Bürgermeisterwahl in Unterensingen Fortsetzungsfilm statt Premiere

Sieghart Friz bleibt für weitere acht Jahre Schultes in Unterensingen. Foto: Horst Rudel
Sieghart Friz bleibt für weitere acht Jahre Schultes in Unterensingen. Foto: Horst Rudel

Für wenig Überraschungen dürfte der Ausgang der Bürgermeisterwahl in Unterensingen gesorgt haben. Hier stimmten die Wähler erneut für Sieghart Friz.

Esslingen: Thomas Schorradt (adt)
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Unterensingen - Der Unterensinger Bürgermeister Sieghart Friz geht mit verhaltenem Rückenwind in seine vierte Amtszeit. Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag hat der 56 Jahre alte Amtsinhaber, der seit dem Jahr 1994 das Abonnement auf den Chefposten im Unterensinger Rathaus hat, 76,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt. Sein Herausforderer, der 31 Jahre alte Michél Hömke, ist über einen Achtungserfolg nicht hinausgekommen. Immerhin 23,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler hätten gerne ihn zum Bürgermeister gehabt. Der Zweikampf um das Rathaus hat 1714 Wahlberechtigte motiviert, ihre Stimme abzugeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von immerhin 43,9 Prozent.

Um 19.10 Uhr hat festgestanden, was Beobachter der kommunalpolitischen Szene in Unterensingen schon erwartet hatten. Sieghart Friz, der für die CDU auch als stellvertretender Fraktionschef im Kreistag in Esslingen sitzt, wird weitere acht Jahre lang die Geschicke an der Spitze der 4900 Einwohner zählenden Neckartalgemeinde leiten. Der seit dem Jahr 1994 amtierende Schultes hatte schon im Vorfeld des Wahltags deutlich gemacht, dass es bei der Abstimmung zwar naturgemäß in erster Linie um seine Person gehe, gleichzeitig aber auch der generelle Kurs des Gemeinderats auf dem Prüfstand stehe.

Überregionale Themen auf der Tagesordnung

„Das Wahlergebnis ist deshalb auch eine Bestätigung der großen Linie, auf der der Gemeinderat in seiner Gesamtheit in den überregionalen Themen unterwegs ist“, sagte Friz. Auf der Tagesordnung in Unterensingen steht neben der Schaffung von Plätzen in der Anschlussunterbringung von Asylbewerbern auch die Belastungen, die von der über die Markung von Unterensingen geplanten überregionale Kerosinpipeline und vom Bau der ICE-Trasse zwischen Stuttgart und Ulm ausgeht.

Entsprechend waren das auch die Streitpunkte gewesen, die den eher verhalten geführten Wahlkampf in der Neckartalgemeinde beherrscht haben. Friz’ Herausforderer, Michél Hömke, hatte versucht, gerade auf diesen Konfliktfeldern zu punkten. Der 31 Jahre alte Fachwirt für Sozial- und Gesundheitswesen hatte den Unterensingern versprochen, mit „deutlich besserer Performance“ an die Themen heranzugehen. Um sich und sein Anliegen vorzustellen, hat der Kandidat eigens einen knapp zweiminütigen Werbefilm auf der Internet-Plattform Youtube eingestellt – letztlich vergeblich. Statt der Premiere läuft nun für weitere acht Jahre die Fortsetzung im Unterensinger Rathaus.




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