Spannung Vize-Büchereileiterin Katrin Hellerich hat sich für Lilja Sigurðardóttirs Reykjavík-Krimi „Der Käfig“ (DuMont-Verlag, 10 Euro) entschieden, nachdem sie die Vorgänger-Bände „Die Schlinge“ und „Das Netz“ mit Begeisterung gelesen hat. Zum Finale der Trilogie will Protagonistin Sonja ein neues Leben beginnen. Doch ihre Vergangenheit lässt sie nicht los, und sie muss zurück nach Island, um mit ihren alten Gegnern abzurechnen. Auch ihre Ex-Freundin Agla kann ihr früheres Leben nicht abschütteln. Bald schweben beide in höchster Gefahr. „Finanzmanipulationen, Drogenhandel und familiäre Probleme – hier kommt alles zusammen“, verrät Katrin Hellerich. „Der dritte Band der Trilogie lässt sich separat lesen. Noch reizvoller ist es, mit den ersten beiden Bänden zu beginnen. Die Geschichte ist vielschichtig und spannend, sie wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, nach und nach laufen die Fäden zusammen. Und man sieht, wie Menschen in miese Machenschaften verstrickt werden können.“
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Wegweisende Pläne für einen Wohlfühlort
Erkenntnis Die Geschichte der Medizin liest sich in manchen Kapiteln so spannend wie ein Krimi – besonders in den Jahren 1840 bis 1914, die Ronald D. Gerste in seinem Buch „Die Heilung der Welt“ (Klett-Cotta-Verlag, 24 Euro) beschreibt. Damals gab es bahnbrechende Entdeckungen im Kampf gegen Seuchen, Schmerz und Tod. Der Autor lädt ein zu einer faszinierenden Reise in eine atemberaubende Epoche, in der Ärzte wie Rudolf Virchow, Robert Koch und Ignaz Semmelweis beeindruckende Fortschritte erzielten, die bis heute wirken. Und in der die Menschheit ebenfalls mit einer Pandemie kämpfte. „Ein spannendes Buch, das in journalistischem Stil geschrieben ist und das man auch häppchenweise lesen kann“, empfiehlt Katrin Hellerich. „Das ist die ideale Lektüre für Leser, die von Fernsehserien wie ‚Charité’ oder ‚Call the Midwife’ begeistert sind.“
Geheimnis John Boyne zählt zu den renommiertesten irischen Autoren der Gegenwart. Bibliothekar Wolfgang Bölli mag besonders „Die Geschichte eines Lügners“ (Piper-Verlag, 24 Euro): Maurice Swift könnte die besten Bücher schreiben, doch ihm fehlen die Geschichten. Als er sein Idol Erich Ackermann trifft, gelingt es Swift, die Gunst des preisgekrönten Autors zu gewinnen. Ackermann nimmt Swift mit auf eine Lesereise und vertraut ihm privateste Geheimnisse an. Und der nutzt sein intimes Wissen und hat endlich eine Story. Während Ackermann ruiniert ist, sucht Swift bereits die nächste Geschichte, aus der er Kapital schlagen kann. Bölli fühlte sich bei der Lektüre an den „talentierten Mr. Ripley“ erinnert: „Die Geschichte ist spannend und supergut erzählt. Und sie lässt ahnen, dass Erfahrungen aus dem Literaturbetrieb eingeflossen sind.“
Alltagsphilosophie „In einer Zeit, in der alle gleichzeitig reden und Meinungen schnell zu Tatsachen erhoben werden, ist echter Austausch zwischen Menschen oft schwer zu finden“, hat Wolfgang Bölli festgestellt. „Zuzuhören fällt vielen schwer. Sie verwenden kaum Zeit darauf, Fragen zu stellen. Etwas nicht zu wissen, scheint oftmals keine Option zu sein.“ Weil Bölli überzeugt ist, dass fehlende Kommunikation zusätzliche Probleme schafft, empfiehlt er das Buch „Sokrates in Sneakern“ (Kösel-Verlag, 18 Euro), in dem die Autorin Elke Wiss „von der Kunst, gute Gespräche zu führen“ erzählt. „In ihrem internationalen Bestseller ermutigt uns die praktische Philosophin, unsere kommunikativen Fähigkeiten weiterzuentwickeln“, verrät Wolfgang Bölli. „Mithilfe der alten Philosophen sowie vieler Alltagsbeispiele, Tipps und Tricks lernen wir, mit Offenheit und Neugier zu leben und Fragen zu stellen, die überraschen und zum Nachdenken anregen. So können wir Gespräche führen, die echte Verbindung schaffen – zu anderen und zu uns selbst.“
Fitness Ben Bergeron zählt zu den fittesten Athleten der Welt, und er hat schon viele Sportler mit seinen Trainingsmethoden an die Spitze geführt. „Man muss selbst kein Spitzenathlet sein, um etwas für seine Fitness zu tun“, betont Bibliothekarin Ellen Schröders, die Ben Bergerons Buch „Chasing Excellence“ (Riva-Verlag, 14.99 Euro) zu Weihnachten empfiehlt. Neben Talent und körperlichen Voraussetzungen sei auch der eigene Wille, an die Grenzen zu gehen, entscheidend. Cross-Fit, wie es der Autor empfiehlt, bietet eine Fülle von Möglichkeiten, etwas für die eigene Fitness zu tun. „Dafür muss man nicht unbedingt ins Fitnessstudio gehen“, versichert Ellen Schröders. „Viele der Übungen, die Ben Bergeron empfiehlt, lassen sich bequem auch zuhause machen.“ Damit passt dieses Buch perfekt in die Jahreszeit: „Gerade nach Weihnachten sollte man sich motivieren, etwas für seinen Körper zu tun“, findet die Bibliothekarin.