Bundespolizei Stuttgart ermittelt S-Bahn-Sprayer auf frischer Tat ertappt
Seit Wochen schlagen unbekannte Täter im Stuttgarter Stadtgebiet mit großflächigen Graffiti-Sprühereien zu. Zwei sind jetzt in Vaihingen aufgeflogen.
Seit Wochen schlagen unbekannte Täter im Stuttgarter Stadtgebiet mit großflächigen Graffiti-Sprühereien zu. Zwei sind jetzt in Vaihingen aufgeflogen.
Die Szene hat in letzter Zeit ganze Tunnelröhren, wie an der B 14 im Stuttgarter Süden, oder S-Bahn-Züge großflächig und kunterbunt besprüht – um dann selbst spurlos zu verschwinden. Nun aber sind zwei Sprayer auf frischer Tat an zwei S-Bahn-Zügen am Abstellbahnhof in Stuttgart-Vaihingen ertappt worden. Welche Rolle spielen sie in der Szene?
Bahn-Mitarbeiter waren auf die Sprühaktionen am Dienstag gegen 23.20 Uhr aufmerksam geworden. Vier Gestalten sprühten auf zwei Züge großflächige Wörter und Buchstabenkombinationen – „auf 20 und auf zwölf Quadratmetern“, so Bundespolizei-Sprecher Denis Sobek. Das Quartett flüchtete – die Mitarbeiter konnten aber ein Duo festhalten. Dabei handelt es sich um eine 26-jährige Frau aus der Region Stuttgart und um einen 25-Jährigen aus dem Großraum Wien. Beide sind laut Sobek nicht einschlägig polizeibekannt. Der Österreicher nur wegen gänzlich anderer Delikte. Von den anderen Verdächtigen fehlt dagegen jede Spur.
Lässt sich die Handschrift der Verdächtigen auch in den B-14-Tunnelröhren im Stuttgarter Süden finden? „Das wird geprüft“, sagt die Stuttgarter Polizeisprecherin Kara Starke, „aber es ist da noch zu früh für eine Aussage.“ Hinweise auf Verbindungen zur Fußballszene gibt es wohl nicht.
Wie hoch die Kosten für die Reinigung der S-Bahn-Züge ausfallen werden, ist ebenfalls noch unklar. Die sogenannten Tags, die unter anderem mit blauer, rosa und grauer Farbe gesprüht wurden, haben laut Bundespolizei auch die Hälfte der Fensterscheiben bedeckt. Gegen die beiden Festgenommenen wird wegen Sachbeschädigung ermittelt. Ob sich die beiden davon beeindrucken lassen, wird sich noch zeigen. Es drohen Geldstrafe und zivilrechtliche Ansprüche, die teuer werden können. Den meisten ist allerdings der vermeintliche Ruhm in den Sprayerkreisen und sozialen Medien wichtiger.