Brenz Band auf China-Reise "Es bleiben vor allem Berührungen"

Von Michael Ohnewald 

Paulaner?

Horst Tögel: Wir haben unsere kleine Tournee begonnen mit einem Konzert auf der chinesischen Mauer unweit von Peking und beendet mit einem spontanen Wirtshauskonzert im Paulaner von Shanghai. Da war alles voll mit kleinen singenden Chinesen, die vor riesigen Bierkrügen saßen.

Und was hat die Band gespielt?

Harald Schmid: Drei Chinesen mit dem Kontrabass.

Was bleibt von dieser Reise?

Horst Tögel: Es bleiben vor allem Berührungen. An einem Abend kam eine Chinesin nach dem Konzert zur Übersetzerin, die neben mir stand. Die Konzertbesucherin sagte, sie hätte noch nie solche Emotionen erlebt. Die Chinesin bat mich, sie so stark zu drücken, dass sie es noch spürt, wenn sie nach Hause kommt. Ich hoffe, ich habe der zierlichen Dame nichts gebrochen. Vielleicht kann ich sie ja bald noch mal besuchen und nachsehen, wie es ihr geht.

Plant die Band eine weitere Tour in China?

Horst Tögel: Wir haben bei unserer Konzertreise zwei Behindertengruppen getroffen, mit denen wir als Botschafter der Unesco für die Zukunft einen Austausch planen. Wir werden bei den nächsten Auftritten die Fotos der geistig Behinderten zeigen und Geld für sie sammeln. Darüber hinaus habe ich vor einiger Zeit ein Festival namens "Makel los" gegründet, wie auch das Buch über uns heißt. Dort treten behinderte Gruppen auf. Es fand bereits zwei Mal statt, in Deutschland und in der Schweiz. Jetzt planen wir für 2014 ein solches Festival in China. Ich bin gespannt, ob es klappt.

Und Sie sind wieder dabei, Herr Schmid?

Harald Schmid: Ja, ich will meine friedlichen Gespräche vertiefen.

Die Brenz Band hat im Libanon gespielt, in Frankreich, in Polen, in der Ukraine, in Tschechien und in der Schweiz. Wo rangiert China in der Hitparade der Konzertreisen?

Harald Schmid: China war für mich die schönste Reise, denn ich mag gerne Hochhäuser. Die hat Marco Polo noch nicht gesehen. Aber ich schon. Außerdem mag ich die Chinesen, und die mögen mich.

Horst Tögel: Einmal hat der Harald bei unserer Tournee sogar vor chinesischen Unternehmerfrauen eine Rede gehalten, für die er großen Applaus bekam.

Was haben Sie gesagt, Herr Schmid?

Horst Tögel: Darf ich es erzählen, Harald?

Harald Schmid: Ja.

Horst Tögel: Er hat sich hingestellt, tief Luft geholt und dann in staatstragenden Worten gesagt: "Ladies and Gentleman, wenn Sie aufs Klo möchten, dann bitte zweimal rechts und dann geradeaus. "

Harald Schmid: Das stimmt nicht. Ich habe gesagt: einmal rechts, nicht zweimal.

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