Der Friolzheimer Rathauschef gewinnt die Wahl mit 60,2 Prozent. Herausforderin Sitran Senol kommt auf 36,5 Prozent.
Die Friolzheimer haben am Sonntag nicht nur ihre Stimmen für die Landtagswahl abgegeben, sondern mit ihrem Votum auch entschieden, wer im Rathaus künftig das Sagen haben wird. Und nachdem erst die Landtagswahl ausgezählt wurde, mussten die rund 30 Gäste im Friolzheimer Rathaus geduldig warten. Am Ende blieb die große Überraschung aus: Amtsinhaber Michael Seiß geht im Mai in eine vierte Amtszeit.
Der 57-Jährige bekam 60,2 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, seine Herausforderin Sitran Senol kam auf 36,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der rund 4100 Einwohner zählenden Gemeinde lag bei 66,8 Prozent. Zur Erinnerung: Vor acht Jahren war Seiß mit 84,3 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 40,5 Prozent gewählt worden.
Sicherheit spielte bei Senol Rolle im Wahlkampf
Die 34-jährige Kita-Leiterin hatte im Wahlkampf die Themen Sicherheit, Transparenz und Familienfreundlichkeit in den Fokus gerückt. Ihr Ziel, so Senol, sei eine sichere, wirtschaftlich stabile und generationengerechte Gemeinde. Das Thema Verantwortung sei etwas Grundsätzliches für sie, ebenso wie die Transparenz bei Entscheidungen, hatte sie bei der offiziellen Vorstellungsrunde erklärt. Doch am Ende konnte sie die Mehrheit der Friolzheimer nicht von sich und ihrer Agenda überzeugen.
Anders Michael Seiß. Auch nach drei Amtszeiten mache es ihm noch richtig Spaß, hatte er im Wahlkampf betont. Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat sei sachlich und konstruktiv, Beschlüsse würden in der Regel mit großer Mehrheit gefasst. In der Kandidatenvorstellung hatte Seiß auf viele Projekte verwiesen, die in seiner Zeit angestoßen wurden – etwa die Digitalisierung der Verwaltung, die Bürgersolarberatung und die Energie Friolzheim.
Finanzlage ist angespannt
Trotz der angespannten Finanzlage müssen in Friolzheim Projekte angegangen werden – etwa die Situation am Seegraben mit Kläranlage und Kanalisation. Ein neues Regenüberlaufbecken muss aufgrund neuer Vorschriften gebaut werden – ein Millionenprojekt, das die Friolzheimer die nächsten Jahre fordern wird. Darüber hinaus hat Seiß ein neues Gewerbegebiet im Auge: Vor zehn Jahren wurde eine Fläche im Gewann Reute an die Firma Porsche verkauft, die aber nicht genutzt wird. Zusammen mit der Gemeinde Mönsheim könnte ein interkommunales Gewerbegebiet erschlossen werden.