Bundestagskandidat Alexander Relea-Linder (Die Linke) Ein Idealist mit ganz konkreten Ideen

Von  

Am Herzensort der Kandidaten: Die Pressehütte in Mutlangen ist für Alexander Relea-Linder (Linke) ein Symbol für die Friedensbewegung. Der Gmünder, der zum ersten Mal für den Bundestag kandidiert, ist seit neun Jahren politisch aktiv.

Schwäbisch Gmünd - Mit Schwung kommt Alexander Relea-Linder an der Pressehütte in Mutlangen an. „Ich muss mich entschuldigen, dass ich erst spät geantwortet habe, aber als kleine Partei haben wir nicht so große Wahlkampfbudgets. Da muss man vieles selbst machen“, sagt der Kandidat der Partei Die Linke im Wahlkreis 269 Backnang/Schwäbisch Gmünd. Also heißt es selbst mit anpacken, was dem 24-Jährigen nicht fremd ist: Bereits seit neun Jahren ist er in seiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd politisch aktiv. Die meiste Zeit hat er für die SPD gearbeitet, war sogar Mitglied des Kreisvorstands der Partei im Ostalbkreis. Doch die Politik der SPD entfernte sich zu sehr von seinen Vorstellungen von Sozialdemokratie weg. „Ich war nicht allein, viele sind damals ausgetreten und Mitglied bei den Linken geworden. Der Altersdurchschnitt bei den neuen Mitgliedern liegt bei uns unter 35 Jahren.“

Mit Kommunismus nichts im Sinn

Die Linke entwickle sich seiner Meinung nach zusehends zu einer Partei der linken sozialdemokratischen Politik. Das sei, was er machen wolle. „Mit SED und Kommunismus habe ich nichts im Sinn“, betont er, wohl aber mit Inhalten, die ein Linker durchaus unterschreiben kann. So ist er für schärfere Beschränkungen von Waffenexporten. „Es kann nicht sein, dass bei der Situation, die wir im Nahen Osten zurzeit erleben, die Waffenexporte unter Sigmar Gabriel sogar noch gestiegen sind“, sagt Alexander Relea-Linder.

Die Pressehütte habe er er als Herzensort für das Interview gewählt, weil sie für ihn die Friedenspolitik symbolisiere, die für ihn wichtig ist. Hier fanden 1983 die friedlichen Blockaden der Pershing-Mittelstreckenraketen statt, die Friedensbewegung mobilisierte Junge und Alte gleichermaßen, sich gegen die atomare Aufrüstung aufzulehnen. Heute ist die ehemalige Scheune, die von Aktivisten der Friedensbewegung zu einem Zentrum umgebaut wurde, ein Seminarhaus.

Sozialpolitik als Herzensangelegenheit

„Waffenlieferungen in Krisengebiete sind ein Armutszeugnis für die Bundesregierung. Diese müssen gestoppt werden“, sagt Alexander Relea-Linder, der dabei besonders die rolle der SPD kritisiert. „Gabriel hat mehr Waffenexporte zu verantworten als die CDU und die FDP.

In der Sozialpolitik gelte es, zwei Themen zu beackern: die Renten und die Vermögenssteuer. „Der Ausdruck gefällt mir nicht, weil er missverständlich ist. Superreichensteuer ist richtig.“ Mittlere Vermögen und Monatseinkommen bis 7000 Euro seien davon gar nicht betroffen. „Mit einer Million Euro passiert da nichts, erst ab zwei Millionen wäre die Abgabe fällig.“ Dennoch sei es schwer, den Leuten das zu vermitteln. Und im Gegensatz zu Berechnungen, damit könne der Staat jährlich lediglich rund 80 Millionen Euro einnehmen, sind sich er und seine Partei sicher, dass es viel mehr würde: „Rund 50 Milliarden Euro im Jahr.“

Politisches Versagen bei sozialem Wohnungsbau

Geld, mit dem man eine Sozialpolitik finanzieren könnte, die der immer weiter aufklaffenden Schere zwischen Arm und Reich entgegenwirken könnte. Beim sozialen Wohnungsbau liege einiges im Argen, was unter anderem am Versagen der Politik liege. So kritisiert Relea-Linder unter anderem den Verkauf der LBBW-Immobilen in Stuttgart 2012 an die Investorfirma Patrizia. „Der SPD-Finanzminister Nils Schmid hat damals mit dafür gestimmt, nur weil dieses Unternemen mehr geboten hat. Und die Wohnung drei Jahre später mit Gewinn weiter verkaufte.“




Veranstaltungen