Nur keine Katholiken! Und Mädchen bloß im Notfall. Die britische Thronfolge ist strikt geregelt - seit über 300 Jahren.
London - Wer auf Königin Elizabeth II. folgt, wenn einmal ihre Zeit auf Erden abgelaufen ist, darüber herrscht in England kein Zweifel - ihr Erstgeborener, der Prinz von Wales, Prinz Charles, natürlich. Und auch die Nummer zwei der Thronfolge steht schon seit über einem Vierteljahrhundert fest. Diese Rolle fällt Charles Ältestem, dem Prinzen William, zu, der am Freitag mit Catherine Middleton die Ehe eingeht.
Was aber dann? Wer folgt auf Will? Das erste Kind aus der Verbindung Kates und Williams? Nicht unbedingt. Das Ganze ist komplizierter. Wäre das erste Kind ein Junge, wäre die Sache geritzt. Ist es aber ein Mädchen, hieße es erst mal abwarten, Tee trinken und sehen, was weiter passiert. Ein jüngerer Bruder nämlich hätte Vorrang vor der älteren Schwester. Nur wenn gar kein Bruder verfügbar ist, wie es 1952 bei den beiden Schwestern Elizabeth und Margaret der Fall war, rückt das älteste Mädchen nach. Königinnen sind traditionell eben nur Notlösungen im Vereinigten Königreich. Aber das soll nicht länger so bleiben.
London dämpft die Erwartungen auf schnelle Reformen
Die Londoner Regierungskoalition erwägt eine Gesetzesänderung, die Frauen gleiches Recht bei Hofe einräumen soll. Vor allem Vizepremier Nick Clegg von den Liberaldemokraten sieht sich als Modernisierer und Verfassungsreformer in der Pflicht. Verantwortlich für diesen Bereich der Regierungspolitik, hat Clegg jüngst die Nation wissen lassen, dass die alten Regeln "ein bisschen altmodisch" anmuteten und er sie gern ändern würde. Die Regierung berate eine solche Änderung mit den anderen 15 Commonwealth-Staaten, deren Staatsoberhaupt die britische Monarchin ebenfalls ist. Die müssen zustimmen, und ihre eigenen Gesetze ändern.
Vor allem Australien könnte da Probleme bereiten. Nicht weil sich die Regierung gegen Gleichberechtigung stemmen würde, sondern weil eine neue Monarchie-Debatte bei den Aussies die Krone dort erneut ins Wackeln bringen könnte. Eben deshalb hat Londons konservativer Regierungschef David Cameron Erwartungen auf schnelle Reformen gedämpft. In der Praxis sei so etwas "nicht ganz so einfach" zu bewerkstelligen.