Brennspiritus, Kohle und Co. Tipps für ein sicheres Grillen

Von red/AFP 

Bei sommerlichen Temperaturen werden über die anstehenden Feiertage deutschlandweit wieder die Grills qualmen. Für ein sicheres und gesundes Grillen sollten einige Ratschläge beherzigt werden.

Tipps für ein sicheres und gesundes Grillen Foto: dpa
Tipps für ein sicheres und gesundes Grillen Foto: dpa

Stuttgart - Mit Blick auf die Sicherheit beim Grillen gilt es einige Dinge zu beachten. Wir haben die Fragen und Antworten zusammengestellt:

Wo sollte der Grill stehen?

Der Grill sollte auf festem und ebenem Untergrund stehen. In der Nähe sollten sich keine brennbaren Materialien befinden. Wer einen Holzkohlegrill im Windschatten platziert, vermeidet Funkenflug. Spielende Kinder müssen in jedem Fall vom Grill fern gehalten werden - Experten empfehlen einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern.

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Grillen mit freiem Oberkörper – geht das?

Davon ist dringend abzuraten. Schürze, Grillhandschuh und langes Grillbesteck sind die besten Mittel, um sich vor heißen Fettspritzern und Funken zu schützen. Wer solch einen Aufzug albern findet, sollte sich die Statistiken ansehen. Jedes Jahr gibt es etwa 4000 bis 5000 Unfälle beim Grillen. Rund 500 davon enden mit schweren Verbrennungen, unter deren Folgen die Betroffenen zum Teil ihr Leben lang leiden.

Wie wird die Holzkohle am besten entzündet?

Der TÜV Rheinland rät von Brennspiritus oder gelartigen Grillpasten ab. Werden Spiritus und Benzin auf bereits entzündete Kohle gegossen, gibt es gefährliche Verpuffungen oder Stichflammen. Am sichersten sind feste Grillanzünder wie Würfel auf Petroleumbasis oder auch biologische Holzwolle.

Wann dürfen Fleisch und Würstchen auf den Grill?

Erst sollte die Kohle gut durchgeglüht sein, bevor das Grillgut auf den Rost kommt. Die richtige Grilltemperatur ist erreicht, wenn sich auf der Kohle eine weiße Ascheschicht bildet - was je nach Grill bis zu einer knappen Stunde dauern kann. Das Grillgut lieber bei niedrigen Temperaturen etwas länger grillen. Verkohltes Fleisch schmeckt nicht nur schlecht, es ist auch ungesund.

Wozu sind Grillschalen gut?

Sie sind sicherer, weil vom Grillrost herabtropfendes Fett sich entzünden kann. Sie dienen aber auch der Gesundheit, denn bei der Verbrennung von tierischem Fett, Fleischsaft oder Marinade werden zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gebildet, die als krebserregend gelten. Mit dem aufsteigenden Rauch können die Schadstoffe auf das Fleisch gelangen. Das Garen in Grillschale oder Alufolie reduziert die Schadstoffbelastung.

Bergen Alugrillschalen nicht auch gesundheitliche Risiken?

Aluminiumverbindungen können durchaus ins Grillgut gelangen, andererseits schützen die Grillschalen vor Schadstoffen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält daher den gelegentlichen Gebrauch von Aluschalen beim Grillen für „vertretbar“. Gesalzen und gewürzt werden sollte allerdings erst ganz am Ende. Aluminium steht wegen Wirkungen auf das Nervensystem und auf die Fruchtbarkeit in der Diskussion. Eine Alternative sind Grillschalen aus Edelstahl oder Keramik.

Ist jedes Fleisch geeignet?

Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren wie zum Beispiel Kasseler Koteletts gehören nicht auf den Grill. Sie enthalten Nitritpökelsalz, aus dem bei großer Hitze als krebserregend geltende Nitrosamine entstehen können.

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Warum darf nicht in Innenräumen gegrillt werden?

Beim Verbrennen von Holzkohle bildet sich neben Brandgasen auch Kohlenmonoxid. Die Gase können nicht abziehen, konzentrieren sich immer stärker in der Raumluft und werden von den Betroffenen unbemerkt eingeatmet. Das geschmacks- und geruchlose Kohlenmonoxid kann im schlimmsten Fall zum Tod führen - immer wieder gibt es solche Fälle. Vergiftungsgefahr besteht nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung übrigens auch bei geöffnetem Garagentor.

Was hilft bei Brandverletzungen?

Bei brennender Kleidung die Flammen mit Wasser übergießen, mit einer Decke ersticken oder das Opfer auf dem Boden rollen. Kleinere Verbrennungen können zur Schmerzlinderung sofort unter fließendes lauwarmes Wasser gehalten werden. Das Wasser sollte nicht kühler als 15 bis 20 Grad Celsius sein. Brandblasen sollten keinesfalls aufgestochen werden, weil sonst Infektionen drohen. Auch Hausmittelchen wie Öl, Butter oder Margarine sind absolut tabu, weil sie alles noch schlimmer machen.