Bürgerentscheid in Freiberg Nur noch zwei Grundschulen in Freiberg

Die Grünlandschule soll erhalten und weiterentwickelt werden. Foto: Werner Kuhnle

Ein Bürgerentscheid bestätigt den Wunsch der Stadtverwaltung, einen Standort aufzugeben. Es trifft die Grundschule in Beihingen.

Freiberg - In Freiberg wird es in Zukunft nur noch zwei statt wie bisher drei Grundschulstandorte geben. Bei einem Bürgerentscheid haben sich die Freiberger jetzt mit einer Mehrheit von rund 55 Prozent der Stimmen für diese Lösung ausgesprochen. Bürgermeister Dirk Schaible, der sich im Vorfeld für zwei Standorte ausgesprochen hatte, sprach von einem guten Tag „für die Eltern und die – vor allem ungeborenen – Kinder, da es noch ein paar Jahre dauern wird, bis das neue Konzept umgesetzt wird.“ Bei insgesamt 8452 abgegebenen Stimmen lag die Wahlbeteiligung bei etwa 65,9 Prozent.

 

Die Bürger stimmen schon zum zweiten Mal ab

Es war bereits das zweite Mal innerhalb von fünf Jahren, dass die Freiberger über die Anzahl ihrer Grundschulen abstimmten. Da alle drei Grundschulen in den Ortsteilen Beihingen, Geisingen und Heutingsheim einer Sanierung bedürfen und räumlich nicht mehr den pädagogischen Anforderungen entsprechen, hatte der Gemeinderat 2016 beschlossen, die drei Standorte aufzugeben und im Kasteneckpark eine neue zentrale Grundschule zu bauen.

Dagegen hatte sich eine Bürgerinitiative geformt, die zu lange Schulwege für ihre Kinder und eine Zunahme des Verkehrs befürchtete. Unter dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ hatte diese einen Bürgerentscheid herbeigeführt, bei dem die Idee des zentralen Standortes abgelehnt wurde, sodass die drei Grundschulen erhalten blieben. Doch die Probleme blieben: An allen drei Standorten musste die Stadt insgesamt rund eine Million Euro in Brandschutzmaßnahmen und neue Rettungswege investieren. Zudem stieg in der Elternschaft die Nachfrage nach einer Ganztagsbetreuung, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.

Der Standort Beihingen wird aufgegeben

Letztlich war die Stadt zu der Erkenntnis gekommen, dass sich Lösungen mit drei Grundschulen als schwierig erweisen würden. Sie hatte daher als Alternative eine Variante mit zwei Standorten entworfen: Die Kasteneckschule in Heutingsheim soll um zwei Züge erweitert werden, dort sollen Eltern zwischen Ganztags- und Halbtagsbetreuung wählen können. Dazu werden die Gebäude saniert oder ein Neubau geplant.

Erhalten und weiterentwickelt werden soll die Grünlandschule in Geisingen, die weiterhin als Halbtagsschule fungieren soll. In Beihingen soll es keine Grundschule mehr geben, die Flattichschule soll von der Jugendmusikschule oder von Vereinen genutzt werden können. „Wir haben uns den Kopf intensiv darüber zerbrochen, wie wir moderne pädagogische Konzepte sinnvoll umsetzen können“, sagte Schaible.

An zwei Standorten seien vielfältigere und flexiblere Bildungs- und Betreuungsangebote zu leisten, so der Bürgermeister weiter. „Und es ist einfache Mathematik, dass man dazu eine Mindestanzahl von Schülern an einer Schule braucht.“

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