Bürokratie-Pingpong in Leonberg Es stinkt in der Stadt weiterhin übel – warum nimmt sich keiner der Sache an?

, aktualisiert am 04.02.2026 - 11:23 Uhr
Wegweiser in Richtung Gewerbegebiet Brennerstraße in Leonberg: Dort liegt mit großer Wahrscheinlichkeit die Quelle des Gestanks, der die Anwohner quält (Symbolbild). Foto: Simon Granville, imago/blickwinkel

Es tut sich einfach nichts: Seit Monaten plagt ein ekliger Gestank Teile von Leonberg. Die Stadtverwaltung sieht die Zuständigkeit dafür künftig beim Landkreis – dort widerspricht man.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Auch wenn dank Neu-OB Tobias Degode im Leonberger Rathaus nun ein frischer Wind weht – das leidige Thema rund um den ekelhaften Gestank in Teilen der Stadt wird die Verwaltung nicht los. Jüngst kam es in der Bürgerfragestunde vor der Gemeinderatssitzung erneut aufs Tapet. „Allmählich nervt es“, tat ein Einwohner kund.

 

Fakt ist: Der Gestank, der sich vor allem im westlichen Teil der Stadt breit macht und aus dem Gewerbegebiet Brennerstraße kommen muss, ist nach wie vor da – geändert hat sich nichts, seit die Angelegenheit im Frühsommer 2025 aufgrund einer Vielzahl von Beschwerden öffentlich Fahrt aufgenommen hat.

Gestank in Leonberg: Antwort des OB auf eine Frage zu dem Thema überrascht

Die Antwort des neuen Verwaltungschefs vor der eigentlichen Gemeinderatssitzung überraschte hingegen. „Das Thema wird wohl der Kreis wieder an sich nehmen“, entgegnete Degode. Einen neuen Sachstand gab es nicht zu vermelden – es stellt sich nun hingegen die Frage, welche Behörde denn in Zukunft eigentlich für was zuständig ist?

Mit Degodes Antwort sieht die Kommune die Angelegenheit vorerst als erledigt an. Nachgefragt beim Landratsamt, klingt das jedoch irgendwie anders. „Die Stadt Leonberg ist in ihrer Funktion als Ortspolizeibehörde zuständig dafür, Gefahren und Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu beseitigen“, antwortet Pressesprecherin Simone Hotz. Insofern liege die Zuständigkeit bei der Stadt.

Das klingt, als hätte es eine ähnliche Situation schon einmal gegeben – nur umgekehrt. In der Tat hatte Degodes Vorgänger Martin Georg Cohn die Angelegenheit im Sommer 2025 zur Chefsache und damit dezidiert zum städtischen Thema gemacht – was die Kreisbehörde nicht so unterschreiben wollte.

Das Gewerbegebiet Brennerstraße in Leonberg: Woher kommt der ekelhafte Gestank? Foto: Simon Granville

Nun hat es den Anschein, als wolle niemand mehr so richtig für den Gestank zuständig sein. Ganz abgesehen davon, dass der Verursacher noch immer nicht festgestellt ist.

Landratsamt zum Gestank: Unterstützung ja – Zuständigkeit nein

Kreis-Pressesprecherin Hotz weiter: „Die Immissionsschutzbehörde des Landratsamts Böblingen unterstützt die Stadtverwaltung als Fachbehörde und steht mit der Stadtverwaltung im regelmäßigen Austausch.“ Die Stadt könne sich – neben dem Landratsamt – auch anderer Experten bedienen. Auch Gestanksmeldungen sollen laut Hotz weiter über die Mängelmelder-App der Stadt Leonberg erfolgen. „Diese wird seitens des Ordnungsamts Leonberg gepflegt.“

Was bleibt, ist immer weiter wachsender Frust bei den Betroffenen. Und ein nicht eben kleiner Teil einer so stolzen Großen Kreisstadt, in dem es regelmäßig zum Himmel stinkt.

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