Bürgermeisterwahl in Allmersbach im Tal Zwei Bewerber für die Wörner-Nachfolge

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In Allmersbach wird am 21. Februar ein neuer Bürgermeister gewählt – unter besonderen Bedingungen. Der amtierende Rathauschef geht im April vorzeitig in den Ruhestand.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Allmersbach - Am letzten Tag der Bewerbungsfrist ist die Nachfolge des scheidenden Allmersbacher Bürgermeisters Ralf Wörner doch noch etwas spannender geworden. Nach der Hauptamtsleiterin der Kommune hat ein weiterer Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen.

Der zweite Bewerber stammt aus Schwäbisch Hall, ist 33 Jahre alt und in Stuttgart im Handel mit landwirtschaftlichen Produkten beschäftigt. Viel mehr ist über Fabian Schüle nicht bekannt, denn auf Nachfragen unserer Zeitung hat er sich nicht gemeldet.

Allmersbach kennen und lieben gelernt

Patrizia Rall hingegen ist in der knapp 5000 Einwohner zählenden Kommune keine Unbekannte. Die 31-Jährige ist seit gut fünf Jahren die Hauptamtsleiterin in der flächenmäßig kleinsten Gemeinde im Rems-Murr-Kreis. Die Frau, die einen Bachelor in Public Management aufweisen kann, stammt aus der Nachbarkommune Rudersberg und betont, dass sie Allmersbach nicht nur kennen, sondern auch lieben gelernt habe. Als eines ihrer beruflichen Hauptanliegen nennt sie die Weiterentwicklung zu einer familienfreundlichen Kommune. Dabei habe sie nicht nur die Kinderbetreuung im Blick, sondern auch generationsübergreifende Angebote und solche für Senioren.

Das wird möglicherweise ihren aktuellen Chef, Ralf Wörner, freuen. Der 63-Jährige hatte im Oktober bekannt gegeben, dass er beabsichtige, im April vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Seine dritte Amtsperiode hätte zwar noch zwei Jahre gedauert, doch Wörner erklärte, dass er nach 40 Jahren im öffentlichen Dienst die Zeit für gekommen halte, sich anderen Dingen zu widmen – in erster Linie seiner Familie, zu der mittlerweile auch ein Enkel zähle. Er denke zudem, dass er nach mehr als zwei Jahrzehnten als Bürgermeister eine ordentlich bestellte Kommune hinterlasse.

Im „Rathäusle“ ist es zu eng zum Wählen

Dazu zählt gewissermaßen als letzter Akt eine geordnete Vorbereitung seiner Nachfolge auch in Coronazeiten. So soll es am 9. Februar trotz der Pandemie-Einschränkungen eine öffentliche Vorstellung der Kandidaten geben. Diese findet an zwei aufeinanderfolgenden Terminen, von 18 sowie von 20 Uhr an, in der örtlichen Turn- und Versammlungshalle statt. Zu jeder Runde werden maximal 50 Besucherplätze zur Verfügung gestellt. Die Kandidaten haben jeweils 15 Minuten Zeit, um sich vorzustellen, danach dürfen drei Fragen aus dem Publikum gestellt werden. Noch bis Donnerstag sind zwischen 8.30 und 11.30 Uhr Reservierungen möglich (Telefon 0 71 91/35 30-11). Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Parallel werden die Vorstellungsrunden allerdings auch auf dem Youtube-Kanal der Kommune übertragen.

Auch der Wahlsonntag wird unter besonderen Hygieneauflagen stehen. Das „kleine Rathäusle“ im Teilort Heutensbach, in das normalerweise zu den Urnen gerufen wird, scheide diesmal aus. Insbesondere das enge Treppenhaus sei mit den Abstandsgeboten nicht vereinbar, zumal bei einer Wahl keine Maskenpflicht angeordnet werden könne, wie der noch amtierende Bürgermeister beim Landratsamt erfahren hat. Ausgewichen wird deshalb auch am 21. Februar in die Turn- und Versammlungshalle. Für den bei zwei Kandidaten eher unwahrscheinlichen Fall, dass ein zweiter Wahlgang nötig wird, weil keiner die absolute Mehrheit erreicht, würde am 14. März noch mal gewählt.




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