Egal ob am Pool, am Strand oder vor dem Lieblingscafé: Lesen geht immer. Und damit euch der Stoff passend zum Sommer nicht ausgeht, haben wir einige Bücher-Hypes der vergangenen Monate getestet. Welche Romane sind ihren Hype wirklich wert? Wir haben uns vier rausgepickt. Darunter Geschichten über Familiengeheimnisse, Dramen, Freundschaften und natürlich auch die Liebe – doch Achtung! Das bedeutet nicht unbedingt, dass es auch überall ein Happy End gibt. Jetzt wollen wir aber nicht spoilern, sondern erst mal nur anteasern. Also Sonnenschutz auftragen und Leseposition einnehmen. Diese Bücher-Hypes passen zum Sommer.
22 Bahnen – Caroline Wahl
„22 Bahnen“ wurde von Kollegin Anja Wasserbäch bereits zum „Buch des Freibadsommers“ gekürt und wir können da nur zustimmen. Im Debütroman von Caroline Wahl wird auf knapp 200 Seiten die Geschichte von Tilda erzählt: die Verbindung zu ihrer kleinen Schwester Ida, ihr Alltag zwischen Supermarktkasse, Masterstudium und neuen Chancen, das Aufwachsen mit einer alkoholkranken Mutter, die damit einhergehende Verantwortung, das Loslösen, Erwachsenwerden, ihre Ängste, Wünsche und Träume. Als dann noch der geheimnisvolle Viktor, der Bruder von Tildas ehemaligen Freund Ivan, auf die Bildfläche tritt, wird ein weiteres Geheimnis gelüftet und Tilda mit neuen Gefühlen konfrontiert. Es ist ein Buch über Verlust, mentale Gesundheit und am Ende über das Ausbrechen aus Routinen und Selbstfindung. Natürlich vergeben wir fünf von fünf Sonnenschirmen. Übrigens, am 26. September ist Caroline Wahl mit ihrem Roman auf Lesebesuch in Stuttgart. Weitere Infos findet ihr hier >>>.
22 Bahnen, Dumont Verlag, 208 Seiten
Morgen, morgen und wieder morgen – Gabrielle Zevin
Wow, was war das? Um „Morgen, morgen und wieder morgen“ der gefeierten US-amerikanischen Schriftstellerin Gabrielle Zevin zu beschreiben, bräuchte es viele Worte. Denn es passiert alles, und das oft unerwartet. Die Story beginnt Mitte der 90er-Jahre in Massachusetts: An einer U-Bahn-Station treffen die hochbegabte Informatikstudentin sowie angehende Game-Designerin Sadie und ihr Kindheitsfreund und früherer Gaming-Partner Sam nach Jahren wieder aufeinander. Im Laufe des Buches beginnen die beiden, gemeinsam an einem Spiel zu arbeiten. Nachdem sie ihren ersten Riesenerfolg landen, ändert sich die Dynamik ihrer Beziehung und auch um sie herum, wirft das Leben mit (bösen) Überraschungen um sich. Am Ende ist es für mich ein Buch über Freund:innenschaft, Kreativität, Amerika anfang der 2000er, über Trauma und Kreativität. An dieser Stelle sollten auch einige Triggerwarnungen ausgesprochen werden: Tod, Suizid, Gewalt...kein Wunder liegt die Altersempfehlung hier bei 16 Jahren. Und auch wenn das vielleicht abschreckend wirkt: dieses 500-Seiten-Buch lohnt sich!
Morgen, morgen und wieder morgen, Eichborn Verlag, 560 Seiten
Der große Sommer – Ewald Arenz
Dieses Buch klingt, schmeckt und riecht nach Sommer. Es handelt von Frieder, der während den Ferien für Nachprüfungen in Mathe und Latein pauken muss. Damit fällt der große Familienurlaub für ihn aus und er muss ausgerechnet zu seinem strengen Großvater, zu dem er ein relativ distanziertes Verhältnis hat. Zum Glück gibt es Alma, Johann – und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird. Großartig!
Der große Sommer, Dumont Verlag, 320 Seiten
Liebewesen – Caroline Schmitt
„Liebewesen“ von Caroline Schmitt zeigt schon auf dem Cover, dass das kein Feel good-Buch wird. Auch wenn der Titel es vielleicht anders vermuten lässt. Das Debüt der Autorin erzählt von Lio, ihrem Körper und all den schmerzhaften Erinnerungen, die ihm innewohnen. Erinnerungen an ein kühles Elternhaus und an eine bestimmte Nacht auf einem Dorffest. Dann lernt sie Max kennen, und als Lio ungeplant schwanger wird, starrt sie nicht nur fassungslos auf den positiven Test, weil jemand wie sie doch gar nicht schwanger werden kann, sondern auch auf das Ende einer mühsam erarbeiteten Normalität. Auf die Verleugnung folgt die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit – und damit eine schmerzhafte Reise zu sich selbst.
Liebewesen, Eichborn Verlag, 224 Seiten