Breitensport in Reichenbach Neue Sporthalle ist eingeweiht

Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, der Schulen, des Gemeinderats und der Verwaltung weihen die neue Halle ein. Foto: /Karin Ait Atmane

Die neue Sporthalle in Reichenbach ist jetzt in Betrieb, an der Mensa wird noch gebaut. Insgesamt investiert die Gemeinde 18 Millionen Euro. Verwaltung und Vereine haben bei dem Projekt an einem Strang gezogen.

Am Montag, kurz nach Mittag, war die Schlüsselübergabe, am Nachmittag wurde in der neuen Sporthalle am Lützelbach bereits trainiert. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist das Reichenbacher Großprojekt fertig, zumindest, was den sportlichen Teil angeht.

 

Der Handballnachwuchs war’s, der am Nachmittag als allererster den neuen Hallenboden mit den vielen knallbunten Markierungen bespielen durfte, weitere Nutzer folgten. Schon bei der symbolischen Schlüsselübergabe mit Durchschneiden eines Bandes war die Stimmung freudig. Die Zweifeldhalle ist vom Stuttgarter Architekturbüro Zoll entworfen und umgesetzt worden, sie wirkt luftig und wohnlich. Holz, Glas und Sichtbeton sind die dominierenden Materialien. In der Planungsphase hatte der Gemeinderat die Wahl zwischen einer Halle im Industriestil, die günstiger gewesen wäre, und der Holzbalkendecke, für die er sich schließlich entschied. Beheizt wird die Sporthalle über die Nahwärmezentrale auf dem Schulcampus und eine Fußbodenheizung. Die Gesamtkosten einschließlich Mensa werden rund 18 Millionen Euro betragen. Das ist vom Finanzvolumen her das bisher größte Projekt in der Geschichte Reichenbachs. Es umfasst auch die Mensa fürs Schulzentrum, an der momentan noch gebaut wird. Die Kostensteigerung während der Bauzeit betrug rund eine Million Euro, was aus Sicht von Planern und Gemeinde noch im Rahmen ist.

Insolvenz bringt Zeitplan durcheinander

In der neuen Sporthalle wird ein Teil des Schulsports ebenso stattfinden wie das Training verschiedener Vereine und Abteilungen: unter anderem Faustball, Volleyball, Tischtennis und Radball sind künftig hier beheimatet, auch Handball ist möglich, solange er ohne Harz gespielt wird. Die geharzte Spielart bleibt dagegen wie bisher in der Brühlhalle. Im ersten Geschoss des Neubaus ist neben Umkleiden und Technikräumen ein zusätzlicher, großer Gymnastikraum untergebracht. Er ist teilbar und damit für verschiedene Gruppen von der Wettkampfgymnastik bis zur Rückenschule nutzbar. „Damit machen wir Sporthallenkapazitäten frei“, so Bürgermeister Bernhard Richter. Unten in der großen Halle mit Glasfront ins Freie sollen auch Wettkämpfe stattfinden, zwei gestaffelte Bankreihen bieten Platz für knapp 150 Zuschauer.

Insgesamt verlief die Baustelle nach den Worten des Rathauschefs gut, wenn auch nicht immer genau nach Plan. So musste als Material für die Außenfassade nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine die „sibirische Lärche“ durch Weißtanne ersetzt werden. Später brachte die Insolvenz einer Firma den Zeitplan durcheinander. „Das hat uns bestimmt ein halbes Jahr gekostet“, meint der Bürgermeister. Die Projektsteuerer von Drees & Sommer hielten mit regelmäßigen Berichten den Gemeinderat auf dem Laufenden.

Vereine sind an Planung beteiligt

So oder so werden die Probleme schnell vergessen sein, wenn die Vereine nun die Halle mit Leben füllen. Sie waren nicht nur im Vorfeld bei der Sportentwicklungsplanung, sondern auch bei der Konzeption gefragt und konnten ihren Bedarf einbringen. In den Gerätegaragen steckt auch Eigenleistung drin: Die Radballer haben ihre Ständer zum Aufhängen der Räder und ihre Materialschränke selbst montiert. Und alle Beteiligten hätten am Ende gemeinschaftlich den Belegungsplan erstellt, lobt der Bürgermeister.

Am Tag der Inbetriebnahme wurde die alte Schulsporthalle auf dem Campusgelände stillgelegt. Sie war schon lange nur noch eine Notlösung und in keinem guten Zustand. Zuletzt fiel die Heizung aus und die Halle konnte nur über eine provisorische Anlage mit Öltank in der ehemaligen Wohnung gewärmt werden.

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