Bürgerbeteiligung zum Sulzbachstausee Klares „Nein“ zur Hängebrücke

550 Rückmeldungen sind beim Landratsamt bei einer Bürgerbeteiligung zum Sulzbachstausee angekommen. Foto: factum/Simon Granville
550 Rückmeldungen sind beim Landratsamt bei einer Bürgerbeteiligung zum Sulzbachstausee angekommen. Foto: factum/Simon Granville

Wenn die Hängebrücke zur Hängepartie wird: Die Bürgerbeteiligung des Landratsamtes zum Sulzbachsee zeigt, dass die Teilnehmenden wenig von der touristischen Attraktion am Stausee halten.

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Steinenbronn/Waldenbuch - Von Mitte März bis Ende der vergangenen Woche ist die Bürgerbeteiligung zu den Ideen rund um eine freizeittouristische Aufwertung am Hochwasserrückhaltebecken Sulzbach auf der Online-Plattform des Landkreises Böblingen (www.mitmachen-kreisbb.de) gelaufen. Rund 550 Beiträge wurden gezählt – dies schreibt die Kreisbehörde in einer Pressemitteilung.

„Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die mitgemacht haben, und versichern, dass wir die Rückmeldungen ernst nehmen“, betont Landrat Roland Bernhard. Mit diesem Beteiligungsprozess habe man bewusst die Überlegungen offenlegen und die Menschen zur Mitwirkung einladen wollen.

Die Beteiligung sei so gestaltet gewesen, dass die Teilnehmenden Antworten frei formulieren konnten. Zunächst ging es um die grundsätzliche Haltung dazu, den See aufzuwerten; in der zweiten Frage wurden dann drei Varianten aufgezählt – ein Erlebnis- und Aktionsweg, Biotop-Terrassen mit einer Steganlage und ein Aussichtserlebnis, beispielsweise in Form einer Hängebrücke. Anschließend konnten eigene Ideen entwickelt, Befürchtungen und Wünsche geäußert werden. 

Akteure sollen an einem Runden Tisch zusammenkommen

In Bezug auf die drei dargestellten Varianten fiel das Votum recht eindeutig aus: Beim Erlebnis- und Aktionswegs gab es rund 40 Prozent Zuspruch, für die Biotop-Terrassen mit Steganlage lag der Zuspruch bei zirka 30 Prozent, ein klares ablehnendes Votum hingegen ergab sich zur möglichen Hängebrücke. Rund die Hälfte gab an, über 50 Jahre alt zu sein, die meisten stammen aus den Kommunen Schönaich, Waldenbuch und Steinenbronn. Allerdings wäre es zu wenig, nur diese Zahlen zu beleuchten. „Die Beteiligung hat zwar ein polarisiertes Meinungsbild aufgezeigt, hat aber auch viele konstruktive Beiträge und Vorschläge gebracht“, betont der zuständige Umweltdezernent und stellvertretende Landrat Martin Wuttke. „Eine große Zahl äußert sich zwar komplett ablehnend zu jeglicher Veränderung, jedoch immer vor der Wertschätzung der Natur. Dem stehen auch viele Stimmen gegenüber, die sich sehr differenziert äußern und Interesse zeigen, einzelne Bausteine im Einklang mit der Natur umzusetzen.“ Entsprechend werde man, als einen nächsten Schritt, nach einer detaillierteren Auswertung aller eingegangenen Rückmeldungen verschiedene Akteure an einen Tisch bitten und gemeinsam die möglichen nächsten Schritte besprechen, gibt das Landratsamt in der Pressemitteilung bekannt.

Die aufgezeigten Varianten seien nur Beispiele gewesen, wie Martin Wuttke betont. Insbesondere die Idee eines Erlebnis- bzw. Aktionswegs wurde von vielen Teilnehmenden positiv bewertet. Allerdings sollte auch ein solcher mit möglichst wenig Eingriff in die Natur umgesetzt und insbesondere das vorhandene Wegenetz genutzt werden. Die Brücke wurde von den meisten Teilnehmenden direkt abgelehnt unter Hinweis auf den zu starken Eingriff in die Natur und hohe Baukosten, die nicht im Verhältnis zum Erlebnis stünden.

„Der Beteiligungsprozess hat vor allem gezeigt, dass das Interesse am Projekt groß ist. Das wollen wir aufgreifen“, sagt Wuttke. Man werde zu dem genannten Runden Tisch bitten und dabei beispielsweise auch auf die Schönaicherin Susanne Jelicic-Butera zugehen, die die Online-Petition für den „Erhalt des Sulzbachsees ohne jegliche bauliche Veränderungen“ initiiert hatte.




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