Infoveranstaltung zum Bürgerentscheid Bleibt das Meissnerhaus oder muss es weichen?

In einem Bürgerentscheid wird in Ehningen darüber abgestimmt, wie es mit dem historischen Meissnerhaus an der Königstraße weitergeht. Foto: Stefanie Schlecht

Was wird mit dem alten Gebäude in Ehningen? Gut 200 Interessierte kamen zu einer Infoveranstaltung zum anstehenden Bürgerentscheid.

Gut 200 Interessierte kamen am Freitag zum Informationsabend über den anstehenden Bürgerentscheid in die Ehninger Turn- und Festhalle. Am 8. März sollen die Ehningerinnen und Ehninger zusammen mit der Landtagswahl entscheiden, ob das Meissnerhaus in der Ortsmitte erhalten bleibt oder abgerissen wird. Es ist der erste Bürgerentscheid in der Geschichte von Ehningen.

 

„Ein historischer Tag“, wissen Bürgermeister Lukas Rosengrün, die Fraktionen des Gemeinderates und die Bürgerinitiative „Lebendige Ortsmitte Ehningen“, die mit ihrem Engagement und einer erfolgreichen Unterschriftensammlung den Bürgerentscheid überhaupt erst herbeigeführt hat.

Infos zum Meissner Haus in Ehningen

Alle stellten vor Publikum noch einmal ihre Positionen vor. Den Anfang machte Kämmerer Oliver Weth mit den nüchternen Zahlen. Ein Abriss des Gebäudes samt Schaffung eines übergangsweise genutzten freien Platzes schlage mit rund 300.000 Euro zu Buche, bei Sanierung samt Kreditfinanzierung und prognostizierter Mieteinnahmen würden ab dem 13. Jahr Überschüsse anfallen und sich die Investition nach 24 Jahren rechnen. „Ein Abriss verschiebt die eigentliche Entscheidung in die Zukunft“, sagte Bürgermeister Lukas Rosengrün.

„Der Stillstand der letzten 18 Jahre darf nicht das Zukunftsmodell für unseren Ortskern sein“, ist der Ehninger Schultes bereit, die Verantwortung zu übernehmen für ein saniertes und dauerhaft genutztes Gebäude in der Königstraße 27. „Das Meissnerhaus ist ein zentraler Baustein zur Belebung der Ortsmitte, Sanierung ist der beste Klimaschutz“, insistierten Hannelore Röhm und Jochen Werner, Vertrauenspersonen der im Herbst vergangenen Jahres gegründeten Bürgerinitiative.

Durch den Ehninger Gemeinderat zieht sich in der Pro- und Kontra-Frage ein Riss wie bei einigen anderen Themen auch. Auf der einen Seite Grüne und SPD für Erhalt und Sanierung, auf der anderen Seite Freie Wähler und CDU für einen Abriss. „Wir sind sicher, dass daraus ein Leuchtturm wird“, unterstrich der Grünen-Fraktionsvorsitzende Harald Bürkle mit Blick auf zukünftige Nutzungen wie Gastronomie. „Kein wirtschaftlich tragfähiges Konzept“, hielt für die CDU sein Pendant Manuel Benda dagegen.

CDU und Freie Wähler im Kreuzfeuer

Dass die Mehrheitsmeinung zumindest im Saal eindeutig in Richtung des Erhalts des fast 200 Jahre alten Gebäudes ging, machte der klar größere Applaus für dessen Befürworter klar und sprach für die gute Mobilisierung der Bürgerinitiative. Im Kreuzfeuer kritischer Fragen standen fast ausschließlich Edith Finster, die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, und vor allem ihr CDU-Kollege Manuel Benda. „Wir brauchen kein saniertes Gebäude, und nachher steht es leer“, unterstrich Benda, dass er nicht daran glaube, in dem Haus eine langfristige Verpachtung zu bekommen.

„Wir akzeptieren das Ergebnis des Bürgerentscheids, egal wie es ausfällt“, betonten er wie alle anderen Beteiligten. Denn das war eine wichtige Erkenntnis der Veranstaltung: Das Zuhören und der faire Umgang miteinander und damit ein Stück gelebte Demokratie in der Gemeinde.

Fast 200 Jahre altes Gebäude

Historie
Das Meissnerhaus in Ehningen, Königstraße 27, wurde

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