Breuningerland in Sindelfingen Am Goldbach-Quartier wird weiter gefeilt
Im Ausschuss des Sindelfinger Gemeinderats geht es um Änderungen am Goldbach-Quartier, dem Megaprojekt von Breuninger. Nachfragen zum Verkauf des Unternehmens laufen ins Leere.
Im Ausschuss des Sindelfinger Gemeinderats geht es um Änderungen am Goldbach-Quartier, dem Megaprojekt von Breuninger. Nachfragen zum Verkauf des Unternehmens laufen ins Leere.
Im Osten Sindelfingens will das Breuningerland seine Verkaufsflächen erweitern, in direkter Umgebung soll ein neuer Stadtteil entstehen mit Wohnungen, Gewerbeflächen und einem Park mit See. Die Planung des Megaprojekts Goldbach-Quartier macht jetzt einen kleinen nächsten Schritt, wie in der jüngsten Sitzung des Technik- und Umweltausschusses (TUA) in Sindelfingen deutlich wurde.
Deutlich wurde aber auch: Die Sorge, was ein möglicher Breuninger-Verkauf bedeuten könnte, treibt die Räte weiterhin um. Im Sommer 2024 hatte zuerst die Wirtschaftswoche berichtet, dass die Eigentümerfamilie das Unternehmen Breuninger verkaufen wolle. Die Eigentümer hielten sich jedoch mit Aussagen zu einem möglichen Verlauf stets zurück. Nach wie vor ist unklar, was das Unternehmen plant.
Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Entwicklung des Goldbach-Quartiers war es wenig verwunderlich, dass die Ausschussmitglieder gerne Klarheit gehabt hätten. Mehrere Wortmeldungen zielten in Richtung möglicher Verkaufspläne ab. „Seid ihr schon verkauft oder nicht?“, fragte schließlich Andreas Beyer (FDP) rundheraus den anwesenden Projektleiter von Breuninger, Dominik Veltjens. Baubürgermeisterin Corinna Clemens griff ein und meinte: „Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn Breuninger seine Verkaufspläne in einer TUA-Sitzung beantwortet.“ Sie sollte recht behalten.
Doch weshalb war das Goldbach-Quartier überhaupt Thema in der Sitzung? Es ging um kleine Änderungen am Masterplan, den der Gemeinderat im März 2024 beschlossen hatte. „Der große Rahmen hat sich im Wesentlichen nicht verändert “, sagte Michael Paak vom Amt für Stadtentwicklung. Der sieht etwa 600 Wohnungen, darunter auch sozial geförderte, circa 5600 Parkplätze sowie Freizeit- und Gewerbeflächen vor.
Inzwischen liegen aber Gutachten vor, die an einigen Stellen Anpassungen nötig gemacht haben. So rückt etwa die westliche Bebauung aus Schallschutzgründen weiter von der Eschenbrünnlestraße ab und die nördliche Bebauung weiter von der Schwertstraße, um eine mögliche Trasse für die Stadtbahn freizuhalten. Überlegungen, die Stadtbahn von Stuttgart-Vaihingen bis nach Sindelfingen und Böblingen zu verlängern, gibt es schon länger. Paak gab in der Sitzung zu verstehen, dass dem Landkreis inzwischen eine Studie vorliege, die einen positiven, wirtschaftlichen Effekt im Fall einer Verlängerung sieht und die Planungen vertieft werden sollen. Ob sie tatsächlich realisiert wird, bleibt aber noch weiterhin offen.
Von den Stadträten gab es überwiegend Lob für den überarbeiteten Masterplan. Allerdings auch kritische Nachfragen, beispielsweise zur Gebäudehöhe. Im Norden und Süden sind zwei Hochpunkte angedacht. Paak erklärte, dass sie nicht höher werden als das Bitzer-Hochhaus. Einen konkreten Zeitplan zur Realisierung des Goldbach-Quartiers gibt es noch nicht. Paak geht davon aus, dass sich zunächst das Breuningerland erweitert und dann zwei neue Parkhäuser Richtung A81 gebaut werden, damit das alte Parkhaus abgerissen werden kann.
Bis es dazu kommen kann, sind weitere Schritte notwendig. Stimmt der Gemeinderat dem überarbeiteten Masterplan und den Eckpunkten für die Gestaltung des Goldbach-Quartiers zu, erstellt die Stadtverwaltung auf dieser Basis einen Bebauungsplan. Diesen will sie voraussichtlich im zweiten Halbjahr den Gremien vorstellen.