Brexit Die Wirtschaft fürchtet sich zurecht

Von Klaus Dieter Oehler 

Die Fakten für den Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union müssen endlich auf den Tisch, es geht auch um tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland.

Noch können deutsche Autos ohne Probleme nach Großbritannien verkauft werden, wie lange noch? Foto: dpa
Noch können deutsche Autos ohne Probleme nach Großbritannien verkauft werden, wie lange noch? Foto: dpa

Frankfurt - Die Verwirrung wird immer größer. Eine britische Psychoanalytikerin sprach am Wochenende von einer „Brexit-Erschöpfung“, niemand wisse so richtig, was vor sich geht. Die Analyse ist zutreffend, hilft aber nicht weiter. Wie sollen sich unter diesen Umständen Unternehmen auf das vorbereiten, was in knapp sieben Wochen Realität sein könnte? Großbritannien ist immerhin der drittgrößte Exportmarkt für die deutsche Wirtschaft.

Solange es keine Vereinbarungen über die Umstände des Austritts der Briten gibt, kann es keine verlässlichen Aussagen über die Auswirkungen geben. Dennoch ist klar, dass die deutsche Wirtschaft innerhalb der EU besonders betroffen sein wird. Auf 100 000 bedrohte Arbeitsplätze kommt eine Studie von Wissenschaftlern aus ­Halle, besonders die Automobilindustrie könnte unter neuen Zöllen leiden. Auf der anderen Seite hält sich immer noch die Hoffnung, dass durch den Brexit auch Zigtausende neue Arbeitsplätze in der Finanzindustrie entstehen könnten. Sicher ist beides nicht; sicher ist nur, dass der Austritt der Briten aus der EU erst einmal viel Unruhe und dann viel Neuordnung bringen wird. BMW etwa, in der Studie als ein Verlierer genannt, könnte Arbeit von der Insel aufs Festland verlagern. Das würde Jobs in Deutschland schaffen, und die Briten wären die Verlierer.