Bürgerzentrum und Feuerwache Sillenbuch Doppelprojekt verschlingt mehr als 70 Millionen Euro

Bei seiner Sommertour hatte OB Frank Nopper (Mitte) Details zu den neuen Plänen bekannt gegeben. Foto: Caroline Holowiecki

In Sillenbuch sind seit Jahren eine neue Feuerwache und ein neues Bürgerzentrum geplant. Nun geht es endlich voran, aber es wird teuer.

Die Stadträte sind sich einig gewesen, auch die Bezirksbeiräte sehen das Ganze positiv. Kurz vor Weihnachten ist im Gemeinderat der Vorprojektbeschluss für ein Sillenbucher Großvorhaben gefast worden, auf das die Menschen im Ort seit vielen Jahren gewartet haben: den Neubau des Bürgerzentrums und der Feuerwache.

 

Seit 2009 gibt es konkrete Planungen für einen Ersatz fürs angemietete und längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit befindliche Bezirksrathaus in Sillenbuch. Auch die Feuerwache im selben Gebäude befindet sich in einem desolaten Zustand. Vor rund einem Jahr hat das Ganze allerdings einen neuen Dreh bekommen. Seither wird mit zwei Gebäuden geplant. Das hat unter anderem mit dem Lärmschutz und veränderten Raumbedarfen zu tun. Vor allem die Feuerwehr braucht mehr Platz. Zum einen wollen die freiwilligen Abteilungen Sillenbuch und Riedenberg fusionieren, zum anderen soll vor Ort eine neue Satellitenwache der Berufswehr entstehen. Das alles soll auf dem Parkplatz am Ostfilderfriedhof realisiert werden. Das Bürgerzentrum soll indes am vorgesehen Standort bleiben, auf der jetzigen Parkplatzfläche an der Stadtbahn-Haltestelle Schemppstraße. Es soll unter anderem Räume für die Bezirksverwaltung, einen Bürgersaal und eine Bibliothek beinhalten, außerdem eine Tiefgarage für Friedhofsbesucher.

Die Pläne und die Kosten haben sich grundlegend geändert

Der Finanzmittelbedarf, von dem man mittlerweile ausgeht, ist gewaltig. Inklusive Baukostensteigerung rechnet man beim Bürgerzentrum mit 36,4 Millionen Euro, bei der Feuerwehr mit 35,1 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2009 war man im Rahmen der allerersten Planungen noch von in Summe 13 Millionen ausgegangen, Ende 2019 standen mehr als 26 Millionen im Raum. Jedoch haben sich seither auch die Planungen grundlegend geändert.

Nun soll ein Architektenwettbewerb für den Feuerwehr-Neubau angestoßen werden. Auch muss zunächst Planungsrecht geschaffen werden, hier geht das Technische Referat von einer Verfahrensdauer von vier bis fünf Jahren aus. Beim Bürgerzentrum wird man indes von früheren Planungen profitieren können. Entsprechend auseinandergezogen ist auch der weitere Zeitplan. Während beim Bürgerzentrum der Baustart Anfang 2027 und die Fertigstellung Ende 2028 sein könnten, geht man im Rathaus derzeit in Bezug auf die Feuerwehr von einem Baubeginn Mitte 2028 und einer Fertigstellung Mitte 2030 aus. Diesen Zeitplan hatte OB Frank Nopper bereits im vergangenen August bei seiner Sommertour vorgestellt.

Weitere Themen