Bundes-Ausgangssperre in Stuttgart So lief die erste Nacht mit Notbremse

Etwa 70 Polizisten waren in der Nacht auf Sonntag im Einsatz, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu überwachen. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat/7aktuell.de | Simon Adomat 17 Bilder
Etwa 70 Polizisten waren in der Nacht auf Sonntag im Einsatz, um die Einhaltung der Corona-Regeln zu überwachen. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat/7aktuell.de | Simon Adomat

Seit Samstagnacht greift in Stuttgart die Ausgangssperre durch die Bundes-Notbremse. Die Polizei zeigt Präsenz, stoppt hunderte Autos und spricht Verwarnungen aus. Eine erste Bilanz der Ordnungshüter.

Digital Unit: Jonas Schöll (jo)
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Stuttgart - Weitgehend ausgestorben lag Stuttgart in der ersten Samstagnacht der Ausgangssperre da. Radfahrer und Spaziergänger waren nur vereinzelt zu sehen. Doch einige Autos fuhren trotzdem auf den Straßen in der Stadt. „Wir haben viele hunderte Autos kontrolliert“, sagte ein Sprecher der Stuttgarter Polizei am Sonntag. Für die Beamten galt es abzuklären, ob es für die Fahrer einen triftigen Grund gab, unterwegs zu sein. In einigen Fällen stellten Polizei und Ordnungsämter trotz der Ausgangssperre ab 22 Uhr Verstöße fest – und sprachen Verwarnungen aus. Etwa 70 Beamte waren eigens zur Überwachung der Corona-Maßnahmen in der Stadt im Einsatz.

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Die City sei zwar nicht gänzlich leer gewesen, aber die erste Bilanz der Polizei fällt trotz der lauen Temperaturen positiv aus: „Eine unspektakuläre Nacht ohne besondere Auffälligkeiten.“ In der ersten Nacht haben die Menschen die Ausgangsbeschränkungen weitestgehend eingehalten. Es scheint also Wirkung zu zeigen, das neue Bundesgesetz zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen.

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Das sind die neuen Corona-Regeln

Dieses sieht nächtliche Ausgangssperren zwischen 22 und 5 Uhr morgens ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 vor. In diesen Nachtstunden darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück in der Regel nicht mehr verlassen. Zu den Ausnahmen gehört zum Beispiel die Fahrt zur Arbeit. Joggen und Spazierengehen bleiben bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur alleine. In den von der Notbremse betroffenen Regionen darf sich zudem höchstens noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sind.

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält indes umfassende Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangssperren in Deutschland für kaum umsetzbar. „Eine flächendeckende Kontrolle der Ausgangssperren ist für die Polizei und die zuständigen Ordnungsbehörden der Kommunen kaum möglich“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Dietmar Schilff der „Bild am Sonntag“ (“BamS“). Sorge bereitet der Gewerkschaft Schilff zufolge auch eine zunehmende Aggressivität bei den Kontrollen. „Da sind unsere Kolleginnen und Kollegen teils heftiger verbaler Aggression und teilweise auch körperlicher Gewalt ausgesetzt“, sagte der GdP-Vize.

Die bestätigten Corona-Neuinfektionen nehmen in Baden-Württemberg weiterhin zu und liegen mittlerweile auf einem hohen Niveau. Die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten stieg am Samstag zuletzt auf 190 Fälle je 100 000 Einwohner und nähert sich somit der 200er-Marke an.




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