Bürgerabend im Haus Hasenberg Auf gute Nachbarschaft

Von ktm 

Im Rahmen eines Bürgerdialogs können die Bewohner des Stadtteils Hasenberg ihr Quartier mitgestalten. Ein erster Bürgerabend findet am Donnerstag, 6. Februar, um 17.30 Uhr im Haus Hasenberg, Klugestraße 2 A, statt.

Sie haben das Projekt angestoßen: Hermann Kollmar, Marc Laible, Bastian Krüger, Alexander Gunsilius, Elke Müller und Mandy Papert (von links). Foto: red
Sie haben das Projekt angestoßen: Hermann Kollmar, Marc Laible, Bastian Krüger, Alexander Gunsilius, Elke Müller und Mandy Papert (von links). Foto: red

S-West - Wie kann sich eine gute Nachbarschaft entwickeln? Wie kann man Potenziale entdecken, die in einem Stadtteil liegen, momentan aber vielleicht noch unbekannt sind? Was sind die Wünsche der Bewohner eines bestimmten Viertels, aber auch ihre Kritikpunkte? Kurzum, wie kann sich ein Stadtteil so entwickeln, dass Menschen jeden Alters davon einen Nutzen haben?

All diese Fragen haben sich die Beteiligten gestellt, als sie das Quartierskonzept Hasenberg angegangen sind. Hasenberg ist ein Stadtteil des Westens. Nach Ansicht der Initiatoren reicht das Gebiet etwa vom Bereich westlich der Schwabstraße bis hinauf zum Westbahnhof, von der Hasenbergsteige bis zur Vogelsangstraße. „Man kann theoretisch in jedem Gebiet anfangen“, sagt Alexander Gunsilius vom Sozialamt. „Ein guter Ansatz ist da, wo es engagierte Leute gibt, die das Vorhaben angehen.“

Der Bürger weiß am besten, was er braucht

Diese Leute sind im Hasenberg gefunden. Distriktdiakon Hermann Kollmar gehört dazu, ebenso wie Marc Laible vom Eigenbetrieb Wohnen und Leben, der das Haus Hasenberg leitet. Von städtischer Seite sind Bastian Krüger von der Jugendhilfeplanung im Jugendamt sowie Elke Müller vom Bürgerservice Leben im Alter beteiligt. Das Haus Hasenberg als zentrale Einrichtung im Quartier dient als Treffpunkt. Dort werden auch die Bürger zusammenkommen, die der Einladung folgen und am Donnerstag, 6. Februar, ihre Eindrücke schildern, wie ihre Erfahrungen und Eindrücke von dem Quartier sind.

„Um ein Gespür für das Quartier zu bekommen“, wie Hermann Kollmar sagt, haben sich die Initiatoren schon im Herbst mit Leuten aus dem Viertel unterhalten, Darunter waren Ärzte, Café-Inhaber, die Polizei, Soziale Dienste und die SSB. Daraus haben sich Schwerpunkte ergeben, die sie an dem Bürgerabend zur Diskussion stellen wollen. Sie sollen der Veranstaltung eine Struktur geben und als Anregung dienen, wie alle Beteiligten betonen.

Ein offener Abend mit Raum für Anregungen

„Es gibt keine Eingrenzung und keine Vorgaben“, sagt Gunsilius. Und Kollmar ergänzt: „Das ist ein offener Abend, und vielleicht stellen wir fest, dass es ganz andere Themen gibt, welche die Bürger interessieren.“ Es soll und muss ein Prozess der Bürger sein, sonst funktioniert es nicht. Die Expertenrunde gibt lediglich den Anstoß.

Die Runde hofft, dass viele Bürger die Chance nutzen, an der Veranstaltung teilzunehmen, und das Vorhaben mit Leben füllen. Denn tatsächlich sind die Ausgangsfragestellungen noch recht abstrakt. Wie kann Begegnung stattfinden und wo? Gibt es Räume, wo junge Menschen sich treffen können oder Ältere? Und Orte, an denen alle Generationen zusammenkommen? Sind solche Orte nötig? Eine andere Frage ist die nach dem Informationsfluss. Woher erfahren Bewohner, welche Angebote es in der näheren Umgebung gibt? Über welche Wege kann man das erfahren? Ein weiterer Punkt ist die Nahversorgung und der Nahverkehr. Wie steht es im Viertel darum?

Eine Plattform zum Kontakte knüpfen

Und nicht zuletzt sollen die Menschen sich kennenlernen, austauschen und möglicherweise Potenziale ausschöpfen. „Da ist vielleicht ein Jugendlicher, der sein Taschengeld aufbessern will“, sagt Krüger, „und eine ältere Frau, der alleine einkaufen schwerfällt. Daraus kann ein nachbarschaftlicher Austausch entstehen.“ Solche Beispiele seien es, die hinter der Idee stecken. Denn die Bürger sind diejenigen, die das umsetzen und weiterentwickeln sollen. Das Ziel ist es nicht, den Leuten etwas vorzusetzen, das sie gar nicht wollen oder brauchen. Was sie wollen und sich wünschen, das hofft die Expertenrunde am morgigen Donnerstag von den Besucher aller Altersgruppen zu erfahren.

Hasenberg im Blick

Quartierskonzept:
Im vergangenen Jahr hat Alexander Gunsilius vom Sozialamt dem Bezirksbeirat die Quartierskonzepte vorgestellt, die im Rahmen von Modellprojekten in Heslach, in Raitelsberg und in der Neckarvorstadt angestoßen worden sind. Der Bezirksbeirat West wünschte sich ein solches Quartiersprojekt auch für seinen Bezirk.

Modellprojekte
: In Heslach ist aus dem Vorstoß bisher eine Gruppe entstanden, die Feste als Möglichkeit des Austausches im öffentlichen Raum organisiert. Außerdem gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Wohnen und Wohnprojekte befasst. In Raitelsberg haben Bürger in einem leer stehenden Gebäude der SWSG einen Bürgertreff eingerichtet. In der Neckarvorstadt gibt es von Februar an einen Kaffeetreff, der beispielsweise auch Ausstellungen organisieren will. In all diesen Räumen treffen Menschen aufeinander, die gemeinsam weitere Ideen entwickeln können.

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