Brot lagern Brot aufbewahren - 12 Tipps, um Brot frisch zu halten

Von Matthias Kemter 

Ob aus dem Ofen vom Bäcker oder selbst gebacken, frisches Brot ist einfach lecker. Leider hält der Geschmack meist nicht lange an. Damit aus frisch nicht altbacken wird, zeigen wir Ihnen 12 Tipps und Tricks, wie Sie Ihr Brot richtig aufbewahren und lagern.

Brotkasten, Kühlschrank oder Stoffbeutel? Wir geben Ihnen 12 Tipps, wie Sie Brot richtig lagern und aufbewahren. Foto: Photo-nuke | Shutterstock.com
Brotkasten, Kühlschrank oder Stoffbeutel? Wir geben Ihnen 12 Tipps, wie Sie Brot richtig lagern und aufbewahren. Foto: Photo-nuke | Shutterstock.com

Inhalt:

Brot verliert leider besonders schnell die Frische und bei falscher Lagerung geschieht das meist schon nach einem oder spätestens zwei Tagen. Wenn Sie allerdings auf ein paar Dinge bei der Aufbewahrung von Brot achten, wird es Ihnen deutlich leichter fallen, Ihr Brot frisch zu halten.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Temperatur: Die ideale Temperatur zur Aufbewahrung von Brot liegt bei 12 bis 18 Grad, also knapp unter der Zimmertemperatur. Ist es zu kalt, gibt die Stärke schneller Wasser ab (Retrogradation) und das Brot wird schneller trocken. Ist es zu warm, ist meist auch die Luftfeuchtigkeit erhöht und das Brot schimmelt eher.

Luftfeuchtigkeit: Brot sollte generell nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht gelagert werden, da es sonst schneller austrocknet oder bei zu hoher Luftfeuchtigkeit schimmelt. Brot mag allgemein atmungsaktive Verpackungen.

12 Tipps, um Brot richtig aufzubewahren

Beim Aufbewahren von Brot können Sie im Alltag auf die folgenden Dinge achten, damit es lange frisch bleibt:

#01 - Brot nicht zu lange in Papiertüten lagern

Papiertüten vom Bäcker bieten zwar für die erste Zeit eine gute Möglichkeit, um Brot aufzubewahren, da das Papier Feuchtigkeit aufnimmt und gleichzeitig das Brot nicht austrocknen lässt, für mehrere Tage ist es dem Brot in der Papiertüte allerdings doch zu trocken. Die Krume, das Innere vom Brot, trocknet schneller aus und die knusprige Kruste wird zäh.

#02 - Plastikverpackungen vermeiden

Plastikverpackungen bieten dem Brot keine Möglichkeit zu atmen. Dadurch erhöht sich die Luftfeuchtigkeit und es entsteht eine feuchtwarme und luftdichte Hülle, was eine ideale Brutstätte für Bakterien und Pilze ist. Außerdem wird das Brot so schneller altbacken. Feuchtigkeit wandert von der Krume zur Kruste, wodurch diese ihre Rösche (Knusprigkeit) verliert.

#03 - Brot nicht geschnitten kaufen

Das Brot bereits geschnitten zu kaufen ist zwar praktisch, allerdings trocknet es durch die größere Oberfläche auch schneller aus. Dadurch muss geschnittenes Brot zur Lagerung luftdichter aufbewahrt werden als ungeschnittenes Brot, wenn es nicht am selben Tag gegessen wird. So wird es bei der Lagerung allerdings auch schneller altbacken und die Gefahr von Schimmel steigt.

#04 - Der Brotkasten

Im Allgemeinen ist der Brotkasten sehr gut dafür geeignet, um Brot zu lagern. Allerdings sollte dieser atmungsaktiv sein, damit überschüssige Luftfeuchtigkeit entweichen kann. Am besten eignen sich Brotkästen aus einem atmungsaktiven Material, wie zum Beispiel Holz oder Ton. Plastik beeinträchtigt nicht selten den Geschmack. Brotkästen aus Edelstahl und Blech sind zwar geschmacksneutral, benötigen allerdings eine gute Belüftung. Ein Tuch im Brotkasten hilft für ein besseres Klima. Dieses sollte allerdings wöchentlich gewechselt werden.

#05 - Aus der Originalverpackung nehmen

Ob Plastik oder Papier, wenn das Brot zuhause ist, sollten Sie es zeitnah aus der Verpackung nehmen und anschließend im Brotkasten aufbewahren, da sich die Originalverpackungen aus Papier und Plastik allgemein nicht zur längeren Lagerung eignen.

#06 - Kühlschrank

Fast jeder sechste Deutsche bewahrt sein Brot im Kühlschrank auf. Ideal ist das für das Brot allerdings nicht. Die kühlen Temperaturen beschleunigen die Retrogradation, was dazu führt, dass die im Mehl gebundene Stärke bis zu 3 Mal schneller (entspricht etwa 7 Grad) Feuchtigkeit an die Umgebung abgibt als bei der optimalen Temperatur von etwa 12 bis 18 Grad. Dadurch trocknet das Brot bei kühlen Temperaturen schneller aus und wird pappig. Der Kühlschrank eignet sich nur, wenn sonst eine erhöhte Schimmelgefahr droht, wie zum Beispiel bei bereits geschnittenem Brot, das luftdicht verpackt werden muss oder wenn im Sommer (zum Beispiel in Dachgeschosswohnungen) hohe Temperaturen herrschen.

#07 - Brottopf aus Ton oder Römertopf

Auch Tontöpfe eignen sich gut zur Aufbewahrung von Brot. Das Material nimmt Feuchtigkeit auf und leitet sie nach außen. Spezielle Brottöpfe aus Ton sind, wie Römertöpfe auch, innen glasiert und haben einen unglasierten Deckel, so sorgt der Deckel für den Luftaustausch und der Topf kann einfach gereinigt werden.

#08 - Der richtige Platz

Auch der richtige Platz ist entscheidend für die Haltbarkeit von Brot. Der Brotkasten sollte idealerweise an einem schattigen Platz in der Wohnung stehen. Meist eignen sich die Vorratskammer oder ein geräumiger Küchenschrank gut als Platz für den Brotkasten, da hier die Temperatur meist leicht unter der Zimmertemperatur ist.

#09 - Ein sauberer Lagerort

Auch die Hygiene ist entscheidend bei der Aufbewahrung von Brot. Pilz- und Schimmelsporen sind unsichtbar. Werden die Oberflächen des Lagerortes selten oder nur oberflächlich gereinigt, steigt die Gefahr der Schimmelbildung. Wenn Sie einen Brotkasten verwenden, sollten Sie diesen wöchentlich mit einer Mischung aus Wasser und Essig kurz auswischen. Hat ein Brot an einem Ort bereits geschimmelt, sollten Sie das Brot wegwerfen und den Lagerort direkt reinigen, bevor Sie neues Brot lagern.

#10 - Brot einfrieren

Brot kann auch sehr gut eingefroren werden und lässt sich dadurch sogar mehrere Monate aufbewahren. Damit die Frische erhalten bleibt, sollten Sie es so früh wie möglich einfrieren. Besonders praktisch ist es, wenn Sie das Brot direkt vor dem Einfrieren in Scheiben schneiden. So können Sie bei Bedarf auch einzelne Portionen schneller auftauen.

Verpacken Sie das Brot zum Einfrieren am besten luftdicht in einem Gefrierbeutel und drücken Sie anschließend die restliche Luft heraus. Auftauen sollten Sie das Brot am besten bei Zimmertemperatur. Einzelne Scheiben können Sie auch direkt im Toaster auftauen. Das Auftauen von Brötchen gelingt sehr gut im Ofen. Für eine knusprige Rösch und eine weiche Krume sollten Sie die gefrorenen Brötchen vorher mit etwas Wasser nass machen. Backwaren sollten allgemein nur einmal eingefroren werden.

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#11 - Auf die Haltbarkeit achten (Brotsorten)

Manche Brotsorten halten sich länger als andere. Wenn Sie beim Einkauf bereits auf die richtige Sorte achten, können Sie Brot länger aufbewahren. Weizenbrot hält sich in der Regel nur wenige Tage. Mischbrote hingegen können bis zu vier Tage aufbewahrt werden. Roggenbrote lassen sich etwa eine Woche lagern und Schrot- und Vollkornbrote sind bei guter Lagerung sogar etwa 9 Tage haltbar.

#12 - Auf die Kante stellen

Die Kruste schützt die Krume, das Innere des Brotes, am besten vor dem Austrocknen. Wenn Sie angeschnittenes Brot auf die Schnittkante stellen, kann die Kruste das Innere besser vor dem Austrocknen schützen.

Was tun, wenn das Brot schimmelt?

Wenn das Brot schimmelt, sollte das komplette Brot entsorgt werden, da sich die unsichtbaren Sporen durch das ganze Brot ziehen. Brotkasten oder Brottopf sollten anschließend direkt mit einer Mischung aus Wasser und Essig gereinigt werden, da sich auch weitere Sporen im Brotkasten befinden und neues, frisches Brot deutlich schneller schimmeln lassen.

Altes Brot verwerten

Auch wenn man auf eine korrekte Lagerung von Brot achtet, angemessene Mengen einkauft und überschüssiges Brot zeitnah einfriert, läuft nicht immer alles nach Plan und es bleibt etwas übrig. Für altbackenes Brot, das nicht schimmelt, gibt es aber noch Möglichkeiten zur Verwendung. Leicht trockene Weizen- und Mischbrote lassen sich gut aufbacken, wenn Sie mit etwas Wasser nass gemacht werden. Die neue Frische aus dem Ofen ist zwar von eher kurzer Zeit, da die gealterte Stärke Feuchtigkeit schlechter binden kann, aber direkt vor dem Abendessen kann so wieder weiches Brot mit knuspriger Kruste serviert werden.

Wenn das Brot sehr trocken sein sollte, lässt es sich zwar nicht mehr aufbacken, aber dennoch gut in Rezepten verwenden. Ob in Semmelknödeln, zum Panieren von Schnitzel, in Frikadellen, dem Hackbraten oder als Croutons für den Salat, für trockenes Brot gibt es noch einige Möglichkeiten zur Verwendung in der Küche.

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