Bürgermeisterwahl in Urbach Amtsinhaberin unter Druck: Fehrlen bekommt ernsthafte Konkurrenz

Die Bürger haben bei der Bürgermeisterwahl in Urbach eine echte Wahl. Foto: Uli Deck/dpa

Mit Marcel Schindler bewirbt sich ein Herausforderer um das Urbacher Rathaus. Der Gemeinderat hatte den Wettbewerb bei der Ausschreibung mit einer Maßnahme ganz bewusst geöffnet.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Bei der am 8. März anstehenden Bürgermeisterwahl in Urbach zeichnet sich ein echter Wettbewerb ab: Neben der amtierenden Bürgermeisterin Martina Fehrlen bewirbt sich nun auch Marcel Schindler um das Amt des Rathauschefs. Der 31-jährige Verwaltungsfachmann hat seine Kandidatur in einer Pressemitteilung angekündigt.

 

Schindler bringt nicht nur als Amtsleiter kommunalpolitische Erfahrung mit, er hat für die SPD auch ein Mandat im Gemeinderat von Plüderhausen. Seine Bewerbung in Urbach will er hingegen als unabhängiger Kandidat verstanden wissen. Er betont seine Verwaltungskenntnisse und hebt hervor, Entscheidungen künftig „zügig, transparent und nachvollziehbar“ umsetzen zu wollen. Ein Mann, der offenkundig nun seinen nächsten Karriereschritt tun möchte.

Gemeinderat streicht Amtsinhaber-Passus

Martina Fehrlen, seit 2018 im Amt und mit knapp 60 Prozent im ersten Wahlgang gewählt, steht hingegen für Kontinuität. Doch ganz unumstritten ist ihre zweite Kandidatur nicht. Der Gemeinderat hatte bei der Stellenausschreibung bewusst darauf verzichtet, den üblichen Hinweis „Die derzeitige Amtsinhaberin bewirbt sich wieder“ aufzunehmen. Ein subtiler, aber deutlicher Fingerzeig. Der Antrag kam von den Freien Wählern, die damit signalisieren wollten: Konkurrenz ist erwünscht.

Martina Fehrlen ist vor acht Jahren mit fast 60 Prozent der Stimmen gewählt worden. Foto: Gottfried Stoppel

In einem Interview mit der Lokalzeitung verweist Martina Fehrlein auf ihre persönliche Bindung an den Ort: Ihre Familie sei hier verwurzelt, das Amt für sie mehr als nur ein Beruf. Inhaltlich stellt sie zentrale Themen wie Infrastruktur, Hochwasserschutz und Kinderbetreuung in den Vordergrund.

Fehrlen räumt Fehler bei „Schraienwiesen“-Entwicklung ein

Gleichzeitig zeigt sie sich selbstkritisch: Besonders die Entwicklung des Gewerbegebiets „Schraienwiesen“ sei aus ihrer Sicht rückblickend nicht optimal verlaufen. Die Entscheidung für einen Bürgerentscheid statt eines Bürgerforums bewertet sie heute als nicht ideal.

Marcel Schindler fordert die Amtsinhaberin heraus. Foto: privat

Marcel Schindler wiederum rückt neben Hochwasserschutz auch die Familienpolitik in den Fokus. Als junger Vater kenne er die Anforderungen an verlässliche Betreuung aus eigener Erfahrung. Verwaltung, so betont er, müsse vor allem funktional, verbindlich und bürgernah sein.

Beide Kandidaten sehen das Ehrenamt als Herzstück

Beide Kandidierenden betonen den Wert des ehrenamtlichen Engagements vor Ort. Während Schindler hier Verbesserungspotenzial in der Verwaltungsunterstützung sieht, hebt Fehrlen die Vielfalt des örtlichen Vereinslebens hervor – und die Bedeutung, bürgerschaftliches Engagement als verbindendes Element im Ort zu stärken.

Die Wahl in Urbach findet am 8. März 2026 statt, eine mögliche Stichwahl am 29. März. Bis zum 9. Februar können weitere Bewerbungen eingereicht werden.

Klarer Wettstreit um Urbacher Rathausführung entfacht

Ob es zu weiteren Kandidaturen kommt, ist offen. Schon jetzt deutet sich jedoch ein inhaltlich klarer Wettstreit zweier Profile an – Verwaltungserfahrung und kommunalpolitische Verankerung auf beiden Seiten, jedoch mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Herangehensweise.

Beide Bewerber haben signalisiert, dass sie auf einen fairen Wahlkampf setzen möchten. Die Entscheidung über die künftige Führung des Rathauses liegt nun bei den Wählerinnen und Wählern.

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