Dieter-Roser-Brücke Als erste der fünf großen Neckarbrücken wurde die Dieter-Roser-Brücke im Jahr 2015 umfassend instandgesetzt – was direkt Ärger machte. Denn als die Querung, die bis dato täglich von rund 13 500 Fahrzeugen genutzt worden war, wegen der Arbeiten gesperrt wurde, kam es zu kilometerlangen Staus und einem Verkehrskollaps im Gewerbegebiet Neckarwiesen, aus dem der Verkehr nicht mehr richtig abfließen konnte. Die Sanierung kostete mit 2,7 Millionen Euro über eine halbe Million Euro mehr als geplant und dauerte rund vier Monate – im Vergleich zu dem, was folgen sollte, war das allerdings noch überschaubar.
Arbeiten an Augustinerbrücke dauern acht Jahre
Augustinerbrücke Ganze acht Jahre hat die Sanierung der Augustinerbrücke samt Vorarbeiten gedauert. Die Initialzündung der umfassenden Erneuerung war die alarmierende Erkenntnis im Jahr 2011, dass die Tiefgaragendecke unter der Brücke einsturzgefährdet war. So wurde zunächst die Tiefgarage abgestützt und dann saniert. Ab 2016 hat man dann die Brücke, die als Teil des Altstadtrings oftmals gar nicht als solche wahrgenommen wird, instandgesetzt und gleichzeitig modernisiert. Rund 16 Millionen Euro haben die Arbeiten gekostet, die im Jahr 2019 abgeschlossen wurden.
Vogelsangbrücke Mit der Sanierung der stark frequentierten Vogelsangbrücke packte die Stadt im Jahr 2019 ein höchst komplexes Vorhaben an. Die Autofahrer mussten sich rund 21 Monate lang immer wieder auf neue Wegeführungen rund um die Brücke einstellen – und durchaus auch mal auf längere Wartezeiten. Denn das Haupteinfallstor zur Innenstadt wurde im laufenden Betrieb in verschiedenen Bauabschnitten und mit mehrfach wechselnden Teilsperrungen erneuert. Rund 19 Millionen Euro kostete die Instandsetzung der Neckarquerung, die täglich von rund 40 000 Fahrzeugen genutzt wird – sechs Millionen Euro davon übernahm das Land.
Mettinger Brücke Mit einer Sanierung war es bei der früheren Hanns-Martin-Schleyer-Brücke zwischen den Esslinger Stadtteilen Mettingen sowie Brühl und Weil nicht getan. Die höchst marode Neckarquerung musste abgerissen und neu gebaut werden. Dafür wurde das Bauwerk von Anfang 2021 bis September 2023 gesperrt. Rund 27 Millionen Euro kostete das Mammutprojekt, das mit knapp 13 Millionen Euro vom Land bezuschusst wurde. Kurz vor Ende der Bauarbeiten war im Esslinger Gemeinderat eine Diskussion über den künftigen Namen der Brücke entbrannt. Weil eine Mehrheit im Gremium befand, dass Schleyer wegen seiner Rolle in der NS-Zeit aus heutiger Sicht kein passender Namensgeber mehr sei, wurde das Bauwerk in Mettinger Brücke umbenannt.
Neue Brücke über Rossneckar, neuer Steg zur Neckarinsel
Pulverwiesenbrücke Für viele kam die Nachricht, dass die Pulverwiesenbrücke einsturzgefährdet sei, im Jahr 2019 völlig überraschend. Um den einzigen Zugangsweg zum Landratsamt weiter passierbar zu halten, wurde ein Behelfssteg über die marode Brücke gelegt. Während der Arbeiten am Ersatzneubau konnte der Verkehr weiter über die Behelfsbrücke rollen, die dafür in Richtung Wasserhaus versetzt worden war. Im Frühjahr 2022 wurde die für 2,6 Millionen Euro neu gebaute Pulverwiesenbrücke eröffnet. Zeitweise parallel war auch die Rad- und Fußgängerbrücke über den Rossneckar neu gebaut und im August 2021 wieder eröffnet worden. Kurz nach der Pulverwiesenbrücke wurde der Holzsteg zur Neckarinsel in Oberesslingen erneuert. Das dauerte fünf Monate und kostete 1,6 Millionen Euro.
Brückenbauten in Planung
Erneuerungen
Drei der fünf großen Neckarbrücken wurden bereits erneuert, als nächste steht die Pliensaubrücke an. Der Abschnitt über dem Neckar soll neu gebaut werden. Der Ersatzneubau kann voraussichtlich bis 2027 fertiggestellt werden, die Kosten werden auf rund 12,6 Millionen Euro geschätzt. Mit der Erneuerung der Adenauerbrücke steht anschließend ein weiteres Mammutprojekt ins Haus: Im Rathaus rechnet man mit einem dreistelligen Millionenbetrag, um die Brücke zu sanieren oder aber neu zu bauen.
Brücken
Laut Stadtverwaltung gibt es in Esslingen rund 90 Brücken, die kontinuierlich instand gehalten werden müssen. In den vergangenen fünf Jahren beliefen sich die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben dafür auf 12,54 Millionen Euro.