Am Sonntag, 8. Februar, wählen die Rutesheimer eine neue Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister. Der Bewerbungsschluss für mögliche Kandidaten war am Montag um 18 Uhr. Gleich im Anschluss tagte der Wahlausschuss, er prüfte die vier eingegangenen Bewerbungen und ließ am Ende drei Interessenten, die das Amt der Rutesheimer Verwaltungsspitze anstreben, zu. Die amtierende Bürgermeisterin Susanne Widmaier tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.
Als erster Bewerber hatte Alexander Fischer seine Unterlagen eingereicht. Der 49-jährige Diplom-Betriebswirt lebt in Stuttgart und bringt über 20 Jahre Erfahrung in Führung und Projektsteuerung aus der Industrie mit. Nach fast zwei Jahrzehnten bei Mercedes-Benz war er zuletzt für die Bertrandt AG in Projekten für die Porsche AG tätig, unter anderem in der Produktionsplanung und Elektromobilität. Berührungspunkte mit der Stadt Rutesheim hat Fischer bereits über den Sport: Er ist Trainer der Handballdamen der SKV Rutesheim. Der Vater von drei Kindern betont seine Nähe zu Vereinen, Ehrenamt und Bürgerschaft und sieht seine Stärke in „strukturiertem Arbeiten, Entscheidungsfreude und Zuhören“.
Die Bewerberin Bettina Beck war schon Kämmerin in Leonberg
Ebenfalls bewirbt sich die 56-jährige Bettina Beck aus Böblingen. Die Diplom-Verwaltungswirtin (FH) verfügt über langjährige Erfahrung in leitenden Positionen der öffentlichen Verwaltung. Seit 2018 ist sie Dezernentin für Finanzen, Bildung und Gebäudemanagement beim Landratsamt Ludwigsburg und verantwortet dort ein Dezernat mit etwa 280 Mitarbeitenden. Zuvor war Beck mehrere Jahre bei der Stadt Leonberg, unter anderem als Stadtkämmerin.
Parallel zu ihrer beruflichen Laufbahn absolvierte sie Weiterbildungen zur Betriebswirtin sowie ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit Abschluss als Diplom-Ökonomin. Ihre Motivation für die Kandidatur begründet sie mit dem Wunsch, „wieder näher an kommunalen Entscheidungsprozessen“ und den Bürgerinnen und Bürgern zu arbeiten.
Dritter im Kandidaten-Bunde ist Tobias Pokrop, amtierender Bürgermeister der Gemeinde Riederich im Kreis Reutlingen. Der 48-jährige Diplom-Verwaltungswirt ist seit 13 Jahren Rathauschef der rund 4200 Einwohner zählenden Kommune und führt dort etwa 100 Mitarbeitende. Zuvor war Pokrop unter anderem als Kämmerer tätig. Insgesamt blickt er auf mehr als 23 Jahre Erfahrung in der Kommunalverwaltung zurück. In seiner Bewerbung hebt er die Attraktivität Rutesheims als Stadt „mit lebendigem Ortszentrum, guter Infrastruktur und starkem Gewerbe“ hervor. Pokrop tritt parteilos an. Er lebt mit seiner Frau und den drei Kindern derzeit in Riederich.
Bei der Last-Minute-Bewerbung fehlen entscheidende Dinge
Form- und fristgerecht hat noch kurzfristig am Montagabend Helmut Epple seine einseitige handschriftliche Bewerbung abgegeben. Der Weissacher saß zuletzt im Gefängnis, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte. Allerdings lehnte der Rutesheimer Wahlausschuss seine Bewerbung ab, weil die Unterlagen nicht vollständig waren. Zum einen fehlte demnach eine Wählbarkeitsbescheinigung, zum anderen fehlten die erforderlichen 25 Unterschriften von unterstützenden Bürgern. Epple wird daher nicht als Bürgermeisterkandidat auf dem Stimmzettel stehen.