Bundesregierung zum Attentat in Würzburg Tat „von nicht zu begreifender Brutalität und Bösartigkeit“

Blumen werden in Würzburg vor einem abgesperrten Kaufhaus, dem Ort des Anschlags, niedergelegt. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Blumen werden in Würzburg vor einem abgesperrten Kaufhaus, dem Ort des Anschlags, niedergelegt. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Nach Worten ihres Regierungssprechers zeigte sich Angela Merkel erschüttert über den Anschlag in Würzburg. Es verdichten sich die Hinweise auf einen islamistischen Anschlag.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Berlin - Die Bluttat von Würzburg hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bundesregierung nach den Worten von Regierungssprecher Steffen Seibert erschüttert. Es sei eine Tat „von nicht zu begreifender Brutalität und Bösartigkeit“, sagte Seibert am Montag vor Journalisten in Berlin. Die Anteilnahme gelte den Opfern und ihren Familien sowie den Schwerverletzten und jenen, die das entsetzliche Geschehen miterleben mussten. Die Bundesregierung hoffe, dass die Betroffenen an Leib und Seele wieder gesunden könnten.

Bei dem schrecklichen Ereignis gebe es aber auch Grund zur Dankbarkeit für den Mut und die Geistesgegenwart von Menschen, die den Täter gestellt und so möglicherweise weitere Morde verhindert hätten. Nun gehe es darum, die Tat umfassend aufzuklären. Es gebe offenbar Hinweise auf islamistische Hasspropaganda und auf psychische Probleme des Täters in der Vergangenheit. Das eine müsse das andere nicht ausschließen. Das sei aber Arbeit der Ermittler.

Drei Frauen starben bei dem Anschlag

Seibert wies Vorwürfe zurück, dass es übertriebene Zurückhaltung bei der Benennung möglicher islamistischer Hintergründe der Tat gegeben habe. Zunächst müssten die Sicherheitskräfte und Ermittler ihre Arbeit tun. Anschließend müsse das Tatmotiv klar benannt werden. Seibert warnte zugleich davor, von einem Täter auf andere Menschen derselben Ethnie, derselben Herkunft oder derselben Religion zu schließen. Zugleich bekräftigte er seine Auffassung, „dass es keine Religion gibt, die eine solche blindwütige, hasserfüllte Tat in irgendeiner Weise rechtfertigt“.

Der Täter, ein 24-jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Somalia, der seit 2015 mit subsidiärem Schutz in Deutschland lebt, hatte am Freitag in Würzburg drei Frauen mit einem Messer getötet sowie fünf Menschen schwer und zwei leicht verletzt. Er war in der Vergangenheit wiederholt auffällig geworden. In seiner Unterkunft entdeckten die Ermittler Propagandamaterial der Terrormiliz „Islamischer Staat“.




Unsere Empfehlung für Sie