Bürgerhaushalt im Stuttgarter Norden Nur ein Vorschlag schafft es unter die Top 100

19 980 Bürgerinnen und Bürger beteiligten  sich am sechsten Bürgerhaushalt und  haben dabei 2156 Vorschläge gemacht. Foto: Stadt Stuttgart
19 980 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich am sechsten Bürgerhaushalt und haben dabei 2156 Vorschläge gemacht. Foto: Stadt Stuttgart

Die Ergebnisse für den Bürgerhaushalt 2021 liegen vor. Für den Stuttgarter Norden gingen 274 Vorschläge ein. Der davon am besten bewertete stammt aus Zuffenhausen und landet auf Rang 83. Thema ist die Mobile Kindersozialarbeit.

Zuffenhausen - Die Beteiligungsphase des sechsten Bürgerhaushalts ist abgeschlossen. Auf Platz 1 landete mit großer Mehrheit der Wunsch nach dem Erhalt der Waggons am Nordbahnhof. Insgesamt haben sich 19 980 Stuttgarterinnen und Stuttgarter am Bürgerhaushalt beteiligt. Das sind deutlich weniger als in den Vorjahren. 2019 waren es noch gut 40 000, im Jahr 2017 sogar fast 52 000 Teilnehmer. Der Grund hierfür dürfte bei den Einschränkungen durch die Coronapandemie liegen. So gab es beispielsweise heuer keinerlei Infoveranstaltungen in den Bezirken. Zudem konnte (bis auf wenige Ausnahmen) nur mitmachen, wer über einen Onlinezugang verfügte. „Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis aus Sicht der Stadt erfreulich“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Mit 100 Vorschlägen wird sich die Stadt näher befassen

Weniger erfreulich liest sich das Resultat aus den fünf Bezirken des Stuttgarter Nordens. Lediglich ein Vorschlag hat es unter die Top 100 geschafft: Auf Platz 83 liegt der Wunsch, in Zuffenhausen und Botnang (ebenso wie in Birkach) Mobile Kindersozialarbeit zu etablieren – und zwar mit einer 50-Prozent-Stelle in jedem dieser Bezirke. Auch wenn dies der einzige Eintrag unter den ersten 100 ist, muss man in Zuffenhausen, Feuerbach, Weilimdorf, Stammheim und Botnang den Kopf nicht hängen lassen: Die jeweils zwei am besten bewerteten Ideen aus jedem Bezirk werden in die Top-100-Liste aufgenommen (sofern sie dort nicht ohnehin vertreten sind). Anders als in den bisherigen Bürgerhaushalten ergänzen diese Wünsche die Liste aber nicht, sondern werden in sie inkludiert – es bleiben insgesamt also 100 Vorschläge, mit denen sich die Verwaltung näher beschäftigen wird. Laut Angaben der Stadt gingen 274 Vorschläge für die nördlichen Bezirke ein: 83 für Weilimdorf, 74 für Zuffenhausen, 53 für Feuerbach, 37 für Botnang und 27 für Stammheim. Weilimdorf ist mit 1031 auch Spitzenreiter bei den Teilnehmern, gefolgt von Feuerbach (937), Zuffenhausen (779), Botnang (511) und Stammheim (450).

Themen sind Verkehr, Jugend und Natur

Auch der am zweitbesten bewertete Vorschlag der nördlichen Bezirke kommt aus Zuffenhausen. Angeregt wird eine weitere Renaturierung des Feuerbachs. Der Wunsch, dass die bereits begonnene Renaturierung des Bachs im Bereich Zazenhausens fortgeführt wird, landete auf Platz 179. Wer sich für weitere Themen aus dem Stuttgarter Norden interessiert, muss auf der Liste deutlich weiter hinten nachschauen. Die beiden bestplatzierten Ideen aus Weilimdorf stehen auf Rang 250 (mehr Treffpunkte für Jugendliche) und auf Rang 286 (ein gesamtheitliches Radwegekonzept für den Bezirk). Auch die Feuerbacher wünschen sich mehr Angebote für Jugendliche (Platz 348). In eine ganz andere Richtung geht der Gedanke auf Rang 447: An der Haltestelle Wilhelm-Geiger-Platz sollen wieder Bäume gepflanzt werden. Ebenfalls mit der Stadtbahn beschäftigt sich der erste Stammheimer Vorschlag, der in der Liste auftaucht (Platz 610). Er regt eine Taktverdichtung für die Linie U 15 an. Außerdem wünschen sich die Bewohner von Stuttgarts nördlichstem Bezirk mehr Schulsozialarbeit an der Grundschule (Platz 835). In Botnang macht man sich in erster Linie Gedanken zum Thema Verkehr: Stillgelegte Verkehrsflächen sollen entsiegelt (278), das Radwegenetz optimiert werden (465).

In den kommenden Monaten wird sich die Stadtverwaltung mit den Top-100-Themen befassen und Stellungnahmen erarbeiten. Auch die Bezirksbeiräte beschäftigen sich mit den sie betreffenden Themen. Danach werden Ergebnisse und fachliche Stellungnahmen in einer Vorlage zusammengefasst, die im Juli dem Gemeinderat vorgelegt werden soll.




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