürgerzentrum einen Millionenschaden angerichtet. Foto: Gottfried Stoppel

Brandstiftung - Von einem Millionenschaden ist sofort nach dem Großbrand am Waiblinger Bürgerzentrum in der Nacht zum 28. März des vergangenen Jahres die Rede gewesen. Nach dem Feuer war klar, dass Teile des Gebäudes abgerissen, andere Bereiche um den großen Ghibellinensaal, die Kegelbahnen oder den Bürotrakt, in dem das Kultur- und Sportamt residiert, grundlegend saniert werden müssen. Erste Schätzungen nannten eine Größenordnung von zwei bis fünf Millionen Euro.

Mit dem Abschluss der Baumaßnahmen zur Wiederherstellung der vom Brand beschädigten Bereiche steht nun fest, welchen Schaden die Brandstiftung an einem am Gebäuderand stehenden Abfallcontainer insgesamt angerichtet hat. Die voraussichtlichen Ausgaben für Abbruchmaßnahmen, Trocknung, Sicherungsmaßnahmen, Wiederaufbau, Ersatzausstattung und Einrichtung liegen laut einer Abrechnung bei rund 2,13 Millionen Euro.

OB Abdreas Hesky: „Mit einem blauen Auge davongekommen“

„Wir können mit Freude feststellen, dass wir zumindest bei den Kosten mit einem blauen Auge davongekommen sind“, sagte Waiblingens Oberbürgermeister Andreas Hesky bei der Präsentation der vorläufigen Abrechnung der Brandkatastrophe. Zudem seien bei dem Großbrand im vergangenen Frühjahr ja glücklicherweise auch keine Menschen zu Schaden gekommen. Der letztlich glimpfliche monetäre Ausgang sei vor allem einer guten Zusammenarbeit mit der Versicherung zu verdanken. Diese habe bisher 1,2 Millionen Euro für Baumaßnahmen und 361 000 Euro für die Ersatzausstattung und Einrichtung der betroffenen Bürgerzentrumsabschnitte erstattet – insgesamt also etwa 1,56 Millionen Euro. Weitere Zahlungen in kleinerem Rahmen sind laut dem vorläufigem Abschlussbericht bisher noch offen: „Die noch ausstehenden Rechnungen, die der Versicherung zur Prüfung und zur Begleichung vorliegen, belaufen sich auf circa 200 000 Euro.“

Mit dem Wiederaufbau des Bürgerzentrums hat die Stadt ohnehin anstehende Sanierungen und andere Verbesserungsmaßnahmen im Haus verbunden, die nicht von der Versicherung übernommen werden. Zusätzliche Arbeitsplätze für die Verwaltung, die Reaktivierung der Bankettküche für Kongresse beim Ghibellinensaal oder Maßnahmen für verbesserten Brandschutz sowie eine Zaunanlage um den Müllplatz, an dem der Brand seinen Ausgang genommen hatte, summieren sich auf etwa 130 000 Euro.

Stadt bleibt auf Kosten von 122 000 Euro sitzen

Außerdem aber wird die Stadt am Ende auf den Kosten für den Feuerwehr- und den DRK-Einsatz beim Brand, den Sicherheitsdienst zur Absicherung der Baustelle sowie auf den Mehrkosten für die Verlegung der Veranstaltungen im Bürgerzentrum sitzen bleiben, berichtete Hesky. Diese belaufen sich auf insgesamt etwa 122 000 Euro. Diese Summe müsste im Zweifelsfall beim Brandverursacher eingetrieben werden, der in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist. Bei dem Mann, so sagte Hesky auf Nachfragen aus dem Gremium, sei aber definitiv nichts zu holen.

Mit Hilfe von Videobildern hatte die Polizei nachgewiesen, dass der 22-jährige Waiblinger das Feuer am späten Abend des 27. März 2017 gelegt hatte. Er wurde wegen gefährlicher Brandstiftung zu drei Jahren und zwei Monaten Haft und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Mit einem Feuerzeug hatte der einschlägig. Vorbestrafte Material in einem der Abfallcontainer im Bereich des Lieferanteneingangs angezündet. Aus dem Schwelbrand war mit Verzögerung ein offenes Feuer entstanden, das auf die Dachkonstruktion des Bürgerzentrums übergriff. Die Löscharbeiten, an denen mehrere Feuerwehren aus der Umgebung beteiligt waren, hatten sich bis in den folgenden Nachmittag hingezogen. Das im Gebäude wohnende Hausmeister-Ehepaar hatte sich in der Nacht rechtzeitig in Sicherheit bringen können.




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