Jan Thoma wird neuer Bürgermeister von Hildrizhausen. Der 32-Jährige setzt sich klar gegen Isabella Weinhardt durch – und erspart der Schönbuchgemeinde eine Stichwahl.
Jan Thoma ist laut dem vorläufigen Ergebnis der neue Bürgermeister von Hildrizhausen. Das hat der bisherige Bürgermeister Matthias Schöck am Sonntagabend, 17. Mai, nach der öffentlichen Auszählung vor rund 200 Zuschauern in der Schönbuchhalle bekannt gegeben: „Hildrizhausen hat heute einen neuen Bürgermeister gewählt“, zitierte er den Satz, den sein Vorgänger Hermann König vor 24 Jahren gesagt hatte. Thoma setzte sich klar gegen seine Kontrahentin Isabella Weinhardt durch. 94,2 Prozent der 2880 Wahlberechtigten sprachen ihm ihr Vertrauen aus. Das sind 1451 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 54 Prozent. Auf Weinhardt entfielen 5,1 Prozent der gültigen Stimmen (79). 604 Wähler nutzten die Briefwahl.
Im vergangenen Sommer hatte Amtsinhaber Matthias Schöck (parteilos) nach 24 Jahren – drei Amtszeiten – verkündet, nicht mehr als Bürgermeister von Hildrizhausen antreten zu wollen. Der 52-Jährige hatte dem Gemeinderat damals mehrere Gründe genannt. Einerseits sei er der Meinung, dass es auch auf der Führungsebene einer Gemeinde Wechsel geben müsse. Außerdem sei der Umgangston rauer geworden, sein Körper habe dem langjährigen Bürgermeister Signale gesendet, dass es Zeit zum Aufhören sei. Gemeinsam mit seiner Familie habe er sich schließlich entschieden, mit Auslaufen seiner aktuellen Amtszeit am 31. Juli den Chefsessel im Rathaus abzugeben. Schöck hatte bei seiner letzten Wiederwahl 2018 gegen seine einzige Gegnerin Fridi Miller knapp 97 Prozent der Stimmen geholt.
Wer sind die Kandidaten für den Bürgermeisterposten?
Zwei Kandidierende bewarben sich um die Position: Jan Thoma und Isabella Weinhardt. Für beide Kandidierenden war es die erste Kandidatur für ein politisches Amt.
Bereits vor dem offiziellen Bewerbungsstart brachte sich Thoma als Kandidat ins Rennen. Der 32-Jährige kommt aus Hildrizhausen und lebte zuletzt in Nordrhein-Westfalen, wo er bei der Bergisch-Gladbacher Stadtverwaltung arbeitet. Thoma ist langjähriges Mitglied der CDU, angetreten ist er aber als unabhängiger Kandidat. Im März kündigte dann die zweite Bewerberin, Isabella Weinhardt, an, ebenfalls eine Kandidatur anzustreben. Weinhardt ist 55 Jahre alt, stammt aus Stuttgart und lebt derzeit in Böblingen. Aktuell arbeitet Weinhardt bei der Kämmerei der Landeshauptstadt. Einer politischen Partei gehört sie nicht an.
Bürgermeister Schöck beglückwünscht Sieger
Schon vor Ende der Stimmauszählung um 18 Uhr hatten einige Neugierige vor der Schönbuchschule am Ortsrand von Hildrizhausen eingefunden – während die letzten Wähler noch kurz vor knapp ins Wahllokal huschten. Viele haben dem Wahlsieger den Erfolg zugetraut, wird im Gespräch deutlich. Dass die Entscheidung unter zwei relativ unbekannten Kandierenden aber so klar ausfällt, damit hätten wohl nicht viele gerechnet. Eine Stichwahl ist somit nicht nötig. Sie wird dann abgehalten, wenn kein Kandidat im ersten Wahlgang die Hälfte der Stimmen erreicht.
„Es ist wirklich wahnsinnig überwältigend“, sagte der siegreiche Kandidat Jan Thoma über das Wahlergebnis. „Einerseits fühle ich eine große Erleichterung, andererseits beginnt jetzt natürlich ein riesengroßes Projekt. Ich freue mich auf die Zeit, die kommt.“ Die unterlegene Kontrahentin nahm auf der Bühne einen Blumenstrauß entgegen – „dafür, dass die Gemeinde eine echte Wahl hatte“, sagte Matthias Schöck zu ihr. Er gratulierte dem Sieger, dankte aber auch der Unterlegenen für ihre Kandidatur. Für den designierten Bürgermeister beginnt das neue Amt im August. Bis dahin wird Matthias Schöck voraussichtlich noch im Amt bleiben.