Bruchlandung auf dem Mond Nasa veröffentlicht Aufnahmen von indischem Mond-Modul

Von /dpa 

Indien wollte erstmals in der Geschichte des Landes eine Raumsonde auf dem Mond landen. Doch das Landemodul „Vikram“ ist beim Aufsetzen auf dem Erdtrabanten, wie Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigen.

Die Nasa  veröffentlichte auf ihrer Homepage ein Satellitenbild, auf dem die Absturzstelle und die kilometerweit verstreuten Trümmerteile von „Vikram“ zu sehen sind. Foto: Nasa//Goddard/Arizona State University 5 Bilder
Die Nasa veröffentlichte auf ihrer Homepage ein Satellitenbild, auf dem die Absturzstelle und die kilometerweit verstreuten Trümmerteile von „Vikram“ zu sehen sind. Foto: Nasa//Goddard/Arizona State University

New York - Drei Monate nach der missglückten indischen Mondmission hat die US-Weltraumbehörde Nasa die Überreste des Landemoduls „Vikram“ auf dem Erdtrabanten gefunden. Der Lander der „Chandrayaan-2“-Mission ist demnach auf der Mondoberfläche zerschellt. Am Montag (Ortszeit) veröffentlichte Aufnahmen der Nasa sollen die Verteilung der Trümmer über mehrere Kilometer zeigen.

„15 Minuten des Terrors“

Die indische Raumfahrtbehörde Isro hatte nur Minuten vor der vorgesehenen Landung Anfang September die Verbindung zu dem Landemodul „Vikram“ verloren, danach blieb sein Schicksal zunächst ungewiss. Der Lander war Teil der unbemannten, 142 Millionen Dollar (etwa 128 Millionen Euro) teuren „Chandrayaan-2“-Mission. Ziel war es unter anderem, die Oberfläche der Südpol-Region des Himmelskörpers zu kartieren, den Boden zu analysieren und Wasser zu suchen.

Schon vor der geplanten Landung hatte die Isro eingeräumt, eine sanfte Landung auf dem Erdtrabanten sei ein äußerst komplexes Manöver. Behördenchef Kailasavadivoo Sivan sprach von „15 Minuten des Terrors“.

Bislang gelang nur den USA, der Sowjetunion und China eine kontrollierte Landung auf dem Mond. Im Frühjahr war eine israelische Sonde beim Landeversuch auf dem Mond nach einem technischen Fehler abgestürzt.

Auch israelische Sonde „Beresheet“ zerschellt

„Chandrayaan“ bedeutet auf Sanskrit „Mondfahrzeug“. Ziel der 142 Millionen Dollar (rund 126 Millionen Euro) teuren Mission war es, die Oberfläche der Südpol-Region zu kartieren, den Boden zu analysieren und Wasser zu suchen.

In der Region war Anfang 2019 schon die chinesische Sonde Chang’e 4 gelandet. Die israelische Sonde „Beresheet“ war dagegen im April nach einem technischen Fehler bei der Landung auf dem Erdtrabanten zerschellt.

Lesen sie hier: Kontakt zu „Beresheet“ abgebrochen – Israelische Mondlandung geht schief

Es war die zweite Mission des südasiatischen Landes zum Mond. Die erste Mondsonde „Chandrayaan-1“ war 2008 gestartet und hatte den Mond umkreist, ohne auf ihm zu landen.