Buchautorin aus Sindelfingen Bei Allergien, Asthma, Neurodermitis und Co. gibt es sehr wohl Lösungen

Katja Trippel ist unter anderem Expertin für Umweltthemen und Städtebau. Foto: Judita Kuniskyte

Die in Sindelfingen aufgewachsene Wissenschaftsjournalistin Katja Trippel hat ein Buch geschrieben, das Hoffnung bei Neurodermitis, Allergien und Asthma macht.

Neurodermitis ist ein Krankheitsbild, das nach aktuellem Wissensstand als nicht heilbar gilt. Für viele Menschen ist die Hautkrankheit mit einem langen Leidensweg verbunden, da die Symptome in vielen Fällen nur schwer mit Medikamenten in den Griff zu kriegen sind. „Mittlerweile gibt es beim Verständnis und der Therapie von Neurodermitis und Allergien allerdings eine Zeitwende“, sagt Katja Trippel. Die in Sindelfingen aufgewachsene Wissenschaftsjournalistin hat vor kurzem gemeinsam mit der Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann ein Buch veröffentlicht, das die neusten Therapien und wissenschaftlichen Erkenntnisse für häufige Erkrankungen wie Allergien, Asthma, Neurodermitis und Co. vorstellt.

 

In dem Buch „Die Medizin der Zukunft – Heilen in einer veränderten Welt“ lädt Claudia Traidl-Hoffmann die Leser zu einer Art kleinen Sprechstunde ein und berichtet von ihren Erfahrungen mit neuen Behandlungsmethoden aus der Umweltmedizin. Katja Trippel unterfüttert diese Erzählungen mit ihren eigenen Recherchen zum Thema Umweltpolitik.

Heute lebt die Wissenschaftsjournalistin in Frankreich

Denn obwohl Katja Trippel selbst nicht Medizin studiert hat – mit Umweltthemen kennt sie sich aus. Nach ihrem Abitur am Goldberg-Gymnasium studierte die heute 53-Jährige Geographie mit Schwerpunkt Stadtentwicklung und arbeitete in den 1990er Jahren als Stadtplanerin in Potsdam. „Damals habe ich festgestellt, dass die Lokalpresse recht unkritisch alles mitgenommen hat, was man ihr erzählt hat“, erzählt Katja Trippel, die heute in Frankreich lebt.

Da ihr durch Praktika auch der Journalismus nicht fremd war, entschied sich Katja Trippel dazu, zusätzlich ein Journalismus-Studium zu absolvieren. Das Wissen aus beiden Studiumswelten führte sie unter anderem zu einer Anstellung als Redakteurin bei dem Wissenschaftsmagazin GEO. Dort verantwortete die Journalistin jahrelang unter anderem die TV-Aktivitäten und reiste für ihre Recherchen um die Welt. Später übernahm Katja Trippel zusätzlich die Programmleitung fürs Innsbruck Nature Filmfestival, eines der wichtigsten internationalen Umwelt- und Filmfestivals Europas.

„Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass es für manche Krankheiten sehr wohl Lösungen gibt.“

Katja Trippel, Buchautorin

Durch all diese Stationen hat sich die heute freiberufliche Journalistin ein großes Wissen zu umweltpolitischen Themen angeeignet. „Ich hatte das Glück, dass ich mit vielen Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammengearbeitet habe, von denen ich einiges lernen durfte“, sagt sie.

Buchautorin und Umweltmedizinerin ziehen an einem Strang

Auch von ihrer Kollegin Claudia Traidl-Hoffmann habe sie bei ihrem gemeinsamen Buchprojekt viel gelernt. Zum Beispiel, dass im Bereich Neurodermitis viele Hautärzte gar nicht auf dem neusten wissenschaftlichen Erkenntnisstand sind. Und somit auch vielen Patienten gar nicht klar ist, dass ihnen durchaus geholfen werden könnte. „Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass es für manche Krankheiten sehr wohl Lösungen gibt“, sagt Katja Trippel. „Und zwar echte wissenschaftliche Lösungen, die nichts mit Zauberei zu tun haben.“

Für Katja Trippel und Claudia Traidl-Hoffmann ist dieses Buchprojekt übrigens nicht die erste Zusammenarbeit. Gemeinsam veröffentlichten sie bereits 2021 über den Duden-Verlag ein wissenschaftliches Werk namens „Überhitzt“. „Ich wurde damals vom Verlag angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buch über das Thema Klimawandel und Gesundheit zu schreiben“, erinnert sich Trippel. „Dafür wollte ich aber mit jemandem vom Fach zusammenarbeiten, der sich medizinisch richtig gut auskennt und alles, was ich recherchiere, nochmal gegencheckt.“

Lärm und Luftverschmutzung gelten als Risikofaktoren

Bei ihren Recherchen stieß sie schließlich auf Claudia Traidl-Hofmann, die als eine der renommiertesten Umweltmedizinerinnen Deutschlands gilt. Durch Katja Trippels Anfrage entstand im Laufe der Zeit nicht nur das Buch, sondern auch eine Freundschaft.

Bei „Medizin der Zukunft“ war die Herangehensweise nun umgekehrt. Hier war es Claudia Traidl-Hoffmann, die vom Rowohlt-Verlag gebeten wurde, ein Buch über ihr Spezialgebiet zu schreiben und ihrerseits Unterstützung bei Katja Trippel suchte.

In ihrem Buch gehen Katja Trippel und Claudia Traidl-Hoffmann nämlich nicht nur auf die neusten Medikamente ein, sondern auch auf die Ursachen für viele gängige Volkskrankheiten. Und hier kommt Katja Trippels Expertise im Bereich Umwelt und Städtebau ins Spiel. Ein echter Trigger für Demenz, Herz-Kreislauf-Störungen und Asthma können nämlich Luftverschmutzung und Lärm sein. „Es ist erwiesen, dass Kinder, die Lärm und Luftverschmutzung ausgesetzt sind, ein höheres Risiko für Asthma und Lernverzögerungen haben“, hebt Katja Trippel hervor. Die Journalistin appelliert schon seit Jahren an die großen Städte, ihre Straßenverkehrskonzepte zu überdenken und die Gesundheit über den damit verbundenen Aufwand zu stellen. „Wenn man an den richtigen Schräubchen dreht, könnte das nicht nur Leid verhindern, sondern allen eine bessere Lebensqualität bieten“, sagt sie.

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