Bürgerhaushalt in den oberen Neckarvororten Aufzug und Bahnhof auf der Wunschliste

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Im Rahmen des Bürgerhaushalts haben die Stuttgarter wieder zahlreiche Ideen geäußert. Auch zwei Vorschläge aus den oberen Neckarvororten haben es unter die Top 100 geschafft.

Viele Bürger wünschen sich den Kauf des Bahnhofs Untertürkheim. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Viele Bürger wünschen sich den Kauf des Bahnhofs Untertürkheim. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Obere Neckarvororte - Fast 52 000 Stuttgarter haben sich am vierten Bürgerhaushalt beteiligt und darüber abgestimmt, wofür die Stadt im Doppelhaushalt 2018/2019 Geld in die Hand nehmen soll. Seit einiger Zeit steht fest, welche Vorschläge von den Bürgern besonders hoch bewertet wurden. Die 100 Vorschläge, für die am häufigsten abgestimmt wurde sowie die zwei beliebtesten Vorschläge eines jeden Stadtbezirks werden von der Stadtverwaltung geprüft. Zu diesen insgesamt 130 Ideen will die Verwaltung Stellungnahmen erarbeiten. Auch die Bezirksbeiräte können sich äußern.

Die Ergebnisse und Stellungnahmen werden dann in einer Vorlage zusammengefasst und sollen im Juli dem Gemeinderat vorgelegt werden. Aus den oberen Neckarvororten haben es lediglich zwei Ideen unter die Top 100 geschafft.

Platz 43 belegte der Vorschlag, einen Aufzug zum Generationenzentrum Kornhasen in Stuttgart-Wangen zu errichten. Zwar entspreche die Steigung des Zugangs zum Kornhasen den gesetzlichen Vorschriften, heißt es in der Vorschlagsbegründung. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, für Rollstuhlfahrer und Rollatorschieber sei sie jedoch nahezu unüberwindbar. „Ein öffentlicher Personenaufzug wird schon länger von den Bewohnern, Besuchern und den Bürgern gewünscht“, sagt die stellvertretende Wangener Bezirksvorsteherin Renate Markgraf. „Deshalb sind wir über den Platz 43 sehr erfreut.“

Den Untertürkheimern liegt ihr Bahnhof am Herzen

Auf Platz 45 des Bürgerhaushalts landete der Vorschlag, dass die Stadt den Untertürkheimer Bahnhof kaufen soll. Schon länger wurde von den Bürgern bemängelt, dass in dem historischen Gebäude lediglich Spielcasinos und „einfachste Gastronomie“ untergebracht sei. Außerdem sei das Gebäude optisch nicht mehr schön anzuschauen. Da sich die jetzigen Eigentümer aber nicht davon überzeugen ließen, den Bahnhof anderweitig zu nutzen, sei der Kauf des Bahnhofs durch die Stadt Stuttgart wünschenswert. Dann könnte das Gebäude möglicherweise als Markthalle, als Info-Punkt für Touristen oder als Standort für soziale und kulturelle Einrichtungen genutzt werden.

„Die Platzierung im Bürgerhaushalt zeigt, wie wichtig den Untertürkheimern der Bahnhof ist“, erklärt die Untertürkheimer Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel. „Damit haben die Untertürkheimerinnen und Untertürkheimer darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ihnen ist, dass auch im Rahmen des Masterplanprozesses an dieser Stelle neue Ideen für den Bahnhof skizziert werden“, sagt sie.

Neben diesen beiden Ideen werden auch noch weitere Vorschläge aus den oberen Neckarvororten von der Stadtverwaltung geprüft. So wird sich die Stadt unter anderem damit befassen, ob Geld für den Neubau des Wangener Jugendhauses B10 bereit gestellt werden können. In Untertürkheim wünscht man sich, dass die Öffnungszeiten des Inselbads ausgeweitet werden. In Obertürkheim hoffen viele Bürger auf die Einrichtung eines Stadtteil- und Familienzentrums, um Begegnungen im Stadtteil zu fördern sowie kostenfreie Räume für Bildungsangebote wie Hausaufgabenbetreuung oder Sprachkurse zu schaffen. Außerdem wünschen sich viele Obertürkheimer eine vermehrte Kontrolle des Rauchverbotes am Bahnhof und an den Bahnsteigen Obertürkheims.

Die Hedelfinger hoffen weiter auf einen Bus zum Flughafen

Auch in Hedelfingen wird mit dem Bürgerhaushalt ein lang gehegter Wunsch weiter verfolgt. So hoffen die Hedelfinger nach wie vor, dass die Buslinie 65 bis zum Flughafen verlängert wird. Außerdem soll die Stadtbahnlinie U8 auch am Wochenende bis nach Degerloch fahren. Ein weiterer Wunsch ist, das Gleisbett der SSB-Trasse in Hedelfingen zu begrünen. Dadurch könnten Lärm und Staub reduziert werden.

All diese Vorschläge werden im Sommer von der Stadtverwaltung geprüft und anschließend dem Gemeinderat vorgelegt. Dieser muss dann entscheiden, welche Vorschläge umgesetzt werden.

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