Bundespräsidentenwahl Nazi-Jägerin Klarsfeld als Kandidatin?

Von dpa 

Die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld ist als Kandidatin der Linken für das Bundespräsidentenamt im Gespräch.

 Foto: dpa-Zentralbild
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Berlin - Die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld ist als Kandidatin der Linken für das Bundespräsidentenamt im Gespräch. „Spiegel Online“ berichtete am Mittwoch, die 73-Jährige habe bereits mit Parteichefin Gesine Lötzsch telefoniert und ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, am 18. März gegen Joachim Gauck anzutreten. Die Linke will an diesem Donnerstag in einer Spitzenrunde entscheiden, ob und wen sie in das Rennen um das höchste Staatsamt schickt.

Die Partei stellt rund 10 Prozent der Wahlleute in der Bundesversammlung. Mit dem Kabarettisten Georg Schramm, der aus den Reihen der Jugendorganisation der Linken ins Gespräch gebracht wurde, hat ein erster potenzieller Kandidat bereits abgesagt.

Klarsfeld wurde durch eine Ohrfeige berühmt: Im Alter von 29 Jahren schlug sie 1968 auf einem CDU-Parteitag Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ins Gesicht, weil der früher Mitglied der NSDAP war. Später bemühte sich die gebürtige Berlinerin letztendlich erfolgreich um die Auslieferung des in Bolivien lebenden ehemaligen Gestapochefs von Lyon, Klaus Barbie. Nach der Verurteilung Barbies in Frankreich sprach sie vom „wichtigsten Ergebnis ihrer zahlreichen Aktionen“.

Lötzsch sagte „Spiegel Online“, dass die Kandidatenfrage noch „absolut offen“ sei. Sie führe derzeit „viele Telefonate“. Einzelheiten wollte sie nicht nennen.