Buga 2043 in Esslingen Bundesgartenschau in Esslingen: Ein Gewinn für die ganze Stadt

Der Landschaftspark Bruckenwasen in Plochingen ist auch Jahre nach der Gartenschau noch sehr beliebt. Foto: Roberto Bulgrin

Eine Bundesgartenschau in Esslingen kostet Geld. Doch das kann sich lohnen – zumal ein konkreter Termin den Druck erhöhen dürfte, wichtige Projekte voranzutreiben.

Die Bundesgartenschau kostet Esslingen jetzt schon Geld. Dabei ist noch gar nicht klar, ob sie überhaupt in die ehemalige Reichsstadt kommt oder nicht. Wenn die Stadt sich für das Großevent empfehlen will, kommt sie wohl nicht um die Machbarkeitsstudie herum, die sie gemeinsam mit den Projektpartnern Ludwigsburg, Stuttgart und Verband Region Stuttgart in Auftrag geben will. Das kostet – mindestens einen fünfstelligen Betrag.

 

Weitere Kosten werden folgen. Doch für was, fragen die Zweifler im Esslinger Gemeinderat. Es sei völlig unklar, welche Ideen die Stadt für eine Bundesgartenschau habe. Tatsächlich gibt es noch keine konkreten Pläne, was genau im Rahmen einer Buga in Esslingen präsentiert werden soll. Allerdings wäre es auch sehr verwunderlich, wenn das schon der Fall wäre – schließlich findet die Gartenschau, so sie überhaupt nach Esslingen kommt, voraussichtlich erst im Jahr 2043 und damit in 18 Jahren hier statt. Nun muss die Machbarkeitsstudie erst einmal klären, was überhaupt vorstellbar wäre.

Große Hoffnungen mit Buga in Esslingen verbunden

Bei der Bundesgartenschau in Mannheim konnten die Besucher mit der eigens gebauten Seilbahn fahren. Foto: Uwe Anspach/dpa

Mit der Ausrichtung einer Buga in Esslingen sind große Hoffnungen verbunden. In der Tat klingt es verlockend, wenn etwa von der Aufwertung des Neckarufers, von mehr Grünflächen, einer modernen Stadtplanung und reizvollen Anziehungspunkten für Touristen die Rede ist. Eine Bundesgartenschau bietet sicher große Chancen – zumal dabei in der Regel viele Fördergelder fließen. Im Übrigen ist die Buga längst nicht mehr nur eine Pflanzenschau, sondern ein Impuls für nachhaltige Stadtentwicklung und ökologische Innovationen. Beispielhaft ist etwa Heilbronn, wo im Zuge der Buga 2019 ein ganz neues und innovatives Stadtquartier entstanden ist.

Zwar sollten eine moderne und zukunftsgerichtete Stadtentwicklung und die Anpassung an ein sich wandelndes Klima ohnehin wichtige Ziele in der Stadt sein, die es auch ohne Buga zu verfolgen gilt. Doch mit einem konkreten Termin für eine öffentlichkeitswirksame Gartenschau dürfte sich der Druck erhöhen, wichtige Projekte voranzutreiben. Das kann mit Blick auf mehr Klimaschutz und eine zukunftsorientierte Transformation nur gut sein – zumal in Zeiten knapper Kassen gerade langfristig wirkende Projekte gerne mal auf die lange Bank geschoben werden.

Landschaftspark Plochingen Jahre nach Gartenschau noch gefragt

Im Übrigen ist eine Buga auch etwas anderes als etwa Olympische Spiele oder WM-Partien, die teils enorme Summen für Bauten verschlingen, die nach dem Event kaum noch einen Mehrwert für die Menschen vor Ort bieten. Bei Gartenschauen ist das in der Regel anders. Ein gutes Beispiel ist der Landschaftspark Bruckenwasen in Plochingen, der auch mehr als 20 Jahre nach der Landesgartenschau, in deren Zuge er errichtet wurde, ein sehr wichtiger Ort der Naherholung für die Plochinger ist.

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