Bundestagskandidat im Kreis Esslingen: Matthias Hiller (CDU) „Viele Handwerksbetriebe leben von Klimaschutzmaßnahmen, die die Menschen in ihren Häusern und Gärten in Auftrag geben“

Matthias Hiller setzt sich für eine flächendeckende und haushaltsnahe ärztliche Versorgung ein. Foto:  

Der Nürtinger Matthias Hiller (CDU) tritt zum ersten Mal zur Bundestagswahl im Wahlkreis Nürtingen an. Der Professor für Steuerrecht möchte sich im Finanzausschuss für Bürokratieabbau einsetzen.

Region: Corinna Meinke (com)

In der Nürtinger Kommunalpolitik ist Matthias Hiller schon lange verwurzelt. Bereits mit 19 Jahren wurde der heute 40-Jährige in seiner Heimatstadt in den Gemeinderat gewählt. Im Jahr 2004 war Hiller Vorsitzender des Nürtinger Jugendrates und „wollte damals einfach die Themen, die junge Leute bewegt haben, im Gemeinderat voranbringen“. Kandidiert hatte er damals auf der Liste „Junge Bürger“, einer parteiübergreifenden Wählervereinigung. Bundespolitisch betrachtet wirft der Vorsitzende des Nürtinger CDU-Stadtverbandes mit seiner Kandidatur dagegen erstmals seinen Hut in den Ring.

 

Herr Hiller, für welches Herzensthema im Landkreis würden Sie sich mit einem Bundestagsmandat einsetzen?

Die Gesundheitsversorgung der Menschen mit Haus- und Fachärzten sowie mit guten Kliniken. Allein schon aufgrund der Alterung der Gesellschaft nimmt der Bedarf zu. Gleichzeitig sind viele Ärzte in einem Alter, in dem der Ruhestand nicht mehr weit weg ist. Eine flächendeckende, haushaltsnahe ärztliche Versorgung ist deshalb notwendig. Ebenso muss die Krankenhauspolitik so gestaltet sein, dass unsere Kliniken weiterhin bestehen können.

Podiumsdiskussion im Sielminger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium mit (v. r.) Richard Pitterle (BSW), Clara Meier (Linke), Nils Schmid (SPD, verdeckt), den Schülern Federico Svezia und Jannik Kugler, Matthias Gastel (Grüne), Dennis Birnstock (FDP), Matthias Hiller (CDU) sowie Christof Deutscher (AfD) Foto: Caroline Holowiecki

Was wäre Ihr erstes Ziel im Landkreis für einen Besuch als Bundestagsmitglied?

Aus dem oben geschilderten Grund werde ich das weitere Gespräch mit den Kliniken suchen, ebenso mit Vertretern der Ärzteschaft.

In welchen Bundestagsausschüssen sehen Sie sich?

Als Steuerberater und Professor für Steuerrecht bietet sich der Finanzausschuss an, sofern es mit der Wahl am 23. Februar klappen sollte. Dort werden die Gesetze gemacht, die hinterher für die Menschen und Unternehmen viele Auswirkungen haben. Und von dort kommt auch die Bürokratie, die uns alle so sehr nervt. Als Steuerberater bekomme ich dies täglich mit, und ich würde mich freuen, wenn ich hier Verbesserungen erreichen kann. Ob mein Wunsch in Erfüllung geht, weiß ich nicht.

Kann die lokale Wirtschaft vom Klimaschutz profitieren, und was würden Sie als Bundestagsmitglied dazu beitragen?

Natürlich profitiert auch die heimische Wirtschaft vom Klimaschutz. In Nürtingen gibt es mit ADS-Tec ein weltweit tätiges Unternehmen, das in der Speichertechnik führend ist. Viele Handwerksbetriebe leben von Klimaschutzmaßnahmen, die die Menschen in ihren Häusern und Gärten in Auftrag geben. Ich gebe mir selbst die Aufgabe, zwischen Unternehmern und den Fördermittelgebern zu vermitteln, sollte es haken.

Soziale Hilfsleistungen wie das Bürgergeld stehen derzeit sehr in der Diskussion – plädieren Sie für eine Kürzung oder den Ausbau?

Ich stehe für eine neue Grundsicherung, die das Prinzip „Fördern und Fordern“ wieder einführt. Unser Staat soll Menschen unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind. Wer allerdings arbeiten kann, muss auch arbeiten. Nur so ist Solidarität in einem Sozialstaat möglich.

Politiker im Interview

Zur Person
Matthias Hiller, der 2011 in die CDU und Junge Union eintrat, ist Vater eines Sohnes. Nach Besuch der Realschule und des Wirtschaftsgymnasiums studierte Hiller an der Universität Hohenheim Wirtschaftswissenschaften, promovierte im Steuerrecht und legte das Steuerberaterexamen ab. Heute leitet er eine Steuerberaterkanzlei und ist Professor an einer Fernhochschule. Hiller folgt mit seiner Kandidatur dem Kirchheimer Michael Hennrich, der seinen Platz in der CDU-Bundestagsfraktion nach 20 Jahren Mitgliedschaft 2022 vorzeitig räumte, um als Pharmalobbyist zu arbeiten.

Bundestagswahl
Unsere Zeitung stellt die Direktkandidatinnen und -kandidaten der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien vor, die am 23. Februar für die Wahlkreise Esslingen und Nürtingen antreten. Alle erhalten die gleichen Fragen.

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