Esslingen will mit anderen Städten die Bundesgartenschau an den Neckar holen. Aber egal, ob daraus etwas wird oder nicht: Einen fünfstelligen Betrag kostet das Vorhaben jetzt schon.
Fünfzig Jahre nach der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart könnte es in der Region Stuttgart wieder eine Bundesgartenschau (Buga) geben: Esslingen, Stuttgart, Ludwigsburg und der Verband Region Stuttgart wollen sich für das Jahr 2043 bewerben und damit ihre Flusslandschaft aufwerten. Bis dahin fließt zwar noch viel Wasser den Neckar hinunter, aber Geld kostet das Vorhaben jetzt schon.
Denn bisher handelt es sich lediglich um eine Idee. Was aber müsste alles passieren, um diese Idee real werden zu lassen? Ein erster Schritt, diese Frage zu beantworten, ist eine Machbarkeitsstudie. An einer solchen will sich Esslingen jetzt beteiligen. Kostenpunkt: 262 900 Euro, die auf alle Beteiligte gleich verteilt werden soll. Für Esslingen wären das 65 725 Euro, der Betrag wurde in der Beschlussvorlage auf 65 750 Euro aufgerundet.
Esslingen plant Machbarkeitsstudie für Bundesgartenschau 2043
Bereits jetzt rechnet die Stadt damit, dass es bei dem Betrag nicht bleibt und im Folgejahr noch einmal 75 000 Euro fällig werden „für ergänzende Untersuchungen“. Gesucht wird eine „interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft mit ausgewiesener Expertise in Regional- und Stadtentwicklung, Landschaftsarchitektur, Ökologie, Wasserwirtschaft sowie Beteiligungsverfahren“. Da die Machbarkeitsstudie ausgeschrieben wird, gehen Esslingen, Stuttgart, Ludwigsburg und der Verband Region Stuttgart offenbar davon aus, dass diese Expertise in den eigenen Häusern nicht ausreicht.
Der Verwaltungsausschuss, ein wichtiges Gremium des Esslinger Gemeinderats, hat nun die Stadtverwaltung damit beauftragt, zusammen mit den Partnern diese Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Die Studie soll „Potenziale, Kosten und Umsetzungschancen klären“, wie es in der entsprechenden Beschlussvorlage heißt. Zudem soll sie Entwicklungsziele im Hinblick auf Lebensqualität, Biodiversität, Naherholung, Wassermanagement, Fachkräftegewinnung und Standortattraktivität bündeln und weiterdenken.
Esslingen sieht Bundesgartenschau 2043 als Chance in Krisenzeiten
In der Begründung projiziert Esslingen außerdem eine im Jahr 2025 als krisenhaft empfundene Zeit ins Jahr 2043. Denn die Bewerber, so heißt es in der Beschlussvorlage, sähen in dem Projekt „eine große Chance, in Krisenzeiten den Bürgerinnen und Bürgern einen echten Mehrwert in einem nicht einfachen Alltag zu bieten“.
Die drei Städte und der Verband hätten nichts dagegen, wenn die Bundesgartenschau auch schon früher entlang des Neckars stattfindet. Denn in der Vorlage der Stadtverwaltung ist von „spätestens 2043“ die Rede.
Zuletzt fand die Buga in Mannheim statt. Mehr als 2,2 Millionen Besucher wurden in der Zeit vom 14. April bis 8. Oktober 2023 gezählt. 2025 fiel die Buga erstmals in ihrer Geschichte ins Wasser. Die Bürgerschaft der Stadt Rostock sagte ab, als die Baumaßnahmen zeitlich in Verzug kamen und absehbar wurde, dass der Kostenplan nicht eingehalten werden konnte. Aber auch schon bei früheren Buga-Veranstaltungen gab es Probleme. So ging ein Städteverbund in Brandenburg 2015 nach Informationen des „Tagesspiegel“ mit einem Minus von rund zehn Millionen Euro aus dem Event. Es gibt allerdings auch zahlreiche Bundesgartenschauen, die erfolgreich verliefen, unter anderem in Koblenz im Jahr 2011, Heilbronn im Jahr 2019 und Mannheim im Jahr 2023.
Das Thema wurde im Verwaltungsausschuss nur vorbesprochen und steht am 30. Juni noch einmal auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Es wird damit gerechnet, dass das Vorhaben an sich und der erste Schritt dorthin, die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, eine große Mehrheit bekommt.