Bundestagsabgeordneter aus Ludwigsburg Steffen Bilger kämpft weiter für den Nordostring

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Der Ludwigsburg CDU-Abgeordnete und Staatssekretär ist viel beschäftigt. Für den umstrittenen Ring um die Landeshauptstadt hat der 40-Jährige einen konkreten Lösungsvorschlag.

Pendelt zwischen Ludwigsburg und Berlin: Steffen Bilger Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Pendelt zwischen Ludwigsburg und Berlin: Steffen Bilger Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Ludwigsburg - Gut anderthalb Jahre ist Steffen Bilger unter dem Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Staatssekretär. Ein steiler Aufstieg für den einstigen Landesvorsitzenden der Schülerunion, der in Ludwigsburg aufgewachsen ist und noch immer hier wohnt. Das ist übrigens eine der Fragen, die dem 40-Jährigen am häufigsten gestellt werden: „Wohnen Sie denn jetzt in Berlin?“

Steffen Bilger schmunzelt – und erklärt es den Bürgern gerne: Als Wahlkreisabgeordneter für Ludwigsburg ist er nach wie vor viel vor Ort – und lebt mit seiner jungen Familie in Ludwigsburg. Gelegentlich kann man die Bilgers auch im Supermarkt beim Wocheneinkauf treffen. Doch allzu oft erfordert das neue Amt deutlich mehr Einsatz. „Der Terminkalender ist noch voller geworden“, sagt Bilger. In Berlin beginnt der Tag um 7.30 Uhr und endet selten vor zehn Uhr abends, als Regierungsmitglied muss er Präsenz im Bundestag zeigen – und gerade das Verkehrsressort steht in Zeiten von Dieselkrise und Fahrverboten ständig im Fokus.

Fahrverbote will Bilger verhindern

Letzteres will Steffen Bilger für Ludwigsburg und andere Städte unbedingt vermeiden. Dazu können auch viele kleine Bausteine beitragen: Kürzlich ist der CDU-Politiker beim Ludwigsburger Filterhersteller Mann+Hummel zu Gast gewesen – und hat sich dort die neueste Innovation zeigen lassen: Ein Filter, der den Abrieb von Bremsscheiben auffängt.

Auch politisch sieht Bilger Ludwigsburg gut aufgestellt. „Die Stadt hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Stickoxid-Wert zu reduzieren“, sagt er. Und habe deutlich mehr getan als andere Städte. Ohnehin berichtet er davon, dass Ludwigsburg in Berlin einen sehr guten Ruf habe. Bei fast allen Förderprogrammen, die neu aufgelegt würden, komme oft der erste Antrag aus der Barockstadt. „Viele andere Städte schauen auf Ludwigsburg“, so seine Einschätzung. Das lag auch am Netzwerk von Werner Spec, der in Berlin auch auf bundespolitischer Ebene sehr präsent gewesen sei.

Ein kurzer Draht von Ludwigsburg ins Ministerium

Aber der CDU-Mann lobt auch die Fachebene im Rathaus, die gut vernetzt sei. Und mit dem neuen Ludwigsburger Rathauschef Matthias Knecht gab es auch schon einen Austausch – Bilger will den kurzen Draht vom Rathaus ins Verkehrsministerium bewahren. Das könnte nicht nur in Sachen Fahrverbote noch wichtig werden. Doch jetzt herrscht erst einmal politische Sommerpause. Da darf auch ein Staatssekretär ein wenig Urlaub machen. Zuvor ist Steffen Bilger jedoch mit seinen Parteifreunden auf der CDU-Sommertour durch den Landkreis gereist und hat in Remseck, Vaihingen/Enz und Bietigheim-Bissingen ehemalige und künftige Gartenschau-Gelände besichtigt.

Der Kampf für den Nordostring

Ein Thema liegt dem Bundespolitiker aber doch regionalpolitisch besonders am Herzen: Der Nordostring um die Landeshauptstadt Stuttgart. Ein hoch umstrittenes Projekt, das die Kommunen in der Region entzweit und beim grünen Teil der Landesregierung nachhaltig unbeliebt ist. Doch Bilger erkennt Bewegung, weil der Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) einen neuen Dialog aller beteiligten Partner angekündigt habe.

Lesen Sie hier: Nordostring: Wer ist dafür, wer ist dagegen?

Das ist für ihn auch die Lösung dieses verzwickten Problems: Bilger will mit allen betroffenen Städten Gespräche führen und Kompromisse ausloten. Einer könnte auch sein, die Querspange zwischen B 27 und B 10/29 teilweise unterirdisch zu verlegen: „Wir sind offen für eine Tunnellösung.“ Kein anderes Projekt sei verkehrspolitisch wirtschaftlicher und effizienter, der Kappelbergtunnel könne entlastet werden – und der Durchgangsverkehr durch Stuttgart reduziert.

Darüber wird noch viel zu diskutieren sein. Auch ein Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium hat hier nur begrenzte Macht und Einfluss.