Breitbandausbau in Fellbach Glasfasernetz hat noch nicht genug Besteller

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Der Anbieter Telekom als Partner der Stadt braucht im Ortskern von Alt-Fellbach 2100 Haushalte, die ein zukunftsfähig schnelles Internet wünschen. Bis Mitte Januar können noch Bürger neue Verträge mit günstigen Kosten abschließen.

Blick auf die Kernstadt Fellbach mit Wohncity und  Lutherkirche in der Mitte. Sie soll  das schnelle Internet bekommen. Foto: Patricia Sigerist
Blick auf die Kernstadt Fellbach mit Wohncity und Lutherkirche in der Mitte. Sie soll das schnelle Internet bekommen. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Die Stadtverwaltung Fellbach ist weiterhin sehr optimistisch, dass das schnelle Internet über ein neu zu verlegendes Glasfasernetz im nächsten Jahr Realität in Fellbach wird, zumindest im alten Ortskern und in den südlichen Wohngebieten. Das Ziel der Telekom, die der Stadt Fellbach und allen Kommunen in der ganzen Region ein Angebot über Glasfaserleitungen bis in jedes Haus und auf jedes Betriebsgelände überbracht hat, war es allerdings, 2100 Bestellungen von kostenlosen Hausanschlüssen bis zum Donnerstag, 12. Dezember, zusammenzubringen. Dies wurde auf den ersten Schritt nicht erreicht. Die sogenannte Vorvermarktung ist daher bis Mitte Januar verlängert worden.

Die Wirtschaftsförderung verschickt Briefe an die anschlussfähigen Haushalte

„Die Zahlen steigen – für knapp 1500 Wohneinheiten im alten Fellbacher Ortskern liegt bereits die Erklärung zum Anschluss eines Glasfaseranschlusses vor“, sagt Stadtsprecherin Sabine Laartz voller Hoffnung. Stand Dienstagmittag gab die Telekom noch etwas mehr 1400 Bestellungen an und berechnete daraufhin, dass erst 67 Prozent der Anforderungen erfüllt seien. Dabei ist allerdings nicht klar, ob und wie Großkunden wie Wohnungsbaugesellschaften in diesen Zahlen einberechnet sind. „Wir gehen in der Stadt davon aus, dass es funktioniert“, sagt Sabine Laartz jedenfalls über die verlängerte Frist. Die Beamten setzen sich auch tätig für das Breitbandnetz ein: Die Wirtschaftsförderung verschickt Briefe an die anschlussfähigen Haushalte, die Oberbürgermeisterin nimmt das Thema in ihre Reden auf. Wöchentlich tauschen sich Stadtbeamte mit den Telekom-Vertretern aus. Dabei geht es über die Vermarktung, aber es werden auch bereits Themen für die Bauphase wie Zeitpläne oder Standorte für Verteilerkästen vereinbart. „Die Stadt ist alles andere als passiv“, sagt die Sprecherin. Das Angebot bleibt auch bis ins neue Jahr hinein das gleiche: Innerhalb dieser Vorvermarktungszeit wird der neue Internetzugang über schnelle Glasfaser kostenfrei, das heißt ohne Hausanschlussgebühr, hergestellt.

20 Prozent der Haushalte im Ausbaugebiet müssen in der Regel dabei sein

„Arbeiten von zuhause, künftige Gesundheitsdienstleistungen, Gerätewartungen vom Schreibtisch aus oder auch die weltweite Kooperation von Unternehmen – für diese Technologien sind hohe Übertragungsraten notwendig“, wirbt der Internetanbieter. Auch im privaten Bereich werden die Anforderungen an die Internetanschlüsse zunehmen, glaubt die Telekom.

Telekomtruck in der Kirchhofstraße in Fellbach. Foto: Patricia Sigerist
Der gleichen Meinung ist die Stadtverwaltung Fellbach, die sich nach der regionsweit gefallenen Entscheidung für die Telekom als Partner, bei dieser geradezu gedrängt hat, in der Reihe der ersten Ausbaugebiete zu erscheinen. „Wir haben ein ernstes Zukunftsproblem, wenn wir das nicht hinkriegen“, hat Oberbürgermeisterin Gabriele Zull kürzlich vor Unternehmern über das Breitbandnetz betont. Aber die Sache hat den einen Haken. „Grundsätzlich erfolgt der kostenfreie Ausbau, wenn das Interesse der Anwohner in einem Gebiet groß genug ist“, teilt die Telekom mit. 20 Prozent der Haushalte im Ausbaugebiet müssen in der Regel dabei sein. Bei etwa 10 500 Haushalten im südlichen Teil von Fellbach lautet die Quote daher 2100 Bestellungen. Aber eigentlich strebt die Stadtverwaltung laut Sabine Laartz an, noch darüber hinauszukommen.

Für die Industrie- und Gewerbegebiete gilt der 17. Januar als Stichtag

Damit die Stadt insgesamt mit flächendeckenden Datenleitungen zukunftsfähig wird, müssen also auch die einzelnen Haus- und Wohnungsbesitzer mitziehen. „Es ist für sie von Vorteil“, betont Sabine Laartz. Wer sich jetzt entscheidet, spart. Wer erst später nachfragen muss, weil er in der ersten Runde nicht mitgemacht hat, aber das schnelle Internet will und braucht, wird vermutlich nicht das gegenwärtige Sonderangebot, sondern einen Standardpreis erhalten, und der kann happig ausfallen. Um das Interesse abzufragen und die Bestellungen einzusammeln, laufen derzeit auch die Vorvermarktungen für die Industriegebiete entlang der Höhenstraße und im alten Fellbacher Ortskern. Dort sieht es gut aus, berichtet Sabine Laartz auf Nachfrage. In zwei Gewerbegebieten seien bereits genügend Bestellungen für den Ausbau vorhanden, ein weiteres sei kurz davor. Die Hürde ist dort sogar höher als für die Haushalte gewesen: Dass 30 Prozent der Unternehmen im Ausbaugebiet mitmachen, wurde verlangt. Für die Industrie- und Gewerbegebiete gilt der 17. Januar als Stichtag. An diesen Termin ist jetzt auch der Fellbacher alte Ortskern gebunden. Bis 17. Januar können sich daher Privat- und Gewerbekunden bei der Telekom, in ihrer Verkaufsstelle (dem Telekomtruck) in der Kirchhofstraße vor dem Rathaus, über den Anschluss informieren. Parallel dazu bietet die Telekom auch am 17. Dezember und am 9. Januar jeweils um 19. 30 Uhr Informationsveranstaltungen in der Alten Kelter an. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Der Telekomtruck steht wieder jeweils wochentags bis zum 20. Dezember und vom 7. bis zum 17. Januar 2020 vor dem Rathaus, in der Kirchhofstraße.