Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Tübingen Die Welt besser machen

Man müsse auf die Kraft der vernünftigen Freiheit vertrauen, sagte Frank-Walter Steinmeier. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Man müsse auf die Kraft der vernünftigen Freiheit vertrauen, sagte Frank-Walter Steinmeier. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Im voll besetzten Festsaal der Universität Tübingen hält Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die 14. Weltethos-Rede. Sie ist mehr als nur ein Geschenk an den 91-jährigen Theologen Hans Küng.

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Tübingen - Es ist eine Hommage an den katholischen Theologen Hans Küng und dessen Überzeugung, dass allen Weltreligionen bestimmte grundlegende Werte- und Moralvorstellungen gemeinsam sind. In höchsten Tönen preist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstagabend im voll besetzten Festsaal der Tübinger Universität das Küng’sche Lehrgebäude des Weltethos’, den Kanon an Werten, die die Basis sind für ein friedliebendes Miteinander.

Der „große Gelehrte“, der sich stets für Dialog und Verständigung eingesetzt hat, steht im Zentrum der 14. Weltethos-Rede. Bei der jährlichen Veranstaltung fühlen bekannte Persönlichkeiten der Gesellschaft den Puls, die Runde reicht vom früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan über den Altbundeskanzler Helmut Schmidt bis zum EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm.

Die Idee des Weltethos sei keinesfalls obsolet geworden

In diesem Jahr nun Steinmeier – mit einer Rede, die beides ist: ein Geschenk an den 91-jährigen, an Parkinson erkrankten und deshalb nicht anwesenden Hans Küng, den leidenschaftlichen Verfechter der Ökumene und den Rebellen, der sich stets katholischen Dogmen widersetzte. Und sie ist eine Aufforderung zum Gespräch. Die Idee des Weltethos sei keinesfalls obsolet geworden, sagt Steinmeier, sie sei von historischer Dringlichkeit und enthalte einen kategorischen Imperativ, der die Menschen verpflichte zu Verständigung und Frieden, zum Aufeinanderhören, zum geduldigen Gespräch.

Sich von Philosoph zu Philosoph hangelnd, ein bisschen Kant, etwas Jürgen Habermas und Ernst Bloch, kommt Steinmeier zum Schluss, dass es angesichts der drängenden ökologischen Fragen nicht nur Dialogbereitschaft brauche, sondern vor allem eines: Entscheidungsmut. Dieser Mut müsse zum Ethos des Politikers gehören, fordert er und rät zum Handeln, um die Welt zu verändern. „Wir können sie Stück für Stück besser machen.“

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