Raimon Ahrens steht am 18. Januar in Rudersberg als Bürgermeister allein zur Wahl – und will doch mehr als einen formalen Sieg. Welche Projekte ihm besonders am Herzen liegen.
In Rudersberg ist die Bürgermeisterwahl entschieden, bevor der erste Wahlzettel ausgefüllt wurde: Nur ein Name wird am 18. Januar 2026 zur Auswahl stehen – der von Raimon Ahrens. Der 36-jährige Verwaltungswirt, seit 2018 im Amt, kandidiert erneut, und diesmal ohne Gegenkandidat. Laut dem Gemeindewahlausschuss sind bis Ende der Frist keine weiteren Bewerbungen eingegangen.
Raimon Ahrens war 2018 überraschend gleich im ersten Wahlgang mit 66,7 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt worden und hatte die Nachfolge von Martin Kaufmann (heute: Martin Cohn) angetreten, der nach Leonberg gewechselt war. Damals hatte sich der Mann, der in Schorndorf-Schlichten aufgewachsen ist, gegen fünf weitere Bewerber durchgesetzt. Heute steht er allein zur Wahl. Doch politisches Alleinsein bedeutet für Ahrens nicht, sich zurückzulehnen. „In den vergangenen acht Jahren haben wir gemeinsam viel bewegt – das möchte ich fortsetzen“, sagt er.
Ahrens' Erfolgsbilanz: Pflegeheim, Wohnen, Wieslauftalbahn
Als Projekte, die in seiner Amtszeit angestoßen wurden, nennt der Schultes unter anderem den Neubau eines Pflegeheims mit 280 neuen Wohneinheiten sowie den Beschluss für ein modernes Rettungszentrum für Feuerwehr und DRK. Auch der Wiederaufbau nach der Starkregen-Katastrophe fällt in seine Regie, sowie die Anschaffung neuer Triebwagen, die den Betrieb der Wieslauftalbahn sichern.
Ahrens betont, dass er mit seiner Familie inzwischen tief in der Gemeinde verwurzelt ist. Der Zusammenhalt in Krisenzeiten – etwa beim Hochwasser – habe ihn nachhaltig beeindruckt. Auch das Heimatfest 2025 habe gezeigt, „dass im Wieslauftal etwas zusammengewachsen ist“. Diese gewachsene Gemeinschaft sieht der Schultes als Stärke, besonders in einer Flächengemeinde mit vielfältigen Herausforderungen.
Ahrens' Pläne: Hochwasserschutz, Schulzentrum, Schlechtbach
Für seine zweite Amtszeit hat sich der Bürgermeister viel vorgenommen. Neben dem Rettungszentrum stehen unter anderem die Fortschreibung des Hochwasserschutzkonzepts, die Sanierung und Erweiterung der Technikräume am Schulzentrum und die Neugestaltung der Schlechtbacher Ortsmitte auf der Agenda.
Auch der Glasfaserausbau rückt in greifbare Nähe. Die weißen Flecken sollen durch die Telekom erschlossen, der Süden durch NetCom eigenwirtschaftlich versorgt werden. Ahrens nennt den digitalen Ausbau einen „Schlüssel für Zukunftsfähigkeit“. Parallel dazu startet 2026 die Erarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzepts, als Basis für den neuen Flächennutzungsplan.
Ahrens setzt auf persönliche Gespräche trotz fehlender Vorstellung
Eine offizielle Kandidatenvorstellung seitens der Gemeinde wird es nicht geben. Das sieht die Satzung so vor, wenn nur ein Bewerber antritt. Dennoch betont Ahrens, selbst auf Präsenz in Gesprächen und Begegnungen setzen zu wollen.
Obwohl die Wahl eigentlich entschieden ist, bleibt sie für den Amtsinhaber eine Nagelprobe, was die Wahlbeteiligung angeht. „Eine hohe Beteiligung ist immer auch ein Zeichen von Rückhalt – und Ansporn für die Arbeit“, sagt Ahrens. Ein konkretes Ziel nennt er nicht, doch er wolle „in den kommenden Wochen dafür werben“.