Architekt Ilter Ünal erklärt den Interessierten die Weilemer Bürgerhaus-Baustelle. Foto: Holger Schmidt
Der Rohbau des Bürgerhauses in Weil im Schönbuch steht. Beim „Tag der offenen Baustelle“ verschaffen sich Interessierte ein Bild von den Baufortschritten.
Holger Schmidt
12.05.2026 - 11:09 Uhr
Auf reges Interesse stieß jetzt der „Tag der offenen Baustelle“ in Weil im Schönbuch. Mehr als zwei Dutzend Interessierte nutzten die Gelegenheit, den fertigen Rohbau samt aller Planungen für das neue Bürgerhaus am Feuerwehrsee genauer in Augenschein zu nehmen. Das Projekt ist mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro das bislang teuerste öffentliche Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde Weil im Schönbuch.
Anlass war der bundesweite „Tag der Städtebauförderung“, der seit 2015 jährlich im Mai stattfindet. Da kam das im vergangenen Jahr begonnene Weiler Bürgerhaus mit dem am vergangenen Donnerstag abgenommenen Rohbau gerade recht. Gerne nahm sich Architekt Ilter Ünal vom Stuttgarter Büro Auer Weber Zeit, die Besucherinnen und Besucher zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Lahl „bei Bilderbuchwetter wie bestellt“ über die Baustelle zu führen.
Holzbau beginnt in zwei Wochen
Auch wenn der Holzbau, der später zusammen mit viel Glas einen Großteil des Gebäudes ausmacht, erst in zwei Wochen beginnt, sind die Dimensionen bereits gut absehbar. Links und rechts am Hang mit Blick auf den Feuerwehrsee sind in den letzten Monaten zwei beeindruckende über sieben Meter hohe Betonbaukörper entstanden. Diese beinhalten Technik, Bühne, Küche, sanitäre Anlagen und den Aufgang zur großzügigen Dachterrasse.
Blick von der zukünftigen Bühne in Richtung Zuschauerraum Foto: Holger Schmidt
Dazwischen wird in Holzbauweise der komplett barrierefrei zugängliche Zuschauerraum entstehen. Je nach Bestuhlung mit Platz für bis zu 250 Gäste an Tischen, 500 in Reihen oder bis zu 700 bei größeren Veranstaltungen. Zwei mobile Essens- und Getränkeausgabestellen können dann zu der direkt an der Küche hinzukommen. Außen dominiert die Fassade in Holzlamellengestaltung aus freundlichem hellem Fichtenholz. „Die hält länger, als das Haus im Nutzen ist“, zeigte sich Wolfgang Lahl von der Qualität und Langweiligkeit der vom Gemeinderat gewählten Lösung überzeugt.
Fördergelder von Bund und Land
Der Innenbereich wird einen Parkettboden erhalten, der überall mit Fußbodenheizung ausgestattet ist. Dazu wurden bereits im vergangenen Jahr insgesamt 17 Geothermie-Sonden in 120 Metern Tiefe installiert. Solch nachhaltige Lösungen sind schon länger Standard bei öffentlichen Gebäuden der Gemeinde Weil im Schönbuch.
Zum neuen Bürgerhaus gehört die Freianlagengestaltung rund um den Feuerwehrsee. Auf dem westlich gelegenen Festplatz sind 100 Parkplätze vorgesehen und außerdem am Bürgerhaus 70 Fahrradabstellplätze. Laternen oder Bepflanzung sind in diesem Bereich nicht geplant, so dass der Platz auch weiterhin für den Aufbau eines Festzeltes oder Veranstaltungen wie das traditionelle Seenachtsfest der Weil im Schönbucher Feuerwehr genutzt werden kann.
Fertig werden soll alles bis voraussichtlich Ende kommenden Jahres. Die Gemeinde ist optimistisch, bei den Baukosten auch durch immer wieder ausgelotete Einsparpotenziale im Rahmen der prognostizierten 20 Millionen Euro zu bleiben. Entlastend für den eigenen Haushalt soll nicht nur der Zuschuss von 6,31 Millionen Euro aus dem Investitionspaket vom Land zur Finanzierung eingesetzt werden, sondern es gibt auch weitere Fördergelder von Bund und Land in ähnlicher Höhe.