Bürgermeisterwahl Salach ist neugierig auf die Bewerber

Gut besucht war die Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in Salach. Foto: Giacinto Carluccui

Zur Kandidatenvorstellung für die Bürgermeisterwahl kommen 600 Besucher in die Stauferlandhalle. Das Großprojekt Schachenmayr-Areal ist für alle Bewerber ein Thema.

Vier der fünf Bewerber, die antreten, um Bürgermeister von Salach zu werden, haben sich am Mittwochabend dem Wahlvolk präsentiert. Das Interesse war groß, mehr als 600 Besucherinnen und Besucher sind zur Kandidatenvorstellung in die Stauferlandhalle gekommen. Wer fehlte, war der Dauerkandidat Samuel Speitelsbach.

 

Wie halten es die Unternehmer mit ihren Firmen?

Kandidat Michael Frey ist Immobilienmakler, Mitbewerber Sandro Blum Unternehmer. Frage aus dem Publikum: Wie würden es die beiden mit ihren Firmen halten, wenn sie gewählt würden? Blum, der in Dürnau eine Firma für Verpackung und Logistik führt, erwartet, dass sein stellvertretender Geschäftsführer übernimmt: „Ich bin dann 100 Prozent Bürgermeister.“ Frey war weniger eindeutig: „Das müsste ich erst einmal selber austesten.“ Schließlich habe er in 27 Jahren sein Maklerbüro aufgebaut. An Dennis Eberle und Mastro erübrigte sich diese Frage. Beide haben in Konstanz Politik- und Verwaltungswissenschaften studiert. Eberle ist Büroleiter der Göppinger Landtagsabgeordneten Sarah Schweizer (CDU) und Giacomo Mastro hauptamtlicher Ortsvorsteher von Nabern, einem Teilort von Kirchheim unter Teck. Beiden fiele der Wechsel nach Salach leicht.

Der 29-jährige Dennis Eberle war als erster an der Reihe. Er hat früh seine Kandidatur angemeldet. Begleitet von seiner Ehefrau und den beiden kleinen Kindern erinnerte er an die familiäre Beziehung nach Salach: Als Kind habe er sonntags immer die Oma besucht. „Salach ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Dann sprach der Bewerber die großen Gegenwartsthemen an – von Klimawandel über Energiekrise bis zur Kinderbetreuung. Er schrecke vor Herausforderungen nicht zurück. Eberle bot sich als Bürgermeister an, „der ein Gespür für die Sorgen und Nöte der Menschen hat“.

Ein Wir-Gefühl „von Salach-Süd bis Bärenbach“

Das Großprojekt Schachenmayr-Areal war für alle Bewerber ein Thema. Offenbar haben sie in ihren Vor-Ort-Gesprächen bemerkt, dass manche Bürger Bedenken haben und sich nicht richtig eingebunden fühlen. Eberle betonte, das neue Quartier solle „zuallererst“ den Salachern zugutekommen. Er möchte ein „Wir-Gefühl von Salach-Süd bis Bärenbach“ schaffen. Eberle fordert einen attraktiven Nahverkehr. Ein Bürgerfonds soll der Finanzierung von Projekten von Vereinen oder Bürgern dienen. Der 29-jährige Reserveoffizier, der CDU-Mitglied ist, sagt, er bringe „Fachkompetenz“ mit. Er trete „als unabhängiger Kandidat“ an.

„Wir müssen Alternativen schaffen für junge Familien“, fordert Sandro Blum. Der 46-Jährige strebt bezahlbaren Wohnraum und Arbeitsplätze an. Er möchte „die Salacher zusammenführen, wie es früher war“. Blum ist in Salach aufgewachsen und in die Schule gegangen. Es brauche einen Ort für die Jugend. „Ich finde, es gibt bessere Alternativen als die Krautländer.“ Auf dem Schachenmayr-Gelände sollten auch Kunst und Kultur Platz finden. Damit Familien dort genug Platz haben, sollen die Wohnungen dort mindestens 100 Quadratmeter groß sein.

Ehrenamtliche Ausbildungsbegleitung

Der Unternehmer möchte für seine Ziele ehrenamtliche Helfer einsetzen, die zum Beispiel Patenschaften für Vorgärten oder Streuobstwiesen übernehmen. Kinder und Jugendliche sollen eine ehrenamtliche Ausbildungsbegleitung erhalten. Jedoch: „Wo Vereine an Grenzen stoßen, soll die Gemeinde helfen.“ Er kündigte eine bürgernahe Politik der offenen Tür an.

„Das Filstal ist meine Heimat“, sagte Giacomo Mastro. In seiner Bewerbung sieht er eine Chance, ins Filstal zurückzukehren. Bei einem Wahlerfolg wolle er mit seiner Verlobten nach Salach ziehen, die Hochzeit werde in einem Jahr folgen. „Ich möchte Salach mit Ihnen zusammen voranbringen“, kündigte Mastro an. Dafür bringt der 33-jährige Ortsvorsteher „Verwaltungs- und Führungserfahrung“ mit. Der Einfluss eines Bürgermeisters sei wichtig: „Es kommt immer auf den Menschen an der Spitze der Verwaltung an.“ Als Ortsvorsteher von Nabern trage er jetzt schon Verantwortung, auch für Schule und Kindergarten. In den Kirchheimer Gremien habe er „den Beruf des Bürgermeisters von der Pike auf gelernt“. Der Kandidat findet, die Bewerbung in Salach sei für ihn „ der konsequente nächste Schritt“.

Meilensteine für die Stadtplanung

Mastro ist in Altenstadt aufgewachsen, der Vater stamme aus Apulien, die Mutter aus Geislingen. Er verbinde einen turbulenten italienischen und einen bodenständigen schwäbischen Familienteil. Die Vorhaben im Schachenmayr-Areal und den Krautländern nennt Mastro Meilensteine.

Zuhörer fühlen Kandidaten auf den Zahn

Fragen
15 Minuten für die Bewerbungsrede und eine zweiminütige Schlusserklärung stand den Kandidaten zur Verfügung. Dazwischen hatten die Salacher Gelegenheit, den Bewerbern Fragen zu stellen. Diese Möglichkeit wurde reichlich genutzt. Die Veranstaltung, die die ehrenamtlichen Bürgermeister Barbara Schmid (CDU) und Peter Hofelich (SPD) leiteten, dauerte fast bis 22 Uhr.

Redezeit
  Während Dennis Eberle, Sandro Blum und Giacomo Mastro ihre Redezeiten ausschöpften, machte es Michael Frey kurz, schon nach rund fünf Minuten kam er zum Ende.

Wahl
  Salach wählt am 16. Oktober. Erhält kein Bewerber die absolute Mehrheit, folgt am 30. Oktober eine weitere Wahl, in der die einfache Mehrheit reicht.

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