Bürgerentscheid in Schwieberdingen Porsche darf sein Werk für den Taycan bauen

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Nach drei Monaten heftiger Debatten hat sich die Gemeinde Schwieberdingen im Kreis Ludwigsburg entschieden: Beim Bürgerentscheid stimmen am Sonntag 57 Prozent der Wähler für eine Porsche-Ansiedlung.

Der Bürgermeister Nico Lauxmann (CDU) hat sich stark für die Porsche-Ansiedlung engagiert. Foto: factum/ 13 Bilder
Der Bürgermeister Nico Lauxmann (CDU) hat sich stark für die Porsche-Ansiedlung engagiert. Foto: factum/

Schwieberdingen - Die Entscheidung ist gefallen: Mit einer Mehrheit von 57,1 zu 42,1 Prozent haben die Bürger am Sonntag Ja gesagt zu einem regionalen Gewerbeschwerpunkt in Schwieberdingen. Damit kann sich der Sportwagenbauer Porsche mit einer Niederlassung ansiedeln, direkt neben der seit 50 Jahren bestehenden Bosch-Filiale mit 7000 Mitarbeitern. Bei Porsche sollen 700 Arbeitsplätze entstehen, die mit der Fertigung des neuen elektrischen Porsche-Modells Taycan zusammenhängen.

In einer ersten Reaktion erklärte der Bürgermeister Nico Lauxmann (CDU): „Das ist eine großartige Chance für die Gemeinde, sich wirtschaftlich weiter zu entwickeln. Davon wird man noch in Generationen profitieren.“ Er hatte sich im Vorfeld stark für den Gewerbeschwerpunkt mit 23 Hektar Größe eingesetzt. Die Anfrage der Firma Porsche kam schon im vergangenen Sommer, lange hatte der Gemeinderat geschwiegen. Auf Betreiben von Lauxmann hatte sich der Rat dafür ausgesprochen, einen Bürgerentscheid über diese wichtige Frage einzuleiten. Dies hat bei dem Grünen-Abgeordneten Markus Rösler scharfe Kritik ausgelöst.

Kontroverse Stimmung vor dem Bürgerentscheid

Die Gegner einer Porsche-Ansiedlung, die sich in der Initiative „Lebenswertes Strohgäu“ zusammen geschlossen haben, sind enttäuscht. Sie halten die Entwicklung für falsch. Die Grünen-Gemeinderätin Monika Birkhold sagt: „Wir akzeptieren dieses Ergebnis und werden es kritisch begleiten, dabei weiterhin den Finger in die Wunde legen.“

Die Entscheidung über die Porsche-Ansiedlung hatte in den vergangenen drei Monaten zu einem intensiv geführten Wahlkampf geführt. Bis in die Familien hinein ist die Frage umstritten. Manche bangen um die Naturflächen, manche um die landwirtschaftlich wertvollen Böden, andere fürchten höhere Grundstückspreise und deutlich mehr Verkehr. Die Befürworter verweisen auf Gewerbesteuereinnahmen, Arbeitsplätze und eine positivere Entwicklung der Gemeinde mit 11 000 Einwohnern.