Brücke in Grafenau Zur Sicherheit für den Autoverkehr weiter gesperrt

Die denkmalgeschützte Würmbrücke soll umfassend saniert werden. Foto: Holger Schmidt

Der Gemeinderat Grafenau stimmt für die Sanierung der Würmbrücke bei der Wiesengrundhalle. Die Kosten liegen bei 422 500 Euro.

Mit nur einer Gegenstimme beschloss der Grafenauer Gemeinderat am Mittwochabend die weiteren Planungen für die Sanierung der Würmbrücke an der Wiesengrundhalle. Die Brücke, genutzt vor allem von Fußgängern und Radfahrern, ist nicht einsturzgefährdet, aber sie muss dringend saniert werden, stellten Experten bei einer Prüfung bereits im Mai 2024 fest. Im besten Fall könnten die Arbeiten im Sommer beginnen und noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für den Autoverkehr bleibt die Brücke allerdings auch zukünftig gesperrt, so die dringende Empfehlung des beauftragten Ingenieurbüros Grau Wurst.Wisotzki.GbR, das die Gemeinde Grafenau bereits bei der Untersuchung und Sanierung der denkmalgeschützten Schlossmauer in Dätzingen begleitet hat.

 

Ersatzbrücke für Lkw würmaufwärts

Genau darüber entzündete sich eine kurze Diskussion im Gremium. Die Zufahrt für Lastwagen zum Festplatz brachte FWG-Rat Mathias Wolff ins Spiel. Für die Baumaßnahmen zur Renaturierung der Würm wären solche schließlich auch darüber gefahren. Genau deswegen seien ihrer Meinung nach weitere Schäden am Bauwerk entstanden, erklärte Ingenieurin Franziska Wisotzki. „Die Brücke kann nicht ertüchtigt werden“, stellte sie zusammen mit Bürgermeister Martin Thüringer klar. Außerdem sei genau deswegen mit der neuen Brücke würmaufwärts an der Stegmühle ein „anderer Weg für schwere Brummer“ geschaffen worden.

Völlige Einigkeit herrschte dagegen am maroden Zustand der denkmalgeschützten doppelten Bogenbrücke. Von vielen kaputten Einzelsteinen berichtete Franziska Wisotzki, Mauerschäden gebe es am gesamten Bauwerk und aufgelöste Fugen aufgrund früherer Ausbesserungen mit falschem Mörtel. Der Bewuchs schade den Natursteinen, die deshalb vielfach Risse aufwiesen und ganze Steine seien ausgebrochen und gerade durch die jüngsten Belastungen heruntergefallen.„Da sich das Mauerwerk teilweise unter der Wasseroberfläche befindet, ist eine aufwendige Wasserhaltung für die Sanierung notwendig“, so die Fachfrau. Weshalb auch die avisierten hohen Kosten von rund 422 500 Euro von niemandem in Frage gestellt wurden.

Zuschüsse sind noch zu klären

„Zuschüsse sind noch zu klären“, ergänzte Martin Thüringer und zudem die wasserrechtliche Erlaubnis vor Beginn der Arbeiten einzuholen. Werde jetzt noch im Januar die Genehmigung eingereicht, könne im Sommer mit den Arbeiten begonnen und bis Dezember mit der Fertigstellung gerechnet werden.

„Wir können nicht unter fünf Grad plus arbeiten“, nannte Franziska Wisotzki einen Grund für ihre ambitionierte Zeitschiene. „Wir müssen uns noch mit dem Naturschutz abstimmen“, ist der Grafenauer Schultes nicht ganz so optimistisch. Und auch über das genaue Alter des als Kulturdenkmal eingetragen Brückenbauwerks war sich die Runde nicht völlig im Klaren. „Um 1800“ schätzte einer. „Mindestens 200 Jahre alt“, ist sich auch Bürgermeister Martin Thüringer sicher.

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