Bürgerbüros in Stuttgart Reisepass auf den letzten Drücker trotz langer Schlangen?

Die langen Schlangen vor den Bürgerbüros der Stadt werden wohl erst einmal bleiben. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Wer zügig eine neues Reisedokument benötigt, muss in Stuttgart früh aufstehen, auf den Donnerstagnachmittag setzen oder 32 Euro in einen Expressausweis investieren.

Ein Blick in den Ausweis kann manche erschrecken. Nicht, weil man sich mal wieder über das nicht ganz so gelungene Foto im Dokument ärgert, sondern der Blick am abgelaufenen Datum hängen bleibt. „Gültig bis“, das war womöglich vorvorgestern. Und gefühlt übermorgen bräuchte man die Plastikkarte womöglich dringend, denn der Sommerurlaub naht. Dann bleibt nur der Weg zum Amt. Die Landeshauptstadt hat ein paar Ratschläge an eilige Bürger und einen speziellen Service.

 

Lange Schlangen gehören zum Stadtbild

Lange Schlangen vor den Bürgerbüros gehören in der Zwischenzeit leider zum Stadtbild. Schnell wird sich das nicht ändern, weil Personal fehlt und die Einarbeitung in die diversen Vorgänge dauert. „Pässe, Ausweise, Wohnsitz an- oder abmelden sind im Moment die zentralen Themen der Bürgerbüros“, teilt die Stadt auf ihrer Homepage mit. War das nicht schon immer so? „Zu Wartezeiten können wir keine generelle Aussage für alle Bürgerbüros machen“, so ein Stadtsprecher. Früh auf- und anstehen könnte aber eine erfolgreiche Strategie sein; die Büros öffnen um 8.30 Uhr, da sind die Schlangen in der Regel schon lang.

Blick ins Netz vermeidet unnötigen Weg

Wer zum Bürgerbüro geht, sollte Wartezeit einplanen. Es werden Wartemarken ausgegeben. Sind alle vergeben, kommt man an diesem Tag nicht mehr vor den Schalter. Die Stadt spielt im Netz (stuttgart.de/buergerbueros/) Echtzeitampeln ein. Ein roter Balkenverlauf zeigt an, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, sich auf den Weg zu machen. Allerdings sollte man sich dabei nicht auf den eigenen Stadtbezirk beschränken, denn Reisepässe, auch die für Kinder und Personalausweise, können in allen Büros beantragt werden, egal, wo man wohnt. Ein Umweg in den Nachbarbezirk könnte sich daher sogar als Abkürzung erweisen. Allerdings muss man immer persönlich vorsprechen.

An Donnerstagen ist bis 18 Uhr geöffnet

Bis zum 17. August werden an allen Donnerstagnachmittagen von 14 bis 18 Uhr nur Pass- und Ausweisangelegenheiten in den Bürgerbüros bearbeitet (und Angelegenheiten mit bereits vereinbarten Terminen). Mit diesem Service und der langen Öffnungszeit soll vor allem Berufstätigen und schulpflichtigen Kindern der Behördengang erleichtert werden. Der Gang ist ein doppelter. Die Ausweise müssen auch persönlich abgeholt werden.

„In der Reisesaison sollten die Bürgerinnen und Bürger mit einplanen, dass es längere Zeit dauert, bis die Ausweise und Pässe vorliegen“, sagt ein Stadtsprecher. Ungültig gewordene Papiere kann die Kommune nicht verlängern, es muss ein neuer Ausweis gefertigt werden. Der Weg führt über die Bundesdruckerei, Hindernisse dort kann die Stadt nicht beeinflussen. Aktuell dauere die Bearbeitungszeit für einen Personalausweis zwei bis drei Wochen, für einen Reisepass vier bis sechs Wochen. „Das Verfahren kann nicht beschleunigt werden“, so der Sprecher. Wem das viel zu lange dauert, der kann vielleicht einen vorläufigen Personalausweis oder Pass bekommen. Oder er investiert eine Zusatzgebühr in Höhe von 32 Euro. Dafür gibt es den Expressausweis, der in der Regel innerhalb von vier Tagen ausgehändigt werden könne.

Ist schon ein Kartenführerschein vorhanden?

Schneller geht es mit dem internationalen Führerschein, denn der kann direkt am Schalter ausgestellt werden. Bedingung ist, dass schon ein Kartenführerschein ausgestellt wurde und der Reisepass oder Personalausweis und ein biometrisches Foto vorliegen. Wer mit seiner alten grauen oder rosafarbenen Fahrerlaubnis vorspricht, hat ein ganz schlechtes Blatt. Er muss erst einen Kartenführerschein beantragen. Der internationale Führerschein kostet 16 Euro.

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