Die Entscheidung, für das Amt der Bürgermeisterin in Rutesheim zu kandidieren, hat Bettina Beck vor Weihnachten, genau am 13. Dezember des vergangenen Jahres, getroffen. Nicht einfach aus dem Bauch heraus, sondern nach sorgfältiger Abwägung. Geholfen bei diesem Prozess hätten ihr auch einige Gespräche, unter anderem mit Rutesheimer Gemeinderäten. Offiziell wird die Kandidatin (parteilos) von den beiden stärksten Gemeinderatsfraktionen, der Bürgerlichen Wählervereinigung (BWV) und den Unabhängigen Bürgern Rutesheim (UBR), unterstützt. „Für mich war klar, ich trete nur an, wenn ich überzeugt bin, dass die Gemeinde und ich zusammenpassen und insbesondere auch die Arbeit mit dem Gemeinderat gut funktionieren wird“, sagt die 56-Jährige. Sie ist seit gut 30 Jahren in der öffentlichen Verwaltung tätig.
Bettina Beck war auch lange in Leonberg tätig
Seit sieben Jahren leitet Bettina Beck (56) das Dezernat für Finanzen, Bildung und Gebäudemanagement beim Landkreis Ludwigsburg. In dieser Funktion verantwortet sie ein breit aufgestelltes Dezernat mit fünf Fachbereichen und einem Stabsbereich mit insgesamt rund 280 Mitarbeitenden. Davor war sie bei der Stadt Leonberg tätig. Sie leitete dort zunächst das Rechnungsprüfungsamt, war dann von 2011 bis Ende 2017 als Stadtkämmerin und Amtsleiterin der Kämmerei tätig.
„Rutesheim ist eine attraktive, funktionierende Stadt“
Bettina Beck, die mit ihrem langjährigen Lebenspartner in Böblingen wohnt, ist in der Region vernetzt. Auch in Rutesheim kennt man die einstige Leonberger Kämmerin wohl noch gut. „Dort sind einige meiner ehemaligen Kollegen.“ Nachdem die amtierende Bürgermeisterin Susanne Widmaier bekannt gegeben hatte, dass sie aus gesundheitlichen Gründen für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht, „wurde ich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, zu kandidieren“, verrät Beck. Nach reifer Überlegung gab sie ihre Bewerbung ab. Die Kandidatin sieht Rutesheim als „attraktive, funktionierende Stadt mit guter Infrastruktur“. Daher will sie auch nicht von einem Neuanfang sprechen, sollte sie am 8. Februar oder gegebenenfalls im zweiten Wahlgang zwei Wochen später gewählt werden. „Ich strebe wie bisher eine behutsame Weiterentwicklung an“, mit Blick auf die aktuellen Projekte wie die Ausweitung des neuen Wärmenetzes, Wohnbau oder Gewerbeentwicklung. Ein großes Thema werde neben den Finanzen auch der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder in der Grundschule sein, der in diesem Jahr ab August schrittweise eingeführt wird.
Bettina Beck sieht das Amt der Bürgermeisterin nicht als Beruf, sondern als Berufung. „Ich möchte ansprechbar sein und möchte neben der klassischen Bürgersprechstunde auch andere Formate entwickeln, um in den Dialog mit den Menschen zu kommen.“ Sollte sie gewählt werden, dann gerne später auch für eine zweite Amtszeit. „Ich arbeite gerne“, sagt die Diplom-Verwaltungswirtin, die parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit ein Studium zur Betriebswirtin sowie ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Universität Hohenheim mit dem Abschluss als Diplom-Ökonomin absolviert hat.
Eine Station in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn habe sie besonders geprägt, im positiven Sinne: In Filderstadt war sie von 1993 bis 2000 zunächst als Sachbearbeiterin in der Kämmerei tätig, übernahm später die Leitung der Wohnungs- und Gebäudeverwaltung und wurde Anfang 2001 Abteilungsleiterin für das Kassen- und Steuerwesen. „Dort hatte ich einen Kämmerer der alten Schule als Chef, er hat uns gelehrt, alles mit tiefstem Verantwortungsbewusstsein fristgerecht in sauberer Qualität abzuliefern. Bei Bedarf steckt man noch bissle mehr Energie rein.“
„Mir ist wichtig, Mitarbeitenden Freiräume zu lassen“
Fragt man sie nach ihrem eigenen Führungsstil, muss Bettina Beck nicht lange überlegen: „Mir ist wichtig, Mitarbeitenden Freiräume und auch Entwicklungsmöglichkeiten zu lassen, ich vertraue ihnen und tausche mich mit ihnen aus. Nie würde ich mir beispielsweise anmaßen, bauliche Themen besser beurteilen zu können als meine Fachleute.“ Sie beschreibt sich selbst als offenen und ehrlichen Menschen, der zuhören kann und zielstrebig ist. „Da habe ich eine gewisse Ausdauer.“
Sport als Ausgleich zum anspruchsvollen Berufsalltag
Ihren persönlichen Ausgleich zum anspruchsvollen Berufsalltag findet sie beim Sport. Wandernd in der freien Natur bekomme sie gut ihren Kopf frei. Und beim Tennis sucht sie auch mal gerne die Herausforderung. In Stuttgart-West ist sie aufgewachsen, ihre Eltern sind seit den 1970er Jahren Mitglieder beim TC Leonberg. Dort spielt Bettina Beck, sofern es die Zeit zulässt, momentan bei den Damen 40. „Auf der Anlage habe ich quasi meine Kindheit verbracht.“