Breitbandausbau in Köngen Auch die Landwirte sollen schnelles Internet erhalten
Der Breitbandausbau in Köngen und Wendlingen schreitet voran: Bis 2026 sollen „weiße Flecken“ verschwinden. Auch Randlagen werden angeschlossen.
Der Breitbandausbau in Köngen und Wendlingen schreitet voran: Bis 2026 sollen „weiße Flecken“ verschwinden. Auch Randlagen werden angeschlossen.
Highspeed-Internet nicht nur im Ortskern, sondern auch bei den Aussiedlerhöfen und in Randlagen – in Köngen erfolgte nun der symbolische Spatenstich für das nächste Breitbandförderprojekt nachdem zuletzt die örtliche Grundschule ans schnelle Netz angeschlossen worden war. Projektträger sind neben der Kommune der Landkreis und die Gigabit Region Stuttgart GmbH. Im Zuge des Ausbaus sollen 36 Adressen in sogenannten „weißen Flecken“ erschlossen werden. Dabei geht es insbesondere um Hoflagen und Randbereiche.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2 Millionen Euro, davon werden die Hälfte vom Bund und 40 Prozent vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Breitbandförderung übernommen. Zehn Prozent der Gesamtkosten, etwa rund 200.000 Euro, schießt die Gemeinde Köngen zu.
„Das ist ein wichtiger Schritt in die digitale Zukunft“, freute sich Köngens Bürgermeister Ronald Scholz. Auch seitens des Bundes wurde der Projektstart begrüßt. „Der Glasfaserausbau in Köngen ist ein gutes Beispiel dafür, wie Fördermittel gezielt eingesetzt werden, um strukturelle Lücken zu schließen und gleiche Chancen beim Zugang zu moderner Infrastruktur zu schaffen“, betonte Susanne Menzel vom Projektträger Breitbandförderung. Katharina Manthey vom Landesministerium des Inneren, der Digitalisierung und Kommunen lobte die Weitsicht des Köngener Gemeinderats, die Investition auch in Zeiten klammer Kassen zu wagen: „Gerade hier im Speckgürtel von Stuttgart ist der Breitbandausbau von großer Bedeutung.“
Bevor man in Köngen allerdings auch in den Randlagen mit Gigabit-Geschwindigkeit im Internet surfen kann, stehen erst umfassende Tiefbaumaßnahmen an: Auf einer Gesamtstrecke von rund 14 Kilometern werden dafür etwa 21 Kilometer Leerrohre sowie 38 Kilometer Glasfaserleitungen unter die Erde gebracht. Ausbauendes Unternehmen ist die NetCom BW. Voraussichtlich ab Ende 2026 besteht dann für die betreffenden Privathaushalte die Möglichkeit, mit bis zu 1000 Megabit pro Sekunde im Netz zu surfen. Gewerbekunden können sich auf Datenübertragungsraten von bis zu 10 Gigabit je Sekunde freuen.
„Unser Ziel ist es, im gesamten Landkreis stabile und zukunftsfähige Breitbandstrukturen zu schaffen“, kündigte Markus Grupp vom Zweckverband Breitbandversorgung Landkreis Esslingen an. „Der Ausbau ist ein wichtiger Faktor in allen Bereichen – nicht nur in den Städten, sondern ebenso in den Außenrandlagen. Auch die Landwirtschaft ist wichtig und wird immer digitaler“, betonte Grupp, der in Personalunion Kreiswirtschaftsförderer ist. Aktuell seien knapp 42 Prozent des Landkreises mit schnellem Internet versorgt: „Bis 2030 sollen 90 Prozent der Region bedient werden.“
Auch in der Stadt Wendlingen steht demnächst ein weiterer Schritt in Sachen digitale Infrastrukturentwicklung an: Ab Mitte November geht es mit dem Breitbandausbau im Gewerbegebiet „Im Wert“ weiter. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich dort auf rund 400.000 Euro, davon übernimmt wie in Köngen die Hälfte der Bund und 40 Prozent kommen vom Land, damit hat die Stadt noch rund 38.000 Euro zu berappen. Im Rahmen der Maßnahme werden insgesamt 1,3 Kilometer Tiefbauarbeiten durchgeführt. Dabei entstehen 4,2 Kilometer neue Leerrohrtrassen, in die rund neun Kilometer moderne Glasfaserkabel verlegt werden. Ziel ist es, die digitale Leistungsfähigkeit des Gewerbegebiets deutlich zu steigern und die ansässigen Unternehmen zukunftssicher zu vernetzen. Nach Fertigstellung sollen 27 Unternehmen im Projektgebiet zuverlässig mit Bandbreiten von mindestens 50 Megabit je Sekunde versorgt werden. Darüber hinaus wird für nahezu alle Teilnehmer – mit Ausnahme von ein paar technisch besonders schwer erschließbaren Anschlüssen – sogar eine Versorgung mit 1 Gigabit je Sekunde und mehr gewährleistet sein. Umgesetzt wird die Maßnahme in Wendlingen von der Telekom.