Bürgermeisterwahl Es bleibt die Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung

Claudia Dörner verteilt auch weiterhin ihre Flyer und macht Wahlkampf. Foto: privat
Claudia Dörner verteilt auch weiterhin ihre Flyer und macht Wahlkampf. Foto: privat

Im Ort herrscht Katerstimmung. Nur eine einzige Kandidatin will Bürgermeisterin werden. Aber mit der 33-jährigen Claudia Dörner hat man eine qualifizierte Bewerberin an der Hand.

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Rechberghausen - Ein wenig sprachlos sind sie in Rechberghausen jetzt schon. Da tritt Reiner Ruf nach 37 Jahren als Bürgermeister ab und ermöglicht damit eine spannende Konkurrenz um seine Nachfolge und dann das: Am 26. April steht nur eine einzige Kandidatin zur Wahl. Claudia Dörner, 33 Jahre alt, verheiratet, Diplom-Verwaltungswirtin aus Roßwälden und seit acht Jahren im Haupt- und Ordnungsamt in der vergleichbar großen Gemeinde Dettingen im Kreis Esslingen tätig. Im Ort ist man ob der überschaubaren Bewerberlage verwundert. Rechberghausen sei doch eine attraktive Gemeinde, heißt es.

Claudia Dörner überzeugt

Der CDU-Gemeinderat Franz Steeb hat zumindest eine gute Erklärung, warum seine Fraktion sich nicht selbst auf Kandidatensuche gemacht hat. Man habe sich das zwar überlegt, aber nachdem sich Claudia Dörner, die ihre Kandidatur bereits Ende Januar kund tat, der Fraktion vorgestellt hatte, habe man keine Veranlassung mehr gesehen. „Frau Dörner hat Erfahrung und ist sicher eine gute Bewerberin. Für sie ist es fast ein wenig schade, dass es keine weiteren Kandidaten gibt, aber uns hat sie überzeugt“, erklärt Steeb.

Vergeblich auf weitere Kandidaten gehofft

Ähnlich formuliert es Markus Malcher von den Unabhängigen Bürgern. In Claudia Dörner habe man doch eine hervorragende und qualifizierte Kandidatin. Dass diese eventuell schon früh mit ihrem engagierten Auftreten Verlegenheitsbewerber in die Flucht geschlagen habe, mag Malcher nicht ausschließen. „Das kann man ihr nicht zum Vorwurf machen“, sagt er. Insgeheim habe man im Ort aber schon gehofft, dass sich, ähnlich wie unlängst vor der Wahl in Bad Ditzenbach, zum Ende der Bewerbungsfrist noch weitere Interessenten aus der Deckung wagten.

Erwin Kupi vom Verein Kulturmühle kommentiert die Ausgangslage für die Wahl am 26. April augenzwinkernd: „Wissen Sie, ich komme aus dem Osten. Da hatten wir auch immer nur einen Kandidaten zur Wahl.“ Kupi, der aus Siebenbürgen stammt, spricht aus, was viele insgeheim vermuten. „Sicher hat der Amtsinhaber viel vorgelegt. Was in Rechberghausen alles passiert ist, muss jedoch nicht für immer der Maßstab sein. Das zu erhalten, ist auch schon eine große Aufgabe“, sagt Kupi.

Designierte Bürgermeisterin kämpft weiter um Stimmen

Claudia Dörner selbst wollte sich noch nicht zur quasi gewonnenen Wahl gratulieren lassen. Sie war am Dienstag schon wieder im Dorf unterwegs, hat ihre Flyer verteilt und das Gespräch mit den Bürgern gesucht. „Ich habe jetzt noch dreieinhalb Wochen harte Arbeit vor mir und will nicht nachlassen“, sagt die designierte neue Bürgermeisterin. „Ich sehe die Dinge, die Herr Ruf geleistet hat und bin dankbar dafür. Es ist eine tolle Grundlage, auf der ich aufbauen kann“, erklärt sie unerschrocken. Stillstand, das bedeute Rückschritt. Sie sei sich sicher, dass es in der Gemeinde immer wieder neue Projekte anzustoßen gebe.

Auch sie bedauert, das es am 26. April keine echte Auswahl gibt. Nun hofft sie, wie die Gemeinderäte, die der neuen Chefin im Rathaus einen guten Start wünschen, wenigstens auf eine gute Wahlbeteiligung. „Das wäre ein wichtiger Indikator für die Arbeit, die ich seit Januar geleistet habe“, sagt sie und geht davon aus, dass das Interesse am Urnengang dennoch hoch ist. Ein Amtswechsel nach mehr als 37 Jahren sei schließlich etwas Besonderes.




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