Bürgermeisterwahl Plüderhausen König Hornauer will Schultes werden

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Ein selbsternannter König, eine Dauerkandidatin, ein Vertriebsleiter und der Amtsinhaber: Der Bürgermeisterwahlkampf in Plüderhausen verspricht unterhaltsam zu werden.

Thomas Hornauer in seinem Kristallpalast in Plüderhausen. Das Projekt sei abgeschlossen, sagt er, deshalb könne er sich jetzt neuen Aufgaben widmen – als Bürgermeister von Plüderhausen. Foto: Frank Eppler
Thomas Hornauer in seinem Kristallpalast in Plüderhausen. Das Projekt sei abgeschlossen, sagt er, deshalb könne er sich jetzt neuen Aufgaben widmen – als Bürgermeister von Plüderhausen. Foto: Frank Eppler

Plüderhausen - Der Wettstreit um das Amt des Bürgermeisters in Plüderhausen (Rems-Murr-Kreis) ist zumindest um eine unterhaltsame Komponente reicher geworden. Kurz vor dem Ende des Bewerberschlusses am Montagabend hat Thomas Hornauer seinen Hut in den Ring geworfen. Die schillernde Unternehmerpersönlichkeit ist der dritte Gegenkandidat, der dem amtierenden Rathauschef Andreas Schaffer seine fünfte Amtsperiode in der rund 9400 Einwohner zählenden Kommune streitig machen will.

Außer dem Amtsinhaber und Hornauer werden der 45-jährige Vertriebsleiter Christian Maier und die 48-jährige Familienhelferin Fridi Miller auf dem Wahlzettel stehen. Maier hat sich vor vier Jahren schon einmal erfolglos um das Amt in Biberach beworben, Miller hat die Erfahrung bereits an mehreren Orten gemacht – zuletzt, wie berichtet, in Schwaikheim. Dort hatte sie mit einigen Aussagen im Wahlkampf allerdings die Lacher auf ihrer Seite.

Thomas Hornauer: Vom Unternehmer zum Guru zum Bürgermeister?

Den größten Unterhaltungswert in Plüderhausen indes dürfte Thomas Hornauer haben. Der 57-Jährige behauptet von sich, der uneheliche Urenkel von König Ludwig II. zu sein und lässt sich gerne als Seine Königliche Hoheit anreden. Nach Tätigkeiten im Handwerk und der Gastronomie wechselte er in die Medienbranche, gründete Ende der 1990er-Jahre die bis heute in Plüderhausen ansässige Firma Telekontor.

Bekanntheit erlangte er insbesondere durch und nach dem Kauf des Fernsehsenders B.TV, den er, wie er es selbst beschreibt, zu einem „spirituellen Lebensberatungssender“ umbaute. Nach „politischen Schwierigkeiten“ verlegte er sich auf das Internetfernsehen, wo er zusammen mit „telemedialen Freunden“ das „Vereinte Heilige Deutsche Königreich“ ausrief, eine „Vision, die die wahre Lehre Christi und die Lehre Buddhas harmonisch vereint“.

Heutzutage ist Thomas Hornauer auch in sozialen Netzwerken präsent:

Sein jüngstes Projekt, ein „globales Lichtkristallzentrum“ in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Plüderhausen, sei mittlerweile vollendet. Deshalb, sagt Hornauer, könne er sich nun neuen Dingen zuwenden: der Bürgermeisterwahl in Plüderhausen. Er schätze den amtierenden Bürgermeister Andreas Schaffer sehr, dieser sei einer der besten Rathauschefs weit und breit. Dennoch wolle er, dass die Bürger eine Wahl haben – seine Mitbewerber nämlich sieht er nicht als ernsthafte Kandidaten an. Er selbst sei ein solcher. „Ich mache das nicht aus Spaß oder um Aufmerksamkeit zu heischen“, sagt Hornauer.

Hornauer will ein „unternehmerischer Bürgermeister“ sein

Für seine neue berufliche Phase sei er dank seiner „umfangreichen Erfahrung in allen Schichten der Bevölkerung“ bestens geeignet. Selbst Verwaltungserfahrung habe er gesammelt, „sogar extremst“. B.TV nämlich sei eine „verkappte Behörde“ gewesen. Was er in der Kommune als Bürgermeister verändern will? „Alles, was geht“, sagt Hornauer. In den nächsten Tagen werde er diesbezüglich sein Wahlprogramm aufstellen. Ein Schwerpunkt sei jetzt schon klar: „Viel Wirtschaftlichkeit. Ich werde ein unternehmerischer Bürgermeister sein.“




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