Zadie Smith erzählt die Geschichte eines dicken Scharlatans, dem wider alle Evidenz die Massen huldigen. Sie spielt nicht in den heutigen USA, sondern im viktorianischen England. Hier wird gelogen, dass sich die Balken biegen, aber alles ist wahr.

Kultur: Stefan Kister (kir)

Die Romane der britischen Autorin Zadie Smith spielen im Hier und Jetzt und beben vor multikultureller Gegenwärtigkeit. Von London aus, wo sie als Kind eines englischen Vaters und einer aus Jamaika stammenden Mutter aufwuchs, hat sie einen quirligen Lebensraum vermessen, der sich zwischen Pommesbuden, indischen Restaurants und Halal-Fleischereien öffnet. So war das, seit die damals 25-Jährige 2001 mit ihrem Debüt „Zähne zeigen“ einen rasanten Durchbruch erlebte. Was aber bebt, wenn sie sich nun mit ihrem neuen Roman „Betrug“, gut zwei Jahrzehnte später, erstmals dem historischen Fach zuwendet?