Der Gemeinderat stimmt mit großer Mehrheit für eine privat finanzierte Fläche ohne Pflastersteine.
Mönsheim - Zur Zeit wird der Marktplatz im Herzen von Mönsheim neu gestaltet. Anlass dafür sind verschiedene Baumaßnahmen wie eine Schaubäckerei mit Café, die Sanierung des Alten Rathauses und der Wunsch nach einer leichter begehbaren Lauffläche zwischen den verschiedenen Gebäuden, zu denen auch die Alte Kelter, das evangelische Gemeindehaus und die Nikolauskirche gehören.
Aber der Mönsheimer Eberhard Frohnmayer wünscht sich mehr als neue Steine, nämlich mehr Leben auf dem Marktplatz. Deswegen haben er und einige Mitstreiter angeregt, im Zuge der aktuellen Umgestaltung eine bespielbare Fläche anzulegen. Als geeigneten Platz dafür haben sie sich einen rund 100 Quadratmeter großen Bereich zwischen dem Rathaus, dem Diepoldsturm und der alten Mauer ausgesucht.
Anstelle der vorhandenen Granitpflastersteine soll eine wassergebundene Deckschicht aufgebracht werden, die aus feinem Split besteht. „Das soll ein Platz sein, auf dem man Boule spielen kann oder Kinder umhertoben“, erklärt Eberhard Frohnmayer, der seit rund 40 Jahren in Blickweite zum Marktplatz wohnt und zu wissen glaubt, wie er sagt, was sich dort abspielt.
„Der Marktplatz soll lebendiger werden“
Und das ist seiner Ansicht nach nicht viel, obwohl ganz am Rand des Platzes neben dem Turm schon vor Jahren eine kleine Boule-Bahn angelegt wurde. „Der Marktplatz soll lebendiger werden, die Aufenthaltsdauer länger und die Aufenthaltsqualität besser.“ Vor seinem geistigen Auge sieht er dort beispielsweise Mütter mit spielenden Kindern sitzen. „Wir möchten an dieser Stelle eine kleine Oase schaffen inmitten der ganzen grauen Pflastersteine“, so seine Vorstellung.
Und um zu zeigen, wie ernst es der Initiative damit ist, haben sich die Mitstreiter bereit erklärt, die Umgestaltung der Fläche privat zu finanzieren. Frohnmayer legte dazu dem Gemeinderat vor Kurzem einen Kostenvoranschlag von rund 15 000 Euro vor. Die von der Gemeinde beauftragte Landschaftsarchitektin Dagmar Hedder hatte Kosten von rund 30 000 Euro geschätzt.
Dies hat schließlich auch zehn von zwölf Gemeinderäten überzeugt. Sie stimmten dafür, dass diese wassergebundene, bespielbare Fläche bei privater Finanzierung realisiert werden soll. Aber es gab auch Gegenstimmen. Walter Knapp (FWV) sprach von einem „Luxusproblem“, wenn die Gemeinde einen erst neun Jahre alten Belag wieder herausreißen wolle. Das sei den Bürgern schwer zu vermitteln. „Die Idee ist toll, allein mir fehlt der Glaube“, sagte er.
Der Bürgermeister stimmt dagegen
Der Bürgermeister Thomas Fritsch, der ebenfalls mit Nein votierte, befürchtet eine optische Verschlechterung, wenn noch eine weitere Belagsvariante auf den Marktplatz komme. Außerdem sei der Platz nicht so ungenutzt, wie es immer dargestellt werde.
Nach einiger Diskussion wurde ebenfalls beschlossen, dass die Farbe des Splitbelags zum restlichen Platz passen und sich an den Ton der angrenzenden Mauer anlehnen muss. Eine Winterlinde soll am Rande der Fläche gepflanzt werden. Die Gemeinde übernimmt die Kosten für das notwendige Versetzen der vorhandenen Poller. Den Rest bezahlt die Bürgerinitiative aus eigener Tasche.
Eberhard Frohnmayer ist optimistisch und hofft auf Spenden aus der Bevölkerung. Unterstützt wird die Initiative von Joachim Baumgärtner, Simone Reusch und Ralf Stuible, alle drei Gemeinderäte der Unabhängigen Bürgerliste Mönsheim (UBLM).